Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
353
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D. Nr. 908 — 910. 353

ihm mir durch zwei radirte Landschaften mit Vieh bekannt. Wirhalten ihn für Eine Person mit dem Perspektivmaler Desiderio, welcherzur Zeit des berüchtigten Cav. Bclisario Corcnzio in Neapel lebte.Letzterer soll auch Dcsiderio's Landschaften mit kleinen und geist-reichen Figuren staffirt haben. In Neapel nannte man diesen KünstlerMonsieur Desiderio, und wir glauben, dass es sich hier um ihn handle.Man kennt von Francesco Desiderio da Pistoja eine Folge vonacht radirten und geätzten Landschaften mit Hirten und Hirtinnen beider Heerde , qu. 8. Diese Blätter sind theils mit dem Namen, theilsmit der Abbreviatur: Fran. Desid. l'ist. fecit , bezeichnet. Im CatalogSternberg I. No. 47(i5 sind 18 Holzschnitte mit schönen Landschafton,theils mit Figuren der heiligen Geschichte, angegeben, qu. 12. DieseBlättchen sind dem Oamillo Rinuccini dedicirt, und mit dem Mono-gramme versehen. Letzteres haben wir nach dem Facsimile in demerwähnten Cataloge copirt, da es uns ausserdem nicht vorkam.

908. Pierre Duflos, Zeichner und Kupferstecher, ist nach Brulliot ILqc „ No. 556 und 589 durch diese Buchstaben als Theilhaber anJj. f. der Illustration folgenden Werkes bezeichnet: Antiqua numU-

<7S\C mala maximi moduli aurea, argentea, aerca ex Museo Alexandri■f *?' S.H.E. Card. Albani in vaticanam bibliothecam a demente XII.Pont. Opt. Max. translala et a Hudolphino Venuto corlonensi notis ü-lustraia. 2 Voll. fol. In diesem Werke sind kleine Vignetten mit rö-mischen Ansichten eingedruckt, welche theils mit Ü. f. und D F. be-zeichnet sind. Nach Brulliot lebte P. Dutios um 1760 in Rom, für dasgenannte Werk arbeiteten aber Stephan della Bella, Israel Silvestreund Gaetano Piccini, und somit fällt seine Thätigkeit um 1660. DieserDuflos wurde mit einem gleichnamigcnKupferstechcrverwechse.lt, dessenWerke um 1760—1790 entstanden sind. Gandellini schreibt einemF. Duflos 20 grosse Initialen des Alphabet's zu, und im CabinetPaignon-Dijonval werden 12 kleine Ansichten von Rom erwähnt, letzteremit Dedication an den Herzog von Saint Aignan. Auch auf solchenBlättern könnte der Buchstabe ü. stehen.

909. Fingirtes Zeichen , welches man auf einem radirten Blattee"X X iffa ^ cr Weise des Salvator Rosa findet. Dieses Blatt

,/Jj • 'OJf stellt eine felsige Landschaft mit einem betenden Ein-siedler vor. Letzterer sitzt bei einem grossen, an den Todtenschädclgelehnten Buche. II. 6 Z. 9 L. Br. 5 Z. 1'/« L. Man könnte denBuchstaben ü. auf Dietrich beziehen, allein der landschaftliche Theilist von Ferdinand Koboll, und die Figur des Einsiedlers von Parizeauradirt, wie auch Brulliot II. No. 590 nach einer Mittheilung des HerrnBörner benachrichtet. Dictriey hat wohl keinen Theil an der Zeichnung,da Stephan von Stengel im Catalogue raisonnr, des estampes de F. KobellNo. 02 sagt, die Bezeichnung Vf. weise diese Nachahmung Dietrich-ischer, in der Weise des S. Rosa gefertigter Radirungen den Imposluresinnocentes (unschuldiger Betrug) zu.

910. Unbekannter Maler, welcher im 18. Jahrhunderte in Deutsch-em 1? land gelebt hat. Die gegebenen Buchstaben ü f. findet man

f] T auf einem radirten Blatte mit dem Kopfe eines bärtigen<*S // Mannes, vielleicht jenem des hl. Franziskus, 8. Wir wagenes nicht, zu entscheiden, ob der Buchstabe D auf C. W. E. Dietrichsich beziehen soll, um allenfalls diesem Meister nachzuahmen. VonBartolomäus Weiss rührt das Blatt nicht her. Dieser Meister zeichneteebenfalls einige Blätter mit D f., um sie dem Dietrich unterzuschieben.

Monogrammisten Bd. II. 23