546 DVH. Nr. 1437.
1) Die Anbetung der Hirten. Maria, in halber Figur, befindet sichrechts bei der Krippe , in welcher das Kind schläft. Die Mutter hatdie rechte Hand als Stütze unter dessen Kopf gelegt, und einen Theildes Gewandes über den Ncugebornen geworfen. Zu Häupten kniet einHirt, und ein anderer mit dem Stabe tritt zur Krippe heran. HinterMaria sieht man Joseph, und in dessen Nähe wird ein Theil desOchsenkopfes sichtbar. Unten an der Krippe ist das erste Zeichen.Rund, Durchmesser 3 Z. 10 L.
2) Der leidende Heiland von Soldaten umgeben, in halben Figuren.Unten steht: Idjuro von (Mac Jerusalem ete. Mit dem zweiten Zeichen,qu. 8. Dieses Blatt erwähnt Brulliot 1. No. 1597 als Holzschnitt einesitalienischen Meisters gegen Ende des 16. Jahrhunderts. Es handeltsich aber um eine Radirung, welche wohl von derselben Hand herrührt,welche die Anbetung der Hirten gestochen hat. Im Catalog BlücherIII. No. 1513 wird ebenfalls ein Blatt mit dem leidenden Heilande(Ecc.e homo) genannt, hinter welchem ein Jude mit einer spitzigenHaube steht. Die Figuren sind nur im halben Leibe gegeben, undoben rechts sollen die Buchstaben D. v. II. stehen, qu. 8. Diess istwahrscheinlich das oben erwähnte radirte Blatt. Der Verfasser desBlücher'schen Cataloges schreibt es dem Lukas Dameetz zu, demSohne der Tochter des Lukas van Leyden. C. van Mander nennt ihnLukas Damissen oder Damtnasz, den Bruder des Malers Jan van Hoeyoder Hooy, und somit könnte man aus dem Monogramme Dammaszvan Hoey herauslesen. Wir bemerken indessen nur, dass dieserKünstler 1604 im 71. Jahre gestorben ist.
3) Loth mit seinen Töchtern in einer Höhle. Mit dem zwei-ten Zeichen, und in der Manier des obigen Blattes mit demEcce homo , 4.
1437. Dirk van Hoogstraaten, oder ein unbekannter Kupfer-T) V H Stecher, welcher um 1613 in Holland thätig war, und
* durch Copien nach Blättern jenes Meisters bekannt ist,H V d M welcher COR. MET. zeichnete. Man identificirt jetztdiesen Künstler mit Cornelis Matsys, was wir unter der AbbreviaturCor. Met. No. 498 in Zweifel gezogen haben. Der Copist DVH. istwahrscheinlich Eine Person mit Dirk van Hoogstraaten, welcher gegen1594 in Dortrecht geboren wurde. Dieser Künstler war Maler undGoldschmied, und befasste sich als solcher schon früh mit der Gravir-kunst. Seine in Kupfer gestochenen Blätter gehören zu den Selten-heiten. Wir kennen das Bildniss des Predigers J. Pecius vonDortrecht, fol.
Die Blätter des Meisters COR. MET. beschreibt Bartsch IX.p. 90 ff. Unter diesen ist eine Folge von 12 Blättern , welche hin-kende und verkrüppelte Tänzer als Bettler vorstellen, je zwei aufeinem Blatte, Mann und Weib. Bartsch beschreibt die Öriginalstichevon No. 3— 14. Die mit DVH. bezeichneten Copien sind von derGegenseite, und es kommen zwei Vorstellungen auf einem Blatte vor,so dass die tanzenden Bettler in den Copien eine Folge von sechsnummerirten Blättern bilden. Es wurde ein Titel dazu gegeben mitder Schrift in einem von mehreren Bettlern umgebenen Cartouche:
Anno 1613, — Den liedel Hac ------- Bedelaers vlage. Höhe 2 Z. 3 L.
Breite 3 Z. 4 L. Die übrigen Vorstellungen sind in der Grösse derOriginale. H. 1 Z. 7 L. Br. 2 Z. 1 - 2 L.
An diese Folge reihen sich drei andere Copien nach Cor. Met.,welche ebenfalls Bettler vorstellen, und mit DVH. bezeichnet sind.