504 DP. Nr. 1304— 1306.
des Familiennamens durch P. Der Künstler nennt sich auf seinenanerkannten Blättern immer Dom. Tibaldi, nicht Pellegrini. Im Ver-zeichnisse seiner Blätter bei Bartsch XVIII. p. 10 ff. ist der fraglicheKupferstich nicht aufgezählt.
1304. Unbekannter Maler, welcher in Deutschland gelebt zu habenscheint. Man findet historische Bilder mit diesem Zeichen,welche sich aber weder in der Zeichnung, noch in derFärbung empfehlen. Sie sind trocken behandelt, undentbehren somit des warmen Gefühls , welches oft beigeringen Gaben doch nicht ohne Interesse lässt Man
wollte an Peter Pourbus denken , für diesen ist aber die Zeichnungzu mangelhaft. Auch scheint das Monogramm nicht aus P.P.. sondernaus D. P. zu bestehen. P. Pourbus zeichnete P. P. Auch für Dome-nico Pozzo , welcher von 1565 an für Kaiser Maximilian II. arbeitete,können wir nicht stimmen. Die Malereien dieses Meisters verratheneinen glücklichen Farbensinn, und sind auch in der Zeichnung tadellos.
1305. Johann David Passavant, Direktor des StädePschen Kunst-Instituts zu Frankfurt a. M., und Historienmaler, be-hauptet im Künstler-Lexicon X. S. 563 bereits eine her-vorragende Stelle, und ist als Kunstkenner und Schrift-steller in so weitem Kreise bekannt, dass wir uns hier
kurz fassen müssen. Passavant ist eine Autorität auf unserm Gebiete.Sein Leben des grossen Rafael von Urbino, Leipzig 1839, gehört zuden klassischen Werken der Kunstliteratur. Zahlreich, und vongrösster Wichtigkeit sind die Notizen über Kunst und Künstler indessen Kunstreise durch England und Belgien, Frankfurt a. M. 1833,im Stuttgarter Kunstblatt von Dr. Schorn, im deutschen Kunstblatt vonDr. Eggers, im Archiv für Frankfurt's Geschichte und Kunst, Frank-furt 1850 ff., im Archiv für die zeichnenden Künste von Dr. Naumannund R. Weigel u. s. w. Auch wir verdanken diesem edlen Manneeine bedeutende Anzahl von Beitrügen, wofür wir ihm in der Ein-leitung zum ersten Bande bereits unsern wärmsten Dank ausgesprochenhaben. Unter der Presse ist ein neues Werk dieses Schriftstellers:Le Peintre-graveur par J. D. Patsavant, contenant Vllisloire de la Gravüresur Bois, sur Melal et au Purin jusque vers la (in du 16 Siede. — —Der Verleger, Rudolph Weigel in Leipzig, machte neuerlich auf dasbaldige Erscheinen dieses Peintre-graveur aufmerksam.
Das erste der gegebenen Monogramme findet man auf historischenBildern und Landschaften, welche aus der früheren Zeit des Künstlersstammen. Das andere Zeichen kommt auf Blättern folgenden Werkesvor: Entwürfe z« Grabdenkmalen von J. 1). Passavant , Historienmaler.Zu finden beim Verfasser in Frankfurt a. M. 1(12(1. Dieses schöneWerk enthält 30 Entwürfe zu Denkmalen älteren Styls.
1306. Peter Dell, Bildhauer in Würzburg, erscheint daselbstim Zunftregister unter dem Jahre 1534 als Domstifts-Werk-meister, und 1551 wurde sein gleichnamiger Sohn freier
-— -■*■ m Meister. Dem einen, oder dem anderen dieser Künstler,wahrscheinlich dem jüngeren, gehört das gegebene Zeichen an. Esbefindet ^ich an dem Grabsteine des Ritters von Schrimpf in derMarienkapclle zu Würzburg, mit dessen fast lebensgrossen Figur.Dieser Denkstein wurde 1556 gesetzt, und wir dürften daher denjüngeren Peter Dell als Verfertiger annehmen.