Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
573
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EB. Nr. 1508. 573

1508. Eduard Bendemann, Historienmaler und Direktor der k. Aka-demie in Düsseldorf, wurde den 3. Dccember1811 zu Berlin geboren. Der Sohn einesBanquier, folgte er der Kunst aus angebornerNeigung, und schon 1830 nahm er in Düssel-dorf unter Schadow's Schülern eine hervor-l-v ™ ragende Stelle ein. Von dieser Zeit an datiren

D ki gl gl a seine ausgezeichneten Werke, von welchen aberJb_-i,iii, gL/JS/JI der grösste Theil in Dresden entstand, woBcndcmann mehr als 20 Jahre als Professor der Malerei an derkonigl. Akademie der Künste wirkte. In Dresden sind auch seinevollendetsten Werke, die Malereien des Ball- und Thronsaales imk. Schlosse. Im Juni 1859 wurde der Künstler an Schadow's Stellezum Direktor der Akademie in Düsseldorf ernannt. In der LeipzigerIllustrirten Zeitung vom 1. Jänner 1855 ist Bendemann's Biographie,und dessen Bildniss in Holzschnitt.

Bendemann bediente sich zur Bezeichnung seiner Gemälde undZeichnungen nicht selten eines Monogramms. Das erste Zeichen ver-danken wir der gefälligen Mittheilung des Hrn. A. Apoll in Dresden,welchem es der Künstler selbst eingezeichnet hatte. Es kommt aufGemälden und Zeichnungen vor, doch auch kleiner und einfacher, un-gefähr wie das dritte Monogramm. Wir entnahmen dasselbe einemGemälde mit der Jahrzahl *«54, welches auf der deutschen allge-meinen Kunst - Ausstellung in München 1858 zu sehen war. DiesesBild stellt einen Mönch vor, welcher mit dem Kruge in der Hand zueinem von Gnomen und Faunen umgebenen Brunnen geht. Auf dieserAusstellung sah man auch das gepriesene Gemälde mit Jercmias aufden Trümmern von Jerusalem von 1834, seit Jahren Eigenthum desKönigs von Preussen. In demselben Besitze ist auch das Bild desOdysseus vor Nausikaa von 1858. Diese beiden Gemälde sind ohneZeichen.

Das erste Monogramm der zweiten Reihe , zwischen der Jahrzahlifl.32, gibt Brulliot App. I. No. 119 mit der Bemerkung, dass man esnach der ihm gewordenen Mittheilung auf Gemälden und Lithographienfinde. Brulliot hebt besonders das berühmte Gemälde der gefangenenJuden in Babylon hervor, welches 1832 auf der Berliner Kunst-Ausstellung zu sehen war, und dann in der Kirche der hl. Jungfrauim Oapitol zu Cöln aufgestellt wurde. Wir können aber nicht mitBestimmtheit sagen , ob sich das erwähnte Zeichen auf diesem Bildefinde. Ein ähnliches Zeichen in kleinerer Form, dann auch das zweiteder ersten Reihe, sowie die beiden letzten Monogramme der zweitenReihe, findet man auf schönen Holzschnitten der Prachtausgabe desNibelunge Liedes nach der Handschrift des Freiherrn J. von Lassberg.Leipfclg bei Wigand 1840, gr. 4. Die Zeichnungen lieferten E. Bende-mann und J. Hübner. Auch die Uebersetzung des Nibelungenliedesvon G. 0. Marbach, Leipzig 1840, 4., ist nach Zeichnungen von Bende-mann und Hühner illustrirt.

Das dritte Zeichen der zweiten Reihe entnahmen wir einem sehrschönen Holzschnitte der Cotta'schen Prachtbibel nach Dr. M. Luther'sUebersetzung. Stuttgart 1850, gr. 4. Dieses Blatt stellt die Begräbnissdes Täufers Johannes vor. Bendemann scheint für diese Bibel nurwWHge Zeichnungen geliefert zu haben. Schliesslich bemerken wirnoch, dass durch die oben gegebenen Facsimiles die Form der Mono-gramme nicht erschöpft ist. Es kommen auch Zeichen vor, welche inetwas abweichen , immerhin aber können sie beim Vergleiche leichterkannt werden.