474 DLM. Nr. 1214.
D. Lindmcicr zu verstehen ist. Sein Name ist urkundlich , und auchvon J. C. Füssly in seiner Geschichte der bessten Maler in der SchweizI. S. 45 bestätigt. Lindmeier war Schüler des Tobias Stimmer, undkommt diesem Meister an Fertigkeit vollkommen gleich , wenn auchin der Behandlung ein Unterschied stattfindet. Gemälde kennen wirnicht, es sind aber noch viele Zeichnungen vorhanden , auf welchendie Monogramme der zweiten und dritten Reihe vorkommen. Siestellen Wappen mit Figuren, Wappcnhalter, historische Scenen, theilsin reicher Composition , allegorische Bilder mit und ohne architekto-nische Einfassung , Jagden , ländliche Beschäftigungen u. s. w. vor.Diese Zeichnungen sind theils mit der Feder, in Rothstein und inTusch ausgeführt, theils auch farbig gehalten. Ein Theil seiner Zeich-nungen wurde von Glasmalern benutzt, besonders von Hans Jörg"Wannenwetsch, dessen aus H1W bestehendes Monogramm auf etlichenZeichnungen beigefügt ist. Dann lieferte Lindmeicr auch Zeichnungenzum Holzschnitte, und es ist wohl möglich, dass er selbst das Schneid-messer geführt hat. Blätter von ihm oder nach seinen ZeichnungenBind in Dochberg's Georgica curiosa , oder vom adeligen Landleben etc.Für dieses Werk arbeiteten auch Tobias Stimmer und Christoph Maurer.Diese Meister illustrirtcn mit Lindmeier auch folgendes Werk: NewJägerbuch: Jacoben von Fouilloux elc. Sirassburg, B. Jobin 1690, undin neuerer Ausgabe: Künstliche, wohlgerissene Figuren und Abbildungenetlicher jagdbaren Thiere elc. Strassburg 1605 , und im späten Drucke :Dessau 1727, fol. Auch in dem Buche: New Feldt vnd Ackerbaw —.Erstlich durch I'etrum de Crcscentiis beschrieben etc. Strassburg bei Laz.Zetzner 1098, fol., sind Holzschnitte nach seinen Zeichnungen. Lind-meier zeichnete mit der Feder in einer für den Holzschnitt geeignetenWeise mit ausserordentlicher Fertigkeit, indem er aber gleich anderenKunstgenossen die Schraffirungen nur selten, und auch dann nur sehrwenig in gebogenen Linien, meist gerade führte , erscheinen mancheFormen scharfkantig und hart. Auch seine Holzschnitte unterscheidensich von jenen des T. Stimmer durch die meist perpendikulär undhorizontal mit den Einfassungslinicn laufenden Schraffirungen. Letztererliebte schieflaufende und feinere Linien, gegen welche jene des D. Lind-ineier zu kräftig erscheinen. Auf Stimmer's Blättern kommen rauten-förmige Lagen vor, derartige Krouzschraffirungen vermied aber unserMeister.
D. Lindmeier wechselte mit der Signatur seiner Zeichnungen,weniger auf den Holzschnitten und Radirungcn, deren mit den Mono-grammen der ersten Reihe versehen sind. Auf ihn bezieht sich auchdas oben gegebene und aus D L bestehende Monogramm No. 1192.Auch die Initialen DL in Antiqua und in Cursiven No. 1197 u. 1207deuten seinen Namen an. Auf anderen Zeichnungen ist das Monogrammso gebildet, dass vir D M L lesen müssen. Eine dritte Classc berechtigtmehr zu der Lesart LDH, als diess mit. den obigen Zeichen derFall ist. Zum Rückweis wird aber der anbei benutzte Stock wieder-holt. Unten No. 1219 folgt ein aus den grossen Cursiven D LVS be-stehendes Monogramm , welches sich , wie die anderen Chiffern , aufZeichnungen findet.
Geätzte Blätter.
1) Henricus Julius I). 0. postulatus Episcopus Ualberstadensis DuxBrunsviccnsis et l.uneburgensis. In Oval nach rechts gewendet, legt erdie Hand auf den Kopf eines Hundes. Oben ist das bischöflicheWappen, und in den vier Ecken der Einfassung stellen Kinder die vierElemente vor. Unten steht: Daniel Lindemcir sculp. et, exeud., fol.