412 DE. Nr. 1053.
Diese Gemälde zeugen von dem ernstesten Streben, und athmen innigeFrömmigkeit. Sein tiefes deutsches Gcmüth erkaltete aber auch inItalien nicht, wo der Künstler längere Zeit verweilte, und nach römi-schen Studien mehrere Gemälde ausführte , welche hei allen früherenVorzügen nur eine höhere Reife beurkunden. Seine Staffeleibildergingen in verschiedenen Besitz über, und wer ihn als Frescomalerbewundern will, besuche die von dem Grafen von Fürstenbcrg-Stamm-heiin erbaute St. Apollinariskircbe bei Remagen. R. Wiegmann gibtim deutschen Kunstblatt 1850 No. 43 eine Beschreibung derselben.Im Jahre 1851 , damals zum Professor an der k. Akademie ernannt,ging er in Düsseldorf an die Vorarbeiten zu den Fresken in der Ca-pelle von Burg Stolzenfels , welche ihn in den Sommermonaten derfolgenden Jiihre beschäftigten, und zu den eminentesten Leistungender deutseben Kunst gehören. Andere Hauptwerke des Künstlerszählen wir unten nach den Abbildungen auf, da dioss im Künstlcr-Lexicon nicht geschehen konnte.
Professor Deger soll sich selten eines Monogramms bedient haben,nur ausnahmsweise auf kleinen Bildern, Skizzen und Zeichnungen.Die Anzahl der kleinen Audachtsbilder, der Votivtafcln , der Ilaus-altärchen u. s. w. ist ziemlich gross. Ausser den Cartons zu Gemäl-den sind von Deger wenig ausgeführte Zeichnungen vorhanden, dieals für sich bestehend bei vielen andern Künstlern sich finden , undtheils in den Handel kommen. Die vielen Entwürfe und Studien, diein flüchtigen oder wilden Kohlen-, Feder- oder Pinselstrichcn zumeistnur dem Eingeweihten verständlich sind , bei Deger aber einen Aus-druck der Schönheit und des Lehens erhalten, wie er selten vorkommt,nberlässt er nur ausnahmsweise fremden Händen. Das erste Zeichenfindet man auf einer schön radirten Randverzierung in Robert Reinick'sLiedern eines Malers mit Randzeichnungen seiner Freunde. Düssel-dorf 1838, gr. 4. Deger illustrirte das „Sonntags frühe" betitelte Ge-dicht. Das zweite Monogramm soll auf kleinen Bildern und Skizzenvorkommen, wir müssen es aber unter ED einreihen.
Folgende Blätter sind nach Gemälden oder Cartons ausgeführt:
Die Verkündigung Maria. Gestochen von A. G. Glaser für denrheinisch-westphälischen Kunstverein 1844, gr. fol.
Die Madonna mit dem Jesuskinde. Nach dem Frescobilde in derKirche des hl. Apollinaris zu Remagen gest. von J. Keller, fol.
Die Madonna als Himmelskönigin mit dem Kinde. Unten: Kommttu mir alle, die ihr mühselii/ und beladen scyd, ich will euch erquicken.Nach dem Carton von C. Müller gestochen, 8.
Maria mit dem Kinde an der Hand in einer Landschaft gehend.Nach dem Gemälde bei Professor Hühner in Dresden gestochen vonC. Müller, fol.
Die hl. Jungfrau in Verehrung des Kindes. Gest. von J. Casparfür den rheinisch-westphälischen Kunstverein 1838/39, gr. fol.
Die Madonna als Himmelskönigin mit dem Kinde. In Stahl gest.von J. Keller für denselben Kunstverein 1840/41, roy. fol.
Regina Coeli. Gest. von Franz Keller, kl. fol.
La Reine des Cieux. Lithogr. von L. Noel, gr. fol.
Die Madonna mit dem eingewickelten Kinde. Gest. von Jansenfür den Düsseldorfer Verein zur Verbreitung religiöser Bilder, gr. 8.
Die Mutter der schönen Liebe. Gestochen von F. Ludy für denDüsseldorfer Verein zur Verbreitung religiöser Bilder, gr. 8.
Maria mit dem Jesuskinde. Gestochen von A. Rohrdorf für den-selben Verein.