422 DF. Nr. 1089- 1091.
vorgeätzt, als die anderen Blätter dieses Meisters. Mit D. F. be-zeichnet, B. No. 9. H. 6 Z. 4 L. Br. 6 Z. 10 L.
6) Die Wirkung des Zornes. Composition von 10 nackten Figuren,in vollkommener anatomischer Richtigkeit mit meisterhafter Andeutungder Muskeln und Sehnen. Gegen links sitzt ein junger Mann mit demDolche in der Hand, und wird von zwei andern Männern zurück-gehalten. In der Mitte des Blattes liegt ein Todtcr auf dem Bodenausgestreckt, und ein anderer Mann kommt einem Verwundeten zuHülfe. Rechts sind vier Figuren in heftiger Bewegung, und mit demAusdrucke des Abscheues. Im Grunde bemerkt man einen Felsen.Ohne Namen und Zeichen. H. 11 Z. Br. 16 Z. 5 L.
Dieses Blatt gehört zu den Meisterwerken der italienischen Chalco-graphie. Im Catalog Malaspina II. p. 135 wird es als akademischesStudium von 10 nackten Männern bezeichnet, und es ist auch alssolches zu nehmen. Zanetti, Cahinet Cicognara No. 1483, erkenntdarin eine Darstellung der Wirkung des Zornes. Dieser Titel istauch im Ontaloge der Sammlung des Dr. Petzold VII. No. 62 bei-behalten, wir möchten aber eher dem Marcheso Malaspina beistimmen.Domenico Fiorentino Hess sich das Studium der menschlichen Figurangelegen seyn, und Blätter dieser Art können nur als Vorlagen fürjunge Zeichner angesehen werden , woraus sich die grosse Seltenheitdieses akademischen Studiums erklärt. Er stach auch anatomischeFiguren nach Rosso Bossi in Kupfer, so dass also letzterer, oderDom. Fiorentino die Herausgabe eines Zeichenbuches beabsichtigt hatte.Bartsch beschreibt unter No. 8 ein Blatt mit zwei anatomischen Figuren,und auf ein diesem Schriftsteller unbekanntes Blatt mit vier solchenFiguren macht R. Weigel im Kunstkatalog No. 20,308 aufmerksam,qu. fol. Eine verkleinerte Copie in Holzschnitt befindet sich in Dr.Choulant's Geschichte und Bibliographie der anatomischen Abbildungen,Leipzig 1852, 4.
1089. Unbekannter Goldschmied, welcher um 1650 in Deutsch-land thätig war. Herr Harzen kennt ein punktirtes undgestochenes Blatt, welches die halbe Figur eines Cavaliersmit einem Hunde vorstellt. Auf dem Halsbando des letzte-ren stehen die gegebenen Buchstaben , welche vom gehäm-merten Grunde weiss abstechen, und wahrscheinlich den Verfertigerdes Blattes andeuten. Dieses Blatt gehört zu den Seltenheiten, fol.
1090. Daniel FrÖSChel, Zeichner und Miniaturmaler, stand umn t7 irnn *"'"* '" Diensten des Grossherzogs von Toskana, undJJ. f. MjUJ. kam gegen 1605 nach l'rag, wo ihn der KaiserRudolph II. zu seinem Miniaturmaler und Antiquar ernannte. Aufseinen Malereien in Wasserfarben steht der Name, und auch die Ini-tialen desselben kommen vor. Ein Pergamentblatt von 1609 , welchesauch Brulliot II. No. 586 gesehen zu haben scheint, enthält die sym-bolische Darstellung der christlichen Religion. Man findet auch Zeich-nungen in Rothstein und schwarzer Kreide von ihm.
1091. Unbekannter Landschaftsmaler, welcher im 17. JahrhundertP in Holland lebte. Brulliot II. No. 586 spricht von einer
Landschaft mit Kühen und Schafen, auf welcher die InitialenD. F. vorkommen. Das Gegenstück hat die Bezeichnung: F: E: DANoder DAV. Die beiden letzten Buchstaben sind nämlich verbunden,so dass DAN und DAV gelesen werden kann. Brulliot meint, dassdadurch Heinrich Dankerts seinen Namen angedeutet haben könnte,und er liest: Fece Enrico Dankerts. Dankerts hielt sich allerdingseinige Zeit in Italien auf, und er konnte wohl auf solche Weise signirt
D. F.