Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
282
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282 CT. Nr. 725.

sich nämlich Cornelia Anthoniszoon, also den Sohn eines Anto-nius, welch' letzteren Sotzmann in Cöln suchte, wo im alten Volks-dialekt The uni ss mit Antonius, und Theunisse mit Sohn desAntonius gleichbedeutend ist. Allein Anton von Worms hatte kohicnSohn, sondern nur zwei Töchter, welche 15H3 nach dem Tode derMutter das Vermögen theilten, wie durch Merlo (Die altkölnischeMalcrschule. Cöln 1856, S. 167) urkundlich nachgewiesen ist. Wirmüssen daher nach Amsterdam zurückkehren, wo der Meister CorneliaAnthoniszoon uns urkundlich entgegentritt, nämlich durch die Inschriftdes grossen Holzschnittes mit der Ansicht der genannton Stadt von1544. Ausser dem Namen des Künstlers findet man auf diesem Blatteauch das Zeichen mit der Jahrzahl vor, so dass über die Deutungkein Zweifel mehr obwaltet. Diese höchst seltene Ansicht besteht in12 Blättern, deren drei neben einander, und dann in vier Reiben übereinander zu legen sind. Das Städtebild ist von einer Bordüre um-geben, ähnlich den Dessins, womit die älteren Calligraphcn ihre Schön-schriften umgaben. Die Gebäude, Schiffe und andere Gegenstände sindfast nur in Umrissen gegeben, auf den Schattenseiten nur mit einereinfachen Schraffirung überlegt. Die Namen der Hauptgebäude, Plätze &c.sind eingeschnitten. Hechts oben sitzt Neptun in Wolken mit demWappen der Stadt, und einer Tablette mit der Schrift: AMSTERDAM.Innerhalb des sich nach der Mitte hinziehenden Wolkcnsaumcs liestman in gothiseben Lettern: Dje vermaerde coopstadt van Amstelredamgheconlerfeyt met alle ixjn voaleren, brugghen, straeten , kerken, dosieren,huysen , toornen , voorten , en mucren , en omlegghende silualie, ghetnaeetter eeren der K. IM. ende vock den eersamen raet der seluer sladt, endeallen liefhabbern der consten etc.

Wt ijhegeuen by Cornelii Anthosiszon Schilder met octroye derU. M. onsen ghenadichsten Heere vant selfde niet tnoghen nadrucken nochvercopen binnen den tyt van ses Jaren lanck ghedurende, en ghe.datccrtvanden Jure duysent vyf hondert drien vcerlich op sekere penne nit selfdeoctroye begrepen, op dal hem een yeghelick voor schade vorhoeden mach.

Men vinlse le cope in die vermaerde coopstadt van Amstelredam aftcrdie nieuwe kerck by de vooschreuen Cornelis Antoniszoon schilderinde schryuende hant.Daniel 5.ÜUane. Tekel. Phares.

Dann folgt eine schreibende Hand, und darunter das erste Zeichenmit der Jahrzahl *544. H. 39 Z. 6 L. lir. 4 Z. 7 L.

Es unterliegt also keinem Zweifel mehr, dass das fragliche Zeichendem Cornelis Antoniszoon angehöre. Er war Maler, und hat als solcherdie Ansicht von Amsterdam wenigstens gezeichnet, wenn nicht selbstgeschnitten. In der Schatzkammer zu Amsterdam war eine von ihmin Oel gemalte Ansicht der Stadt, wie sie sich von 1482 an gestaltethatte. Im Lokale der Armbrustschützen-Gilde auf dem ltathhause inAmsterdam ist noch gegenwärtig ein Gemälde mit dem Zeichen undder Jahrzahl tö33. Es stellt die Vorstände der Gilde vor, wie sieum den Tisch sitzen. Dieses Bild beurkundet einen tüchtigen Meister,welcher also nicht allein Ansichten von Städten, sondern auch Figurenmalen konnte. In der Carnation herrscht ein röthlicher, in den Schattenein bräunlicher Ton. Andere Gemälde dieses Meisters können wirnicht namhaft machen. Im Jahre 1547 wurde Antoniszoon in denRoth der Stadt Amsterdam gewählt, und 1550 scheint er zum letztenMale als Sehöff fungirt zu haben.

Bartsch 1. c. p. 152 beschreibt fünf Holzschnitte mit dem Zeichendes ihm unbekannten Meisters , kennt aber neben andern Blättern die