CM. Nr. 425 — 426. 165
nur aus, dass alte Bildor mit diesen Initialen dem C. Merkel zuge-schrieben wurden. Wo deren sich finden, ist nicht gesagt, und auchwir können zur Zeit keines nachweisen. Im Kunstblatt 1830 No. 67gibt der Pfarrer Weycrmann von Wirtingen Nachrichten über UlmerKünstler, und darunter auch über Merkel, mit der Bemerkung, dasssich auf seinen Gemälden die Initialen CM. und 6 8R finden. Dieobigen Buchstaben gibt nur Brulliot. Wenn nun die Form der Ini-tialen dreimal wechselt, so könnte man glauben, dass zwei oder dreiKünstler dieser Buchstaben sich bedient haben, worüber eine beige-fügte Jahrzahl Licht verbreiten könnte. Conrad Merkel starb nachWeyermann 1518, und ein späteres Datum schliesst ihn daher aus.G. von Murr (Die Merkwürdigkeiten der Stadt Nürnberg S. 360)spricht von einem alten Gemälde mit CM. und t62t, welches nichtvon Merkel seyn kann. Wir machen desswegen auf andere Künstleraufmerksam, welche vielleicht auf irgend ein Bild dieser Art Anspruchmachen können. Um 1)25 lebte in Ulm ein Maler und Dichter ConradMayer. Kin Caspar Mayer wurde 1525 Ilauspfleger und Malerbei der Pfarrkirchenpflege zu Ulm. Gleichzeitig ist Conrad Miller,welcher ebenfalls in jener Stadt lobte. Kin Künstler dieses Namensverzierte nach Weyermann (Neue Nachrichten &c. S. 322) 1525 denThurm des Heerdbrucker-Thores in Fresco. Somit hätten wir mitConrad Merkel vier Künstler, welche durch CM. ihren Namen ange-deutet haben könnten.
Man soll auch alte Kupferstiche mit CM. finden, uns ist es abernicht gelungen, ein Blatt dieser Art ansichtig zu werden. Vergl. auchdas angebliche Monogramm des Conrad Merkel No. 400, und die Ini-tialen C.M., &2K No. 405.
_4ä5. C. Müller, Formschneider in Darmstadt, war um 1835 thätig.In diesem Jahre erschien Dr. Kaup's Naturgeschichte desThieneichs, in 3 Bänden mit einer Menge von Holzschnitt-Illustrationen. Auf einigen Blättern steht der Name desKünstlers, auf andern bemerkt man die ziemlich unrcgel-mässig gebildeten Initialen desselben.
426. Cornells Matteus oder Mattue, auch Mateus, Matheus/"> A/l "'"' M aUhus genannt, war in der ersten Hälfte desf yj/[ 1 ? - Jahrhunderts in Antwerpen thätig. Kr gehört zu denvorzüglichsten Landschafts- und Thiermalern, seine Gemäldesind aber eben so selten , als seine Radirungon. Nach Brulliot II.No. 460 findet man auf Bildern in Oel den Namen C. Matheus, undauch die gegebenen Initialen. Bartsch P. gr. V. p. 75 beschreibt dreiradirte Blätter von seiner Hand. Jenes mit dem Hirten bei derZicen-heerde (No. 1) ist C. Mallem fecü bezeichnet. Die Landschaft mit°derBrücke und einem Bauer (No. 2) trägt den Namen Cor. Mattue. DasBildniss des Kunsthändlers Franz van Wyngaerdc enthält ebenfallsden Namen des Meisters: Cor. Matlhus fe. Die beigefügte Jahrzahl1037 deutet die Blüthezeit des Künstlers an. C. Mateus F. steht aufeinem landschaftlichen Blatte, welches einen Jäger, und eine Heerdevon Rindern und Ziegen zeigt. Zu dem Werke von Bartsch sind be-sonders die Supplements au Peintre-graveur von Rudolph Weigel zuvergleichen. Er fügt S. 234 ff. sechs Blätter bei. Zu No. 3 beiBartsch, dem Blatte mit den drei Eseln und einem Treiber, bemerkenwir noch, dass unten in der Mitte auf einem Steine in ganz kleinenBuchstaben die Adresse des F. van Wyngaerdc einradirt ist. Bartsch