Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
828
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828 PMG. Nr. 2290.

die Jünger und die heiligen Frauen vorstellt. Rechts unten neben denFüssen des Jüngers, welcher die Dornenkrone hält, bemerkt man dieInitialen. II. 12 Z. Hr. 8 Z. 9 L. Die Composition ist sicher vonParmigiano, und Bartsch XVI. p. 8 No. 5 schreibt diesem Meisterauch eine anonyme Rndirung mit derselben zu, indem er die Copie mitdem Originale verwechselt, nämlich jene des Giacomo Bertoja oderJacobus l'armcnsis. Malaspina di Sannazaro II. p. 119 nennt diesenKünstler irrig Jacob üertiza da Parma, bemerkt aber richtig, dass erstdie retouchirte Platte mit FMF. bezeichnet, worden sei. Der sogenannteCOR. MET. hat die Grablegung Christi nach der Copie Bertoja's ge-stochen , hatte aber von Francesco l'armigiano keine Kunde, indemer durch die Beischrift: IAC. PAR. INVE., die Composition dem Ja-cobus Parmensis , d. i. dem Bertoja zuschreibt. Die Originalradirungbeschreibt Zani P. II. 8. p. 242, oder will wenigstens dieselbe kennen.Dann macht er 1. c. p. 244 C. noch auf eine weitere Copie aufmerksam,welche er angeblich nur einmal gesehen hatte. Eine dritte, anonymeCopie ist nur 9 Z. 8 L. hoch , und 7 Z. 6 L. breit. Um die Nach-bildung des Andrea Meldolla handelt es sich nicht. Diese ist etwaskleiner, und zeigt Veränderungen. Im Grunde ist eine Figurengruppestatt der Felsen.

2290. Johann Martin Friedrich Geissler, Zeichner und Kupfer-stecher, geb. zu Nürnberg 1778, gest. daselbst 1853. Schülervon II. Guttcnberg, musste er anfangs mit geringfügigenBlättern sein Brod verdienen, und auch nach seiner 1803erfolgten Ankunft in Paris hatte er zu kämpfen, da er wohleine Landschaft stechen konnte , aber im figürlichen Fache noch weitzurück war. Bei ihm paarten sich aber Talent und Fleiss , und diefreundschaftliche Berührung mit den berühmtesten Künstlern damaligerZeit hatte den wohlthätigstcn Einfluss auf den Gang seiner Kunst.Geissler gründete schon in Paris einen ehrenvollen Ruf, sowohl durchdie von ihm allein gestochenen trefflichen Blätter, als auch durch diegeschmackvollen Aetzungen, welche er für andere grosse Kupferstecher,wie Desnoyers, Tradier u. A. ausführte. Er radirte die landschaftlichenPartien ihrer Platten, hinterliess aber selbst mehrere malerische Ra-dirungen, deren Platten nie mit dem Stichel vollendet wurden. Ausser-dem kommen aber auch Aetzdrücke von Platten vor, welche spätermit dem Stichel vollendet wurden. Solche Abdrücke gehören zu denSeltenheiten, da sie nur gemacht wurden, um den Fortschritt derArbeit beurtheilcn zu können. Der Künstler machte zuweilen im un-teren Rande einen Versuch mit der Nadel, und polirte erst nach derVollendung den Plattcnrand, wodurch diese sogenannten p]infälle ver-schwanden. So zeigt sich im Aetzdruck der Landschaft mit Heerdenund Hirten nach N. Borghcin für das Musee royal unten eine Figuren-gruppe. Solche Einfälle sind auch im breiten Rande des Aetzdruckeseiner Landschaft mit Ilecrde und Hirten nach A. van de Vclde fürdas Musee Filhol. Für das Musee Napoleon, für das Musee Filhol,für Ä Wiener- unil Dresdnor-Galleriowerit und für Itoisseree's Domzu Cöln stach Geissler mehrere Blatten, und von allen sind Aetzdrücke,sogenannte Epreuvcs d' Artiste , dann auch vollendete Abdrücke voraller Schrift, und solche mit angelegter Schrift vorhanden. Ersterewaren ursprünglich nur für den Künstler allein bestimmt. Uebcr solcheSeltenheiten gibt der von J. A. Börner verfertigte Catalog der Samm-lung des Künstlers. Leipzig 1855 , No. 550 — 585 Aufschluss. Dieseinteressante Sammlung wurde unter Leitung des Hrn. Rudolph Weigelversteigert. Das Monogramm des Künstlers kommt nur auf einigen