644 EQ. Nr. 1732-1733.
1732. Erasmus ftuellyn, gewöhnlich Quellinus genannt, geb. zuY q \ Antwerpen 1607, widmete sich den Wissenschaften, undp n / /' I war bereits Professor der Philosophie, als ihn seinh U denn J p reun( i Rubens ausschliesslich zur Malerei bestimmte.Quellinus hatte aber schon früher bei J. B. Verhaeghe Unterricht inder Kunst erhalten, und im Jahre 1634 erscheint er bereits als Mit-glied der Confraternität des hl. Lucas in Antwerpen. Dieses erhelltaus dem handschriftlichen Liggere van St. Lucas Guide, in welchemsein Name eingetragen ist. Rubens war daher nicht sein erster Meister,wie alle Biographen behaupten. Quellinus starb 1678 in der Abteivon Tongerloo. Man findet noch viele Gemälde von der Hand diesesschätzbaren Meisters, und die bessten Künstler seiner Zeit haben nachihm gestochen , doch wohl meistens nach Zeichnungen. Auf einigenBlättern ist sein Name durch die Initialen EQ angedeutet. Eine Folgevon Holzschnitten mit den siebeu Sakramenten ist E Q delin. I. C. I.sculp. bezeichnet. Diese Blätter sind von Christoph Jeghcr. H. 3 Z.3 L. Br. 2 Z. 4 L. Eben so bezeichnet ist eine schöne Vignette mitdem die Jungen nährenden Pelikan in einer ovalen Einfassung mitCherubim, und dem Motto: Tandem Aliquando. H. 4 Z. 1 L. Br. 4 Z. 10 L.
Quellinus hat auch mehrere Blätter radirt. Wir haben im Künstlcr-Lexicon XII. S. 159 deren neun verzeichnet, welche aber nicht allesicher sind. Auf einem Blatte mit dem kleinen Jesus, welcher inWolken auf der Schlange stehend mit der linken Hand die Weltkugelhält, bemerkt man links unten die Buchstaben E Q. II. 5 Z. 3 L.Br. 4 Z. 3 L.
Auf drei andere ächte Blätter gehen wir hier näher ein, als imKünstler - Lexicon geschehen ist, und das erste ist gar nicht erwähnt.
1) Der kleine Jesus und Johannes in einer Waldlandschaft spielend.Er. Quellinus F. , qu. 4. Seltenes Blatt.
2) Samson tödtet den Löwen. Von vorn gesehen und nach linksgewandt, fasst er den Löwen zwischen seinen Beinen an der Kehle.Im Grunde rechts stehen zwei Bäume, und der Gipfel des einen reichtin den oberen Plattenrand. Links bemerkt man eine Ruine. Linksunten im Bande: P. Paulus Rubbens inuenlor, in der Mitte: E. Quellinusfecit in aqua forti , und rechts : Homboudt vande Velde exe. H. 4 Z.2 L. und -3 L. Rand. Br. 5 Z.
3) Der Tanz von Kindern und jungen Faunen. Links unter einemder sich bis an den oberen Rand erstreckenden Bäume sitzt ein kleinerFaun, welcher die Flöte bläst, und neben ihm schlägt ein zweiter dasTamburin. In Mitte des Blattes tanzen drei Knaben und ein jungerFaun. Rechts im Grunde bemerkt man zwei Hirsche im Walde. Untenrechts : E. Quellinus F. cum priuilegio 1652. Höhe 8 Z. 9 L. Breite10 Z. 10 L.
I. Mit obiger Schrift rechts unten, und Aetzdruck.II. Mit der Schneidnadel überarbeitet, und in der Mitte unten die-selbe Schrift eingestochen , ohne die rechts einradirte entferntzu haben.
1733. Unbekannter Maler oder Radirer, welcher nicht mit Bar-f / "f- ^A 7t >r t°l° meo Biscaino verwechselt werden darf. Er war in'CjJ- y -> y 3-l'- der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Italien thätig.Von einem Blättchen mit den gegebenen Buchstaben haben wir durchHerrn E. Harzen Kunde, es ist aber zu bemerken, dass die Cursivenauf demselben fast um die Hälfte kleiner sind. Das Blättchen stellteinen unter dem Baume sitzenden Bauer vor. Oval, 16. Im Catalogodi Marchcsc Malaspina di Sannazaro II. p. 333 finden wir im Anhange