434 DH Nr. 1131.
die annemen ge.lrewen und willigen Dienst so er uns und dem Reich ge-tlmn hat und fürohin wol thon mag und solle etc. Hiernach handelt essich um kein Kunstverdienst, sondern um Dienstleistungen für Kaiserund Reich, und man möchte daher wohl fragen, oh unserm Maler undKupferstecher der Wappenbrief crtheilt worden sei. Wir müssen aberfür den Künstler Parthci nehmen, der als solcher Bürger in Augsburgwar, und selbst dem Kaiser Dienste geleistet haben kann. Auf demHelme und im Schilde des Wappens steht ein Mann mit dem Hopfen-sträusschen auf einem Fusse in der Stellung des Hüpfens , indem erden anderen Fuss mit der Hand über dem Knöchel erfasst. Mitgliedereiner Familie der Hopfer kennt auch v. Stctten in seiner Geschichtevon Augsburg, nur keinen Daniel Hopfer. Ein Georg Hopfer wurde1547 von Seite der Gemeinde zu einer Sendung an den Kaiser gewählt,und auch im 17. Jahrhunderte kommen Ilopfer vor, welche aber nachv. Stctten aus einem schwedischen Gcschlechte stammen. Die Namen derMaler und Kupferstecher Daniel, Hieronyinus und Lambert Hopferkommen aber nicht vor, und die beiden letzteren haben vielleichtgar nie in Augsburg gelebt, wenigstens sind sie dem erwähnten Hand-worksbuche fremd. Es bestand aber in Augsburg eine HopferischeKunstkammer, welche 1635 der schwedische General Hörn besuchte.Ob diese Sammlung von Daniel Hopfer, oder einem anderen Meisterdieser Künstlerfamilic angelegt wurde, konnten wir nicht ermitteln.Sie könnte auch von einem Ilopfer der schwedischen Familie zusammen-gebracht worden seyn. Zu P. v. Stctten's Zeit (1743) war keine Spurmehr davon vorhandan. Daniel's Kupfcrplatten scheinen überhauptnicht in Augsburg verblieben zu seyn, und dass Ilicronymus undLambert Ilopfer daselbst gearbeitet haben, lässt sich nur vermuthen,da neben den Initialen ihres Namens auch das Zeichen des Augs-burger Stadtwappens, der sogenannte Pyr, vorkommt. Die sämmtlichenPlatten dieser drei Künstler , und dann die eines C. ß., welcher ohnehinreichenden Grund auch Ilopfer genannt wird, kamen in Nürnbergzum Vorschein.
Als das Todesjahr des Daniel Ilopfer haben wir oben nach demvon Thomas Burgkmair angelegten, und bis 1548 fortgesetzten Augs-burger Zunftbuche, 153G genannt, und es wird dagegen nichts einzu-wenden seyn, da es sich nur um ein Register von abgestorbenonKünstlern handelt. Heller (Neue Ausgabe des Handbuches für Kupfer-stichsammlcr S. 327) sagt jedoch, dass Daniel Ilopfer noch 1549 gelebthabe. Er schloss dieses aus der in seinen Zusätzen zum Peintre-graveur S. 65 erwähnten Beischrift der 1530 gedruckten Augsbnrger-Confession auf der Bibliothek in Bamberg. Dieses Exemplar ist mitRandzeichnuugen verschen , und auf der inneren Seite des vorderenDeckels steht mit Bleistift geschrieben : Daniel lloppfcr von Augsburgmaier ist das Buch, vnd sein Trost, darin das ewig Leben zu finden ist.1549. Wenn die Randzeichnungcn von D. Ilopfer herrühren, so wirder sie bald nach 1530 gefertiget haben. Die Jahrzahl i.34.9 ist jeden-falls späterer Zusatz, wenn nur ein einziger Künstler dieses Namensgelebt hat. Es wäre aber wohl möglich, dass zwei Meister NamensDaniel Hopfer gelebt haben. Die Blätter sind nämlich in Zeichnungund Auffassung ungleich. Mehrere haben ein sehr alterthümlichesAnsehen, andere erinnern in der Bestimmtheit und Schönheit derZeichnung an die Produkte der italienischen Renaissancczeit. DassHopfer ältere, allenfalls in Augsburg vorhandene Vorbilder zum Stichegewühlt habe, möge man wohl glauben, allein der Künstler lebte ineiner Zeit, deren veränderte Geschmacksrichtung mit der alterthüm-lichcn Kunst bereits entschieden gebrochen hatte.