Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
328
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328 CWED. Nr. 850.

des Meisters. Auf alle diese trefflichen Blätter können wir aber nichteingehen, da seit etlichen Jahren den Kunstfreunden ein genaues Ver-zeichniss zur Hand ist: Monographie der von dem vormals /»'. Polnischenund Vhurfürstl. Sächsischen Hofmaler und Professor etc. C. W. E. Dietrichradirten, geschabten und in Höh geschnittenen malerischen Vorstellungen.Nebst einem Abriss der Lebensgeschichte des Künstlers. Verfasst und heraus-gegeben von J. F. Linck. Berlin 1flh(> , 8. Früher diente das Vcr-zeichniss der Blätter in Ilcinecke's Dict. des Art. IV. p. 676 denSammlern als Anhaltspunkt, der beinahe gänzliche Mangel aller Nach-richten in Betreff der Verschiedenheit der Abdrücke und ihrer Ver-änderungen erregte aber oft Bedenken, und somit hat Link durch seinetreffliche Monographie den Kunstfreunden einen wesentlichen Diensterwiesen. Er verzeichnet 181 Blätter von Dietrich's Hand, und fügtneun zweifelhafte und apokryphe Radirungen bei. Heinecke's Ordnungist nicht berücksichtiget, da dessen Eintheilung in Höhen- und Breiten-blätter überflüssig befunden wird.

In der früheren Zeit zeichnete Dietrich einige Bilder mit einemaus C D. bestehenden Monogramme (I. No. 2435), später bediente ersich aber nur des Buchstaben D . welcher an der betreffenden Stellevorkommt. Sowohl diesem , als den obigen Initialen ist zuweilen dieJahrzahl beigefügt. Unter den Capitalen kommt z. B. die Jahrzahl1739 vor. Vgl. oben den Artikel unter C. W. B. D.f., wo es sich umein Blatt mit der Anbetung der Hirten handelt. Vielleicht sollte stattB der Buchstabe E stehen.

Auf folgenden, nach Link aufgezählten Blättern kommen die ge-gebenen Initialen vor, doch sind sie nicht auf allen Blättern stereotyp.

1) [L. No. 19]. Die Erweckung des Lazarus, in Rembrandt'sManier. In der unteren linken Ecke leicht gerissen C. W. E. Ü. f.H. 6 Z. 4 L. Br. 5 Z. 3 L.

I. Vor den Initialen. Von grösster Seltenheit.IL Mit denselben, ebenfalls von grosser Seltenheit.III. Mit dem Namen : Dietrich fec.

2) [L. No. 33]. Die drei Satyre, in Castiglione's Manier. Dertrunkene Satyr liegt neben dem Fussgostelle der Urne, und zwei anderetragen von links Krüge herbei. Links unten am Steino C. W. E. ü. fec.H. 5 Z. 4 L. Br. 6 Z. 11 L.

Dieses Blatt stammt aus der frühesten Zeit des Künstlers, undda die Aetzung der Platte misslang, so sind die Abdrücke davon nichtnur schwach und ungleich, sondern sie gehören auch zu den grossenSeltenheiten, weil die Platte sogleich abgeschliffen wurde.

3) [L. No. 47]. Die Wahrsagerin vor einem mit dem Federhutebedeckten jungen Manne. Ueber dem Kopfe des Weibes C. W.E.D.f.H. 3 Z. 2 L. Br. 2 Z. 7 L.

Dieses Blatt scheint eine der ersten Arbeiten des Künstlers zuseyn, und ist von der allergrössten Seltenheit.

4) [L. No. 51]. Das Mittagsmahl in einem Gemache mit Fenstern.Der alte Bauer mit dem Messer in der Hand scheint dem neben ihmam Tische stehenden kleinen Mädchen Brod zu geben. An der rechtenSeite des Tisches sitzt eine junge Frau mit dem Kinde auf demSchoosse , und hinter dem Tische bemerkt man noch einen sitzendenMann. Unter der rechts sitzenden Erau nahe dem Plattcnrande C. W. E. ü. f.Ohne Einfassungslinien. II. 6 Z. 9 L. Br. 5 Z. 3 L.

Die Initialen finden sich nur im ersten Drucke, im zweiten steht:Dietrich fec. Von grösster Seltenheit.