340 D. Nr. 877]- 878.
vonshire. Executed by Richard Earlom etc. 3 Vols with 300 Plates andthe l'ortraits of C. Lorrain, Rieh. Earlom and J. Roydell. London.J. Boydell, Hurst etc. (1777). Zweite Auflage 1819 , fol. Ueber dieGemälde - Gallerie des Herzogs handelt Passavant in seinem Werkeüber Kunst und Künstler in England.
877. Domenico Campagnola soll nach einer handschriftlichen
T\ Bemerkung bei Brulliot II. No. 550 einen grossen Holzschnittmit dem Buchstabon D. bezeichnet haben. Dieses Blatt stelltdrei Kinder neben einem Piedestale vor, das eine sitzend, wie es nachdem an dem Knochen nagenden Hunde blickt. Brulliot sah nie einExemplar dieses Holzschnittes , und wir sind in derselben Lage. Nureine Landschaft mit vier nackten Kindern und einem Hunde findenwir beschrieben. II. 11 Z. 3 L. Br. 15 Z. 2 L. Dieses Blatt sollaber ohne Zeichen seyn, und daher ist es von der obigen Vorstellungverschieden. Es finden sich indessen mehrere Holzschnitte mit demNamen Campagnola's, welche von 1517—1518 datiren , und somit indie Blüthozeit des Künstlers fallen. Einige gab der Kunsthändlerund Drucker Vieceri in Venedig heraus. Er zeichnete auf diesenBlättern II Vieceri, worunter einige Chalcologen Vecelli , d. h. TizianVecelli, verstehen wollten, so dass man die Zeichnung diesem Meisterzuschrieb. Compagnola folgte aber mehr der Richtung des GiovanniBellini, und hat nach Tizian weder in Kupfer gestochen , noch inHolz geschnitten. Vieceri Hess um 1550 alte Platten mit dem NamenCampagnola's wieder abdrucken, oder schnitt vielleicht selbst denNamen desselben ein. Der Formsclineider der Tizian'schen Schule istDomenico dalle Greche, welcher von Heinecke, Malp6 u. A. mitDom. Campagnola verwechselt wurde. Eine Landschaft mit St. Hiero-nymus, welcher rechts nach zwei wilden Thieren sieht, deren einesein Löwe ist, hat unten rechts den Namen: DOMINICVS, gr. qu. fol.Die Composition scheint von Tizian zu seyn, und dasselbe Bild gibtBartsch P. gr. XIII. p. 385 an. Nach der Behauptung dieses Schrift-stellers , wenn er je nach Autopsie urtheilt, ist der Holzschnitt: DO-MINICVS CAMPAG. bezeichnet. Bartsch schreibt daher die Compo-sition dem Campagnola zu, und der Formschneider ist ihm ein Unbe-kannter. Abdrücke mit dem Namen DOMINICVS allein kommen sichervor, da auch R. Weigcl im Kunstkatalog No. 14,612 einen solchenbeschreibt. Es ist daher die Abbreviatur CAMPAG. später einge-schnitten, oder es handelt sich um einen anderen Holzschnitt. Indiesem Falle müsste er aber von Dom. Campagnola herrühren, waswir nicht wohl glauben können, da dieser Künstler kein Blatt nachTizian gestochen hat, und er namentlich als origineller Kupferstecherzu beurthcilen ist.
Wenn der oben nach Brulliot erwähnte Holzschnitt wirklich mitD. bezeichnet ist, so muss man eher Dominicus, d. i. D. dalleGreche lesen, wenn nicht die Composition in den Kupferstichen desMeisters volle Analogie findet. Unter D. C. kommen wir auf D. Com-pagnola zurück.
878. Unbekannter Goldschmied oder Graveur, dessen Lebenszeit-r^i/^ > die beigefügten Jahrzahlen bestimmen. Im grünen Ge-±>>702£ wölbe zu Dresden sind zwei schön gravirte Silberplatten4f T) ?n mit die3er Bezeichnung. Jene mit D 1621) stellt die Ver-'"• • w kündigung vor. Die Platte von 1630 enthält das Bildnissdes Churfürstcn Johann Georg II. von Sachsen. Eine dritte Platteist ohne Zeichen und Jahrzahl. Sie gibt die Bildnisse des ChurfürstenJohann Georg I. , von dessen Gemahlin und des Churprinzen.