Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
167
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CMA. Nr. 432. 167

gegebene Zeichen. Auf den uns bekannten Radirungen steht der Name,aus der Abbreviatur Christ, scheint aber hervorzugehen, dass derKünstler Christiane) heisse. Man nennt ihn aber gewöhnlich Crcstano.Ein Blatt mit der Ausgiessung des hl. Geistes nach Jakob Bassano istbezeichnet: Christ. Menarola sc. Mit Dedication an Girolamo Zorzi,gr. fol. Auch die Geburt Christi hat C. Menarola nach Bassanoradirt, fol. Unbezeichnet ist ein seltenes radirtes Blatt nach dem-selben Meister, welches die hl. Familie mit der hl. Catharina vor-stellt, kl. fol. Das obige Monogramm gibt auch Brulliot I. No. 226,er kennt aber kein radirtes Blatt, und glaubt im Gegentheilo, dassdie Stiche oder Radirungen, welche man allenfalls dem C. Menarolazuschreiben wolle, von Pietro Menarola herrühren dürften. Letztererhat nämlich ebenfalls nach J. Bassano gestochen. C. Menarola starbum 1640.

432. Cornelius Matsys oder Metsys war bisher nach seinen._. _. Lebensverhältnissen wenig bekannt, und die Lexi-

ySI\ ßyV ; SA cographen beschränkten sich gewöhnlich nur aufstW \ 4 , die kurzen Daten, welche Bartsch P. gr. IX. p. 97

(/\/\ ) J 4 7 ' gibt. Dieser Schriftsteller sagt, dass der Mono--^-V *• * grammist CMA sicher Cornel Matsys heisse, und

dass er um 1544—1556 gelebt habe. Von grösserer Wichtigkeit sinddie urkundlichen Nachrichten über die Familie Massijs oder Metsysim Catalogue du Musee d'Anvers (par G. Wappers 1845) p. 49 ff.Die Mitglieder derselben waren in Löwen und in Antwerpen ansässig,und Qucntin Massys (1460 — 1530) bildet als Künstler ihren Glanz-punkt. Comelis wurde 1531 freier Meister, und als solcher in dasBuch der Confraternität des hl. Lukas zu Antwerpen eingetragen.Er war nicht Qucntin's Sohn , sondern vermuthlich jener eines JanMassijs, welcher 1501 das Meisterrecht erlangte. Bisher zählte manden Cornelia Massijs nur zu den Kupferstechern, er war aber auchMaler und Zeichner, ein origineller Künstler. Wir wissen indessennur von einer Rothsteinzeichnung in der k. Sammlung zu Dresden.Auf dieser Zeichnung steht das Monogramm mit der Jahrzahl 15*5.Sie stellt Loth mit den Töchtern vor, und stimmt hinsichtlich derFiguren mit jenen in seinen radirteu und gestochenen Blättern. EinGemälde mit dem gegebenen Zeichen ist uns nicht bekannt, in derGallcrie des k. Museums zu Berlin wird aber dem Künstler ein land-schaftliches Gemälde zugeschrieben, welches ein aus den BuchstabenCME bestehendes Monogramm mit der Jahrzahl 15*3 enthält. DerVerfertiger dieses Bildes gehört demnach zu den ältesten niederländi-schen Landschaftern, welcher aber mit der schwach gemalten burleskenStaffage die bereits eigentümliche und glückliche landschaftliche Stim-mung schwächt. Sie stellt einen Bauer vor, welcher auf seinem Karrenmehrere Weiber bis zu dem im Vorgrunde beginnenden Dorfe gefahrenhat, wo sie ihm aber ohne Bezahlung entschlüpfen, während dievorderste Frau den Fuhrmann mit Küssen bestrickt. Diese Staffagestimmt nicht mit den Figuren in den Kupferstichen des Comelis Matsys.Seine Figuren haben Eleganz und gute Verhältnisse, und verratheiieinen Meister, welcher auch Italien gesehen, aber ohne seiner nieder-ländischen Anschauungsweise sich entäussert zu haben. Nur ge-bricht es seinen Gestalten nicht selten im Ausdrucke, welcher durch-hin mangelhaft ist. Das Bild im Museum zu Berlin wird jetzt demCornel Matsys entschieden zugeschrieben, während mau früher einenandern Meister vermuthete. Die Orthographie des Namens wechselt inMassijs undMessijs, sowie auch Matsys und Metsys vorkommt.