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In der Mitte am Felsen bemerkt man das Monogramm, und rechts dieJahrzahl 1561. Im oberen Rande steht in beweglichen Lettern:Sanctus Hieronimus Stridonensis Theologus , und unten im Rande : Ge-druckt tu Breslau by Crispino Scharffenberg. Höhe 10 Z. 10 L. Breite8 Z. 3 L., ohne Rand. — Ein zweites Blatt mit diesem Zeichen stelltden leidenden Heiland auf einem Hügel sitzend nach links vor. DasMonogramm steht nach Brulliot rechts am Hügel, und links an einemSteine 1572. Im unteren Rande ist gedruckter Text: Mir hastuarbe.ilgemacht — — wer will mit dir haddern. II. 11 Z. 1 L. u. 1 Z. 3 L.Rand. Br. 8 Z. 6 L. Das im k. Cabinet zu München vorhandeneExemplar hat auch auf der Rückseite eine bildliche Vorstellung, eben-falls Christus mit der Dornenkrone sitzend mit dem Rohre in denHänden. Das Haupt wendet er nach rechts, und in halber Höhe gegenden Rand zu steht: ECOE | HOMO. H. 10 Z. 8 L. Br. 7 Z. 3 L.Dieser Holzschnitt ist ohne Zeichen. Man findet auch Abdrücke inHelldunkel, aber immer nur auf einzelnen Blättern.
Es fragt sich nun, ob der Buchdrucker C. Scharffenbcrg zu denForiuschneidern gezählt werden könne. Diese Frage ist zu bejahen,wenn er vor seiner Etablirung in Breslau zu Görlitz sich aufgehaltenhat. Frenzel beschreibt im Catalog Sternberg II. No. 1478 ein sehrgrosses colorirtes Formschnittwerk, welches Christus am Kreuze mitbiblischen Sprüchen vorstellt. Oben steht: Etliche Trostsprüch etc. , zuden Seiten : Ich bin der Herr etc. Unten liest man : Zu Görlitz durchCrispin Scharfenberg, Formschneider. — Hier haben wir nun wirklicheinen Formschncidor dieses Namens , leider aber ist das Blatt ohneJahrzahl. Der Buchdrucker C. Scharffenbcrg eröffnete seine Offizinin Breslau 1553, und es wäre wohl möglich, dass er von Görlitz dort-hin gezogen ist. In diesem Falle wird er auch in Breslau das Schneid-messer nicht zur Seite gelegt haben. Mit dem Zeichen und der Jahr-zahl 1561 ist das in Holz geschnittene Bildniss des Königs SigmundAugust von Polen in verzierter Einfassung bezeichnet, dessen Plattevor ungefähr 10 Jahren mit vielen anderen in einer Rüstkammer derUniversität zu Crakau vorgefunden wurde. Muczkowski, der Biblio-thekar derselben, Hess 1849 neue Abdrücke machen. Dieses Blattfindet man in einer Bibel, welche auf Kosten des genannten Königsgedruckt worden zu seyn scheint. Sic ist in Polen unter dem NamenBiblia Leopoldi bekannt, und ihrer Holzschnitte wegen geschätzt. Aufmehreren Blättern stehen auch die Buchstaben C S, worunter wohlebenfalls C. Scharffenbcrg zu verstehen ist. •
654. Cornelius Sutterman oder Sustermans, und Christoph•-> Schwan jun. können Anspruch auf ein Zeichen dieser
i / Ly /./ Art haben. Der erstere wurde 1642 kaiserl. Hofmaler0 ^-^0 '• in Wien, und kommt noch 1662 in den k. k. Cammor-Rcchnungen vor. Er malte Bildnisse und historische Darstellungenauf Holz, theils figurenreichc Compositionen. Ein solches Gemäldekommt zu München im Privatbesitze vor. Es ist mit dem Monogrammeund der Jahrzahl 1661 oder 1667 bezeichnet. Ob dieses Bild demC. Sutterman, oder dem jüngeren Christoph Schwarz angehöre, könnenwir jedoch nicht bestimmen, indem jeder dieser Meister eines aus C Sbestehenden Mouogramms sich bedient haben könnte. Weder der eine,noch der andere kommt im Künstlcr-Lexicon vor, beide aber verdienenihre Stelle. Ch. Schwarz scheint gegen 1625 auf den Schauplatz ge-treten zu seyn. In der Sammlung des k. bayerischen Staatsratesv. Kirschbaum zu München war ein figurenreiches Gemälde mit derAuferstehung der Todten nach der Vision des Ezechiel, von 1625.Auch Gemälde mit den Jahrzahlcn 1630—1650 kommen vor.