Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
153
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CM. Nr. 399—401. 153

deutlich ausgedrückt ist. Das Zeichen mit der Jahrzahl 1603 stehtlinks unten in der Ecke. II. 5 Z. 1 L. Br. 3 Z. 9 L.

Nach Brulliot I. No. 1395 wollte man dieses Blatt dem Paul Pa-gani zuschreiben, für welchen aber weder das Monogramm, noch dieJahreszahl spricht. Der Maler P. Pagani wurde erst 165(> oder Kitilgeboren. Auch ein Kupferstecher und Kunsthändler dieses Namenstrat erst zu Anfang des 18. Jahrhunderts auf den Schauplatz. DerVerfertiger des beschriebenen Blattes verräth aber Bekanntschaft mitder italienischen Schule, was jedoch nicht hindert, ihn für einenDeutschen, oder einen Holländer zu halten. Diess ist mit C. Mopper derFall, einem übrigens unbekannten Meister. Ein geistreich radirtes Blattmit seinem Namen hat im Machwerk ziemliche Achnlichkeit mit dererwähnten Kadirung, weniger aber in der Auffassung, so dass der Satyrmit der Nymphe nach einer fremden Zeichnung in Kopier gearbeitetseyn könnte. Mopper's Blatt stellt die den Himmel stürmenden Gi-ganten vor, und oben den Olymp, in welchem die Götter den Kampfdagegen eröffnen. Unten links: C. Mopper invenil et fecit, qu. 4.

399. Carl Miliner, Landschaftsmaler, geboren zu.München 1825,^-^ machte seine Studien an der Akademie daselbst, und untcr-

yt i nahm dann Reisen nach Italien und der Schweiz. Seinef/l/(_ Gemälde gehören zu den schönsten Leistungen der neueren<-^" deutschen Landschaftsmalerei. . Auf den meisten findet man

den Namen, theils mit Verbindung des Monogramms. Andere Bildersind aber mit dem Zeichen allein versehen, und darunter Werke vonBedeutung Das obige Monogramm entnahmen wir einem Gemälde,welches eine Partie am Gardasee mit ziemlich reicher Staffage vor denBlick führt. Dieses Bild athmet südliche Wärme, und ist wie alle Ge-mälde dieses Künstlers von grösster Farbenfrische.

400. Conrad Merkel, Maler von Ulm, soll nach Brulliot I. No. 1391— der Träger dieses Zeichens seyn. Der genannte Schriftsteller

Ui, beruft sich auf Heller (Albrecht Dürer II. 1 S. 32), welcher aber<rIT das Monogramm etwas abweichend gibt, so dass dasselbe einälteres Ansehen hat. Nach Heller findet man dieses Zeichen auf Ge-mälden des 0. Merkel, er spricht aber nur von einem Bilde des Abend-mahles des Herrn in der Imhofschen Kapelle des St. Ilochus-Kirchhofesin Nürnberg, welches mit dem Monogramme und der Jahrzahl tS9tbezeichnet seyn soll. Heber die Gemälde dieser von der Familie Im-hof 1519 gestifteten Kapelle berichtet Dr. Waagen (Kunstwerke undKünstler in Deutschland 1. S. 285), es scheint ihm aber kein Bild deshl. Abendmahles aufgefallen zu seyn, da er davon schweigt. Das Haupt-Altarbild von 1321, mit Darstellungen aus dem laben des hl. Uoclius.ist nach der Angabe dieses Schriftstellers ein verdienstliches Werk derDürer'schen Schule, welches viel Verwandtschaft mit den minderen Ar-beiten des Hans von Culmbach zeigt.

Meister Conrad Merkel war ein Vertrauter Freund des A. Dürer,welcher mit ihm einen Briefwechsel unterhielt, Heller gibt einen Aus-zug aus einem Briefe von 1510. Aus diesem geht neben anderen hu-moristischen Bemerkungen hervor, dass Merkel kurz zuvor eine Altar-Tafel in irgend eine Kirche abgeliefert hatte, vielleicht in eine solchezu Nördlingen, da der Künstler von daher mehrere Aufträge erhielt.Er starb 1526.

401. Cr. Möglich heisst nach Frenzel (Cat. Sternberg I. No. 5008). der Urheber eines gut radirten Blattes, welches den Leichnam

(jy& des Herrn am Grabe, von den Seinigen beweint, nach AnnibaleCarracci vorstellt. An das Monogramm schliesst sich der Nach-