746 F F. Nr. 2068 - 2070.
F. Fellner lebt seit Jahren in Stuttgart. Da malte er 1850 das
Bild des Kaisers Friedrich des Schonen, das letzte in der Reihe der
Kaiserbilder im llöiner zu Frankfurt a. M. Es ging auf Bestellung desErzherzogs Jobann von Oestcrrcich.
2068 Unbekannter Formschneider und Kupferstecher, welcher
Tutn 1760 — 1778 in Wien thätig war. Blätter von seiner Handfindet man in Druckwerken, welche in Wien, Linz und Pressburgerschienen. Das Monogramm steht auf Ilolzschnittvignctten in: La CailliLectione.i elementares mathemalieaa. Viennae 1702, 8. Auf anderen Vig-netten dieses Buches findet man die Initialen F.F. Der Künstler zeich-nete meistens F F. , und daher kommen wir unter diesen Buchstabenauf ihn zurück.
2069. Franz Floris, ein um 1650 lebender deutscher Kupferstecher,ri n oder noch eher Franz Friedrich Frank, ein gleichzeitiger Kunst-
1 J' . genösse desselben, soll sich nach Heller, Monogr.-Lex. S. 129,des gegebenen Zeichens bedient haben. Der Irrtbum des erwähntenSchriftstellers liegt auf flacher Hand, und wir bringen das Monogrammnur, um denselben zu beseitigen. Heller sagt auch, dass dieses Zeichenauf Ambros Frank gedeutet werde, dieser Meister verband aber dieBuchstaben A F zum Monogramme , und.ist fast um 100 Jahre älter,als der angebliche Kupferstecher von 1650. Dieser heisst sicher nichtFranz Floris, und ebenso wenig Frans Friedrich Frank. Letzterer be-diente sich eines aus drei F gebildeten Handzeichens. Heller hattewahrscheinlich das folgende Monogramm unrichtig nachgebildet, viel-leicht eine ungenaue Copie benützt. Wem das Üllcgirte Zeichen ange-höre, ist an der betreffenden Stelle gesagt.
2070. Jeronymus Francken der Alte, Bruder des alten FranzrT-rp Francken, soll der Träger dieses Zeichens seyn. Gegen 1544
XX nach einigen zu Hcrontbals, nach anderen zu Antwerpen ge-boren, war er mit seinem Bruder Schüler des Franz Floris, und dalierfolgten beide Künstler der Richtung desselben. Im Jahre 1565 malteer mit anderen vlämischen Künstlern im Schlosse zu Fontaincbleau,begab sich aber bald darauf nach Italien, da auf Befehl Philipp's II.alle Belgier Frankreich verlassen mussten. Francken, gewohnlich Franckgenannt, wurde aber nach einiger Zeit an den Hof nach Baris berufen,wo er als Bildnissmaler des Königs eine Schule eröffnete. Von 1590bis 1595 war er jedoch in Antwerpen thätig, kehrte aber dann wiedernach Paris zurück, wo er gegen 1620 starb. Jeronymus Francken malteBildnisse und historische Vorstellungen. Er hatte einen gleichnamigenSohn, und daher müssen die Werke mit diesem Namen unterschiedenwerden. Im Museum zu Antwerpen ist ein Gemälde mit Iloratius Codes,wie er die Sublicische Brücke vertheidiget, bezeichnet: ieuonimvs.FiUNCKKN. INV. ET FKCIT anno 1020 den /4. Augusli. Im Ca-talog des Museums wird dieses Gemälde dem alten J. Francken zuge-schrieben , es könnte aber auch von dem jüngeren Künstler diesesNamens herrühren. B. Baron stach nach einem J. Francken 1728sieben Blattei' mit den Werken der Barmherzigkeit, gr. fol., es fragtsich aber wieder, ob die Compositionen von dem alten Francken her-rühren. Die Vorbilder fand B. Baron in London vor, in dieser Stadtwar aber nicht der alte, sondern der junge Francken. Francken jun.huldigte ebenfalls der Kuustweisc, welcher die anderen Meister dieserFamilie treu blieben. Er vereinigte gerne mehrere Darstellungen aufeiner Tafel, doch in der Art, dass er das mittlere Ilauptbild in Farbenausführte, und die darauf bezüglichen Scenen in Rahmen grau in Grau