Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
787
Einzelbild herunterladen
 

FH. Nr. 2150. 787

13) Ein Dorffest, nach der Zeichnung des alten Peter Breughel.In der Mitte sieht man eine plumpe Bäuerin, welche neben dem Fassetanzt, auf welchem ein vermummtos Hündchen sitzt. Links spielt einBauer die Violine, und an der Thürc der Schenke stehen einige Per-sonen. Unter dem Schirmdachc der Hütte rechts zechen Männer undWeiber. Nach unten bemerkt man die Buchstabon F. 11., und linkssteht: llvys excv. iÖSII. H. 8 Z. 4 L. Br. 12 Z. 9 L.

14) Eine Folge von 13 Blättern mit Cartouchen, in welchen la-teinische Sinnsprüche stehen, unter dem Titel: Variarum PHOTUACTl-OISVM (Vulgo compartimenta vocant) cum picloribus omnibus proptervenustatem , tum et studiosis propter Autorum sententias ubique insertas.Ubellus apprime utilis atque copiosus. ANTVE1W1AE. Apud GerardumJudaeum. Anno. M.D.LV.II. Die Buchstaben F. 11. stehen unten inden Ornamenten. H. 6 Z. 5 L. Br. 5 Z. 7 L.

Die Ausgabe von 1557 ist die zweite. In dieser ist der Titel ein-gestochen, in der früheren von 1555 eingedruckt. Die Zeichnungen zuden Ornamenten lieferte Hans Vredcman de Vries, welcher für II. Cockund Gcrard de Jode viele Werke für Architekten und Decoratcurelieferte; wir kennen aber kein zweites mit Stichen von F. Huys.

15) Die Ansicht der Stadt Messina und der Meerengo mit Schiffen.In zwei Blättern, mit dem Titel und der Adresse: Freli Sicvli — vvlgoVaro de Messina Optica Delineatio. Bruegel inv. F. lluys fec. 11. Cock exe.H. 18 Z. 10 L. Br. 26 Z.

I. Ohne Schrift.

II. Mit Breughel's Namen in der unteren Ecke, aber vor der Inschrift:Freli Sicvli .... im Bande.

III. Mit obiger Schrift im Cartouche unten rechts.

IV. Mit der Titelschrift und der Jahrzahl 1001.

V. Mit der Adresse : Harman Adolffz exeudit Haerlem,

16) Eine Folge von Blättern mit verschiedenen Schiffen, mit F. H.bezeichnet, fol. und qu. fol.

Blätter dieser Art werden dem Franz Ilieronymus Breughel zuge-schrieben, auf welche wir No. 2152 aufmerksam machen. Sic werdenvielleicht mit mehr Recht dem Franz lluys zugeschrieben, da dieZeichnungen von Peter Breughel dem Alten herrühren könnton.

2150. Franz Hogenberg, Zeichner und Kupferstecher, der angeb-p ]_J liehe Träger dieser Initialen , stammt aus Mecheln, und soll' sich nach Huber, Handbuch &c. IX. S. 29, um 1560 in Eng-land aufgehalten haben. Später Hess er sich in Cöln nieder, und starbdaselbst 1590, wie M. Quad, Teutscher Nation Herrlichkeit S. 131, ver-sichert. Merlo, Kunst und Künstler in Cöln &c. S. 188, beschreibt einegrosse Anzahl von Blättern dieses Meisters, und darunter als Haupt-werk das grosse Städtebuch von Georg Braun, dessen Mitherausgeber* • Hogenberg war. Merlo macht aber auf die Initialen F. B. nicht auf-merksam , so dass er also jenes Blatt, auf welchem sie vorkommen,"amlich das Bildniss der Königin Maria I. von Schottland No. 1, umso weniger gesehen hatte, als er es auch mangelhaft beschreibt. Diesessehr seltene Blatt kommt in R. Wcigel's Catalog der Otto'schcn Kupfer-stichsammlung III. Abtheil. No. 147 unter dem Titel der sogenanntenkatholischen Maria von England vor. Sie ist im Brustbilde mit dergeschmückten Mütze vorgestellt, und um das Oval steht: Maria Uenr,VIII, /f\ 7j g) - Gratia Regina Angliae et Franciae et lliberniae Fidei l)e-iendri.r. M.D.l.V. Die Einfassung ist aus Arabesken gebildet, und obensteht F. 11. Unten auf einer Tafel liest man: Veritas Temporis Filia, fol.dieses Blatt wird, wie gesagt, von Merlo und R. Weigel und auch

50*