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Stadt gelobt zu haben. Man findet das Zeichen auf einer schönen Titel-einfassung, welche unten die liegende Cleopatra, oben nackte Kindermit Ptianzenornamcntcn vorstellt. Rechts und links ist eine Säule.Benützt zu Aesopii Fabulae. Jngolsladii, Weissenhorn 1542, 8. Vondiesem seltenen Buche haben wir durch Herrn Baron W. von Löffcl-holz Kunde.
746. Conrad Vischer von Ulm? Unter diesem Zeichen führenwir einen ausgezeichneten Edelsteinschneider ein. Er lebtegegen Ende des 15. Jahrhunderts, oder vielleicht zu Anfangdes folgenden. In der k. k. Ambraser-Sammlung zu Wien
ist ein sehr schöner Handstcin aus einem 5 Zoll grossen Stücke Silber-glascrz. Auf einer Seite ist die Erschaffung der Eva, auf der an-deren die Geburt Christi dargestellt. Oben ist ganz klein Bethlehemund die Verkündigung der Hirten gearbeitet, alles meisterhaft und mithoher technischer Vollendung. Auf der einen Seite bemerkt man dasgegebene Monogramm. Vergl. E. Baron von Sacken, die Ambraser-Sammlung IL S. 90. Die Ambraser-Sammlung bewahrt noch einigeandere geschnittene Werke dieser Art, welche aber unbezeichnet sind.Nur einmal bediente sich der Meister eines aus CW bestehenden Mo-nogramms, wenn nicht das W aus V V besteht. In diesem Ealle machenwir auf den Bildhauer Conrad Vischer von Ulm aufmerksam. Er warum 1500—1520 thätig, und ist vielleicht der Verfertiger der genanntenWerke. In beiden Füllen passt das Monogramm auf ihn , da in derfrühern Zeit des 16. Jahrhunderts das V häufig für V gity, und somitauch Conradus Vlmensis gelesen werden kann.
747. Vincenzo Civerchio, von Vasari Verchio, von Lomazzoil Vecchio da Crema, und von dem anonymenReisenden des Morelli el Forner genannt, be-zeichnete nach Passavant (Kunstblatt 1838 S. 267)einige Gemälde mit diesem Monogramme. Seine be-kannten Werke, deren sich in Mailand finden, stammen aus der Zeitvon 1504—1539, und man muss ihn daher von einem V. Civerchio ausTrcviglio unterscheiden, welcher in der zweiten Hälfte des 15. Jahr-hunderts thätig war. Von diesem spricht zunächst Lomazzo, wenn erdie Anfänge des Civerchio, seines Vecchio da Crema, in das Jahr 1460setzt. Diesem älteren Vincenzo Civerchio gehören die Bilder aus demLeben des St. Peter Martyr in S. Eustorgio zu Mailand an. In derAnordnung verfuhr er noch symmetrisch, und wenn er darüber hinaus-gehen musste , offenbarte er eine auffallende Ungeschicklichkeit. Derjüngere V. Civerchio, unser Meister mit dem Zirkel, bewegt sich freier,und huldiget dem neueren Darstellungsprincip der Schulen von Florenzund Padua. Es nennt ihn daher auch Vasari einen tüchtigen Maler,während es nicht seine Sache war, den Lombarden Lob zu spenden.
748. Christoph van Sichern senior, welcher anfangs (um 1570)A*Ai.r in B asc l> u "d dann in Strassburg als Formschneider
($/ Cty Qj\ thätig war, scheint der Träger dieses Zeichens zu seyn.oezaJ ' Man findet es auf kleinen Holzschnitten in der bei
Theodosius Rihel zu Strassburg erschienenen Ausgabe des Movumtestamenlum. Edit. p. Erasmum Hoterodamum, ohne Datum. Die Zeich-nungen sind wahrscheinlich von Tobias Stimmer gefertigt. Das Mono-gramm 1 und 2 hat indessen nur theilweiso Aehnlichkcit mit jenemdes C. v. Sichern sen., welcher für Th. Rihel gearbeitet hat. Es fehltder Buchstabe S, welcher sich durch den zweiten Schenkel des Vwindet. Nur auf einem Blatte kommt das dritte Zeichen mit dem un-
Monogrammlsten Bd. II. 19
i*i. vincei