Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
278
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278 CT. Nr. 715-717.

2) Die drei Genien. Zwei halten einen leeren Wappenschild, undder dritte achwebt in der Luft mit einem Schild. B. No. 60. Mit demersten Zeichen. Höhe des Originals 4 Z. 3 L. Br. 2 Z. 6 L.

715. Carl Thelott und Carl Ludwig Tischbein können auf dieses

T Zeichen Anspruch machen. Der erstere wurde 1792 zuDüsseldorf geboren, und stand einige Zeit unter Leitungdes Peter Cornelius. Er begleitete diesen Meister auchnach Manchen, wo er bedeutende Fortschritte machte,aber nur ein Alter von 37 Jahren erreichte. Man findetschöne Bildnisse in Oel, und Kreidezeichnungen von seiner Hand. AufWerken dieser Art steht das Monogramm.

Carl Tischbein, geb. zu Dessau 1797, war Schüler des ProfessorsHartmann in Dresden, machte aber dann ernste Studien in Italien, undlieferte Werke, welche ihm einen ehrenvollen Rang unter den Meisternder mittleren Periode der neueren deutschen Kunst sichern. Tischbeinmalte schöne Bildnisse, historische und romantische Sccnen, und auchBilder aus dem Volksleben. Auf mehreren Gemälden, besonders Bild-nissen aus der früheren Zeit, findet man das Monogramm, welches mitgeringer Variation wiederkehrt. Seine Portraite sind fleissig vollendet,während Thelott in breiter Manier die Individualität erfasste. Tischbeinerreichte aber dasselbe Ziel, und gibt bei sorgfältiger Vollendung einsehr ansprechendes Bild. Er war einige Jahre Professor der Zeichenkunstau der Kunstschule in Bonn, und wurde dann Hofmaler in Bückeburg.

716. Jan Cornelis Vermeyen, Maler und Rodircr, tritt hier nur-i— in Folge der ungenauen Nachbildung seines Monogramms auf.(P/J Das erste Zeichen gibt Frcnzel im Catalog Stornberg IL No. 1291:£/* als jenes eines unbekannten deutschen Meisters um i54.5, und

Heller nahm dieselbe Notiz in der zweiten Auflage seines Handbuchesfür Kupferstichsammler S. 864 auf. Der Träger des zweiten Monogramms,nach welchen wahrscheinlich das erste von Frcnzel zu C T verunstaltetwurde, ist J. C. Vermeyen, und wir haben das von dem genanntenSchriftsteller beschriebene Blatt mit einer im Zimmer sitzenden griechi-schen Frau unter Vermcyen's Zeichen I. No. 205 , 3 aufgezählt. Esist C I zu lesen , d. h. Jan Cornelis. Vermeyen zeichnete gewöhnlichin dieser Weise , und nur sehr selten fügto er den Namen Majus bei.Sollte wirklich ein aus CT bestehendes Monogramm auf einem um 1545entstandenen radirten Blatte vorkommen, so wäre an Cornelis Antonis-zoon zu denken, über welchen wir unter den Buchstaben C T No. 725Nachricht geben.

717. Clovis Treu, Maler, war in der zweiten Hälfto des 18. Jahr-

rhunderts thätig, und stammt wahrscheinlich aus derFamilie des bekannten Bamherger Malers MarquardTreu. Das erste der gegebenen Zeichen mit denJahrzahlen 4775 und i770, und auch den Namendes Künstlers , fanden wir auf sehr praktisch be-handelten Bildern in der Weise Rembrandt's. Siestellen Büsten von Philosophen, Köpfe von alten Männern und Frauen&c. vor. Das zweite Monogramm entnahmen wir einem Gemälde mittanzenden Bauern vor dem Wirthshause in Tcniers' Manier. Der Ver-fertiger ist wahrscheinlich C. Treu. Achnlicho Vorstellungen malteauch Joh. Georg Trautmann, er bediente sich aber gewöhnlich einesaus T M bestehenden Zeichens, während obiges aus C T zusammen-gesetzt ist.