Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
620
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620 EK. Nr. 1647-1648.

excud. iß/7. Der Künstler zog die Buchstaben JE ff. öfter zusammen,und daher wurde er irrig auch PJkieser, statt E. Kieser genannt. Einradirtes und sehr selten vorkommendes Blatt stellt den Einzug desPrinzen von England in Madrid vor 1623. Unten im Rande sind deutscheVerse, qu. fol. Auf drei anderen Blättern stellte er den Einzug unddie Krönung des Königs Friedrich von Böhmen 1609 vor, qu. fol.

1647. Ernst Küster, Zeichner und Maler in München, ist uns/Tf/ 1 ~?f P durch einige Holzschnitte bekannt. Das erste Zeichen findet

H\ JK man in den fliegenden Blättern 1858 No. 710. Es zeigt^>\J/\SL> v> e j ncn Nachtwächter mit der Laterne vor dem Wirthshanse,welcher durch das Fenster die letzten Gäste beobachtet. Das zweiteZeichen kommt auf einem schönen Holzschnitte des Jahrganges 1857der fliegenden Blätter No. 639 vor. Es ist diess eine romantischeVorstellung zu der Ballade : „Erinnerung an die Geliebte." Unten inder Waldpartie sitzt der Geliebte im mittelalterlichen Costüm, undbetrachtet die letzten zwei Kreuzer seiner Börse. Oben ist das Brust-bild der Geliebten , und unter diesem in einer von Aesten gebildetenLaube sind die beiden Liebenden in Umarmung. Ein als Heftumschlagvorkommendes Blatt stellt den Lombarden-König Autharis vor, wie erauf seinem Brautzuge nach Bayern die Axt in die Eiche haut, unddabei den Begleitern sich zu erkennen gibt. Rechts unten in der Eckeist ein dem zweiten ähnliches Zeichen. Dieses Blatt ist flüchtiger be-handelt, als die ^nderen. Man erkennt darin einen Schüler von Schwindoder Muttcnthaler.

1648. Edward Kirkall. Kupferstecher und Formschneider, geboren

Er?- zu Scheffield in Yorkshire gegen 1700, gravirte in

JXy-A. K.. seiner früheren Zeit zu London Siegel, Stempel, Or-namente, und übernahm jede andere Arbeit, um sein Brod zu verdienen.In Druckwerken findet man auch Vignetten und Titelbilder in Holz-schnitt, wie in einer lateinischen Ausgabe der Lustspiele des Terentius,London 1713. Einige der von ihm geschnittenen Zierstöcke sind mitE. ff. bezeichnet. In seiner späteren Zeit lieferte er grosse Blätternach Rafael, P. del Vaga, G. Romano, M. Conca, P. Farinati, Palmavecchio, J. van Huysum u. A. Kirkall wendete dabei ein Verfahrenan, welches von jenem der früheren Formschneider abweicht. Er ra-dirte auf einer Kupferplatte die Umrisse, und überarbeitete dann einezweite Platte mit dem Schaber oder in Mezzotinto. Einige Blätter sindvon zwei solchen Platten gedruckt, und man muss sie zu den Erzeug-nissen der Schabmanier zählen, obgleich die früheren Meister dieNadclarbeit nie in dem Grade vorherrschen Hessen. Das grosse Blattmit der Bekehrung des hl. Paulus nach Jakob Palma von 1723 machtdiese Manier anschaulich. Zuweilen druckte er eine mit dem Schaberbearbeitete Platte in Bister ab, und ging mit einer Holzplatte darüber,welche in brauner Farbe die Lichter gab. Das grosse Bildniss desChristopher Wren in einem verzierten Medaillon ist auf solche Weisebehandelt. Andere Blätter haben das Ansehen von Clair-obscurs vonmehreren Platten. Die erste radirte er, die zweite war in Schabmanierbehandelt, und zu den Halbtinten wendete er eine oder mehrere Holz-platten an. Als Helldunkel von mehreren Platten erscheint der heil.Hieronymus nach P. Farinati , die Ehebrecherin vor Christus nachG. Romano, die Verkündigung Maria nach M. Conca u. s. w. DerHolzschnitt ist bei Kirkall gewöhnlich untergeordnet, indem seineBlätter das Ansehen von imitirten Zeichnungen haben. Auf wenigenstehen die Initialen E ff.