436 DH. Nr. 1132.
4) Die Hälfte eines? Ornaments, rechts mit einem sitzenden Greis.Von Bartsch nicht erwähnt; im späteren Drucke mit No. 139.
5) [B. No. 87] Conrad von der Hose, Hofnarr des Kaisers Maxi-milian I., als deutscher Lanzknecht, sitzend mit der rechten Hand ander Hüfte. Halbe Figur, links unten ü. H. Höhe 10 Z. 10 L.Br. 7 Z. 11 L.
I. Vor der Luft und vor dem Gewölke. Höchst selten, Bartschunbekannt.
II. Mit Luft und Gewölke, aber vor der Schrift.
III. Mit der Schrift oben: Claus Stürtz den Becher , und unten imRande: Ich slürtz den Becher und die Handel etc. — Diese In-schrift ist nicht gleichzeitig, doch scheint sie nicht von Funkherzurühren, welcher die Platte mit No. IM bezeichnete.In der gegenseitigen Copie stehen die Buchstaben ü. H. rechts inhalber Höhe der Platte. II. 7 Z. 9 L. Br. 6 Z. 5 L. C. F. Flögelliess das Bildniss des Cuntz von der Rose für seine Geschichte derHofnarren ebenfalls copiren.
6) [B. No. 86] Dr. Martin Luther, halbe Figur in Profil nachrechts. Unten rechts D. H. H. 8 Z. 5 L. Br. 5 Z. 9 L.
Dieses Bildniss ist nach einem Gemälde des Lukas Cranach ge-stochen, und eines der schönsten des Meisters. Es gibt Abdrücke mitder Jahrzahl 1523, wovon Bartsch nichts bemerkt.
IJeber die Holzschnitte, welche diesem Meister mit vollem Rechtezugeschrieben werden können, s. den folgenden Artikel.
1132. Daniel Hopfer ist im vorhergehenden Artikel als Malerund Kupferstecher eingeführt, hier kommenwir aber auf Holzschnitte mit den Initialen ü H,welche um 1515—1525 in Augsburg ausgeführtwurden, und höchst wahrscheinlich der Zeich-nung und dem Schnitte nach diesem Künstlerangehören. Kenner, wie R. Weigcl, J. A. Bör-ner u. A., nehmen auch keinen Anstand, sie ihm zuzuschreiben, daausser Hans Burgkmair und Jobst Denocker damals kein andererKünstler in Augsburg lebte, dem sie beigelegt werden könnten. VonBurgkmair rührt aber die Zeichnung nicht her, und somit glaubenwir ebenfalls, dass D. Hopfer der Urheber sei. Seine Kupferstichedeuten zwar auf die Zeit um 1527, dieses hindert aber nicht, dieThätigkeit des Künstlers schon vor 1515 beginnen zu lassen. DerVergleich der vielen radirten und gestochenen Blätter ornamentalenInhalts mit den Holzschnitten lässt kaum einen Zweifel übrig, dassdie Titeleinfassungen von demselben Künstler herrühren. Er ist indiesen zu bewundern, da ausser A. Dürer kein anderer Meister da-maliger Zeit hierin Besseres geleistet hat. Die Ornamente und Figurentreten öfter plastisch aus dem schwarzen Grunde hervor. Hopferschnitt aber nicht allein mit Vorliebe in die Tiefe, er leistete auch imHochschnitte so Vorzügliches, als Burgkmair. Die Blätter mit derVerkündigung Maria und dem hl. Rochus liefern neben anderen denBeweis. Die folgenden Blätter sind Bartsch u. A. unbekannt geblieben.Brulliot II. No. 596 spricht nur summarisch von S. Otmar'schcn Titel-borduren mit D II.
1) Die Verkündigung des Engels an Maria. Sie sitzt rechts imZimmer in einer von Candelabem gezierten Nische. Unten auf denbeiden Sockeln ü II. Die Vorstellung umgibt eine Bordüre von Ara-besken im Geschmacke des D. Hopfer, das Bild aber ist nach M. Schöncopirt, fol.