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2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
612
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612 EI. Nr. 1622.

verschiedenen Arbeiten für Kirchen und Hauskapellen, gewöhnlich ingothischem Style. Entres pflegt seit Jahren die Holzsculptur mitVorliebe, und daher ist die Anzahl seiner Altäre und Altärchen,seiner Statuen der Madonna, des Erlösers, verschiedener Heiligen u. s. w.sehr gross. Darunter sind viele Bildwerke, welche mit den schönstenund seelenvollsten Erzeugnissen der älteren christlichen Kunst ver- -glichen werden können, sei es, dass sie in sinnig gewähltem Farben-schmucke, oder in natürlicher Farbe des Holzes erscheinen. Auf ver-schiedenen Werken dieses Künstlers aus Marmor, Metall und Holz istdas gegebene Monogramm in die Tiefe gravirt. Es kommt aber auchauf Zeichnungen vor, fast immer in gleicher Form. Wir entnahmendas Zeichen dem Blatte im Album des Königs Ludwig von Bayern,welches eine Scene aus dem Nibelungenlied vorstellt: Wie die chunigeslafen gierigen.

1622. John Evelyn Esq , Zeichner und Kadirer, geb. zu Wottonin Surrey den 31. Oktober 1620, gestorben den 27. Februar 1706.Einer der grössten Geister seiner Zeit, widmete er sich in seinenJugendjahren fast ausschliesslich den zeichnenden Künsten, undkam auf den zu diesem Zwecke unternommenen Reisen mit Künstlernverschiedener Länder in Berührung. Während eines längeren Aufent-haltes in Paris stach er unter Leitung Nanteuil's mehrere Blätter,welche jetzt zu den Seltenheiten gehören. In England kam er mitW. Hollar in Berührung, welcher mit J. Evelyn die Landschaft Surreydurchwanderte , und viele Prospekte zeichnete, um sie in Kupfer zustechen. Später schenkte ihm König Carl II. Aufmerksamkeit, und da-durch wurde er auch mit den angesehensten Personen des Hofes bekannt.Unter diesen ist Prinz Rupert von der Pfalz, welcher ihm das Geheim-niss der Schabkunst anvertraute. Evelyn spricht sich darüber in fol-gendem seltenen Werke aus: Sculplura or the hislory and art of chalco-

graphy, and engraving to copper; ------ to wich is annexed a new manncr

of engraving or Mezzotinto communicated by Ilis Highness I'rince Rupertetc. London 1662, 8. Evelyn zeichnete das Titelblatt, und A. Hertockshat es gestochen. Man liest aber darauf nur: J. E. inv. A. H. scu.Ausserdem ist p. 121 ein anderer unbedeutender Kupferstich beigefügt,und p. 144—145 folgt ein Original-Schabblatt des Prinzen Rupert, derKopf des Henkers aus dem Gemälde der Enthauptung des Johannesvon Spagnoletto. Dieses Blatt fehlt gewöhnlich, da es die Sammlerihren Mappen einverleibten. Wir haben auf dieses Werk im Künstler-Lexicon IV. S. 166 aufmerksam gemacht, irriger Weise aber 144 Kupfer-stiche angegeben. Die zweite Ausgabe hat den Titel: Sculptura; orthe Uistöry and Art of Chalcography etc. London M. V. CC. LXIX., 8.In diesem Buche ist das Blatt des Prinzen Rupert durch eine Copievon Houston ersetzt, und das Werthvollste ist daher nur die Biographiedes Künstlers. Merkwürdig sind auch die lange nach seinem Tode ge-druckten Tagebücher: Memoin of John Evelyn comprising hit diaryfrom 16M to 1705. London 1022, 4. ; 1(127, 8.

Hier handelt es sich zunächst um das von R. Nanteuil gestocheneBildniss des J. Evelyn. Er ist in Oval vorgestellt, und am Vorhangesteht: Meliora retinete. Dieses Blatt ist mit obigem Zeichen versehen.In dem Verzeichnisse der Blätter Nanteuil's von Florcnt le Comte istdieses Bildniss betitelt: Le petit milord anglais, oder Le portrail grec,was Evelyn in seinem Handexemplare ,,Impertinent mistake" nennt. Inder späteren Ausgabe der Sculptura ist eine radirte Copie. UnterJ- E. kommen wir auf diesen Meister zurück.