598 EFGW. Nr. 1581.
rechten Hand, und zugleich auch den Esel am Lcitseile. Zwischenihm und dem Eselskopfe ist die obige Bandrolle mit den BuchstabenEFGW. oder EFDW. II. 7 Z. 9 L. Br. 16 Z. 2 L.
Es fragt sich nun , ob der folgende Meister mit unserm KünstlerEine Person ist. Jedenfalls gehören beide der Elsassischen Schule an.Wir können nur einen Zeichner oder Formschneider annehmen, dadie Buchstaben weder auf Grüninger , noch auf Schott sich beziehen.Im folgenden Artikel werden wir auf Hans Wächtlin oder Vuechtlinkommen.
1581. Hans Wächtlin, auch Wächtle, Wechtlin, Wechtelin,Vuechtlin, Vuechtelin, und ein unbekannter Maleroder Formschneider der alten Elsassischen Schulesollen hier Ansprüche geltend machen, welcheihnen vielleicht theilweisc bestritten werden, wenngleich die individuelle Ueberzeugung eines Drittenfür sie spricht. Wir berufen uns zunächst aufeine schöne in Holz geschnittene Titelbordure mit Figuren und Blätter-werk, deren auch Brulliot II. No. 694 erwähnt. Oben sieht man eineEule neben Kindern , und unten in den Seitenleisten sitzt ein nacktesWeib, welches dem Kinde die Brust reicht. Die untere Querleiste zeigtlinks einen sitzenden Greis, und rechts einen stehenden Mann mit derKeule. Links nach dem Rande zu ist die Schriftrolle mit den Buch-staben B. F. G. W. , und rechts oben jene mit V. A. von einem in demLaubwerke angebrachten Genius gehalten. H. 6 Z. 10 L. Br. 6 Z.2 L. Diese Einfassung kommt in Druckwerken von Johann Schottund Johann Grüninger in Strassburg vor. Wir finden sie auf demersten Blatte der bei letzterem gedruckten Sermones proteslantissimiGetieft de Keyursberg, und dann als Titelzierde des Spiegel der Artzneydes gleichen vormals nie vö koine doctor in tulsrh ussgange etc. etc. gemachtvon Laurentio l'hryesen vö Colmar d' Fhilomusy vnd Arzney Doctor.Strassburg, J. Schott 1517, fol. Schott benutzte die anatomischen Ab-bildungen dieses Werkes auch zum Feldtbuch der wundartzney von Hansvon Gbrssdorff, genannt Schylhans. Strassburg 1517 , fol. Im Jahre1518 erschien der Spiegel der Artzney bei J. Grüninger daselbst, wiedermit Benutzung der vorhandenen Holzplatten. Die Zeichnungen der ana-tomischen Figuren sind ohne Zweifel grösstentheils von Hans Wächtlin,und sie dürften auch von ihm selbst geschnitten seyn. Die Präparatelieferte 1517 der Anatom Wendelin Hock, und zwar von einem injenem Jahre durch den Strang hingerichteten Verbrecher. Das Skelett,und die anatomische Abbildung eines Mannes wurden aber schon vor derErscheinung des Arzneybuches, oder wenigstens gleichzeitig als fliegendeBlätter bei J. Schott ausgegeben. Unten sind Verse in Typendruckbeigefügt, und in diesen ist Hans Wächtlin genannt:
Erlernest vor statt, art, natur
Eyn jeden glyds, als mein Figur(Mit Zeugnuss sag ich dir für wor)
hans wächtlin hat recht bey eim hörAbcontrafeyt kunstlich und wol
Den hyrnschedel man teylen sol u. s. w.
Diese beiden Holzschnitte, sowie ein Aderlassmann, welcher eben-falls einzeln circulirte, kommen mit manchen Verschiedenheiten imTypendruck des Textes auch in den Werken von Phryesen und Schyl-hans vor, und somit sind höchst wahrscheinlich auch die übrigen ana-