Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
64
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64 CHS. Nr. 191 — 192.

Madonna mit dem Kinde auf dem Schoosso vor, eine lebensgrossoFigur. Sie ist im Style der alten venetianisehen Schule gemalt, zeugtaber von geringer technischen Fertigkeit. Der Ausdruck der Köpfeist kalt, und die Gewandung steif. An der Predella liest man:CIIRISTOPIIANVS | DB LFNDENARIA | OPVS /4fl2.

Urkundliche Nachrichten über diese Meister und ihre Nachkommengibt Giuseppe Campori, Gli Artisti italiani e stranieri negli stali Estcnsi.Mudena 111X5, p. 229. Darnach ist der Artikel über Christoph undLorenz Canozio im Künstler -Lcxicon zu ordnen.

191. Gottfried Heinrich von Schroeter, Historienmaler, wurde/TyCtX 1^01 zu Rendsburg geboren, und widmete sich der Rechts-| f\}f\ Wissenschaft, bis er endlich die Universität mit der Kunst-VtA«X/ schule in Dresden vertauschte. Im Jahre 1821 kam er inRom an, wo jetzt Overbeck sein Vorbild war, und sofort folgte erjener früheren Richtung der Kunst, welche man die religiöse nannte.Er malte mehrere Bilder in der Weise Overbeck's, und der früherenitalienischen Meister. Man findet deren in England, Copenhagon,Russland, Mecklenburg, München und in anderen Städten. G. H. vonSchroeter unternahm viele Reisen, zog sich aber später auf sein väter-liches Gut in Mecklenburg zurück. Fast alle seine Werke sind mitdem Monogramme bezeichnet.

Hans Christoph Stimmer, der Bruder des Tobias Stimmervon Kchan'liauscn, war Zeichner und Formschneider,und um einige Jahre jünger, als jener. Sein Zeichendeutet Christ, Monogr.-Erkliirung 8. 142, anfeinenCornelius oder Christoph von Sichern, weil in demvon ihm gegebenen Zeichen der Querstrich des IIeine Ausbeugung nach unten hat, welche demalten Christ als V erschien. Heller wies daher in seiner Geschichteder Holzschneidekunst S. 202 diese Erklärung zurück, und sprachsich für einen Christoph Stimmer sen. aus. Dennoch glaubte er nichtan einen zweiten, jüngeren Christoph Stimmer, sondern nur an jenenChristoph Stimmer, welchen Sandrart II. 3 S. 254 den jüngsten Bruderdos Tobias Stimmer nennt, und als berühmten Formschneider be-zeichnet, „wie von seiner Hand die kleinen biblischen Figuren,Josephus, das emblematischo Büchlein, und andere mehr bei denKunstverständigen enthaltene Werke an Tag geben." Dessenungeachtetbestreitet Bartsch IX. S. 331, dass Christoph Stimmer Formschneidergewesen sei, während selbst auch das dem Monogramme beigefügteSchneidemesser einen solchen verkündet. Don Verfasser des Pcintre-gravenr beirrte namentlich die von J. C. Füssly beigebrachte Notiz inder Geschichte der Schweizerischen Maler I. S. 39, nach welcherChristoph Stimmer unter dem Jahre 1581 „der löbl. V. 0. drei Land-stände Diener und General-Einnehmer des Messpfennings Elsass , undSundgauischen Gestades" heisst. Wie überhaupt Bartsch der Meinungist, dass die alten Maler das Schneidmesser nicht selbst geführt haben,so sollte sich ein Beamter, wie Christoph Stimmer, gar nicht in derLage befunden haben, alle jene Blätter zu schneiden, welche überDilettantenarbeit sich weit erheben. Brulliot I. No. 1301 sucht daherebenfalls den Christoph Stimmer des J. Sandrart zu umgeben, undgibt einem Christoph Heinrich Stimmer sein Votum, welchen aber diealten Quellenwcrke nicht kennen. Nur ein Johann, oder Hans Chri-stoph Stimmer ist traditionell, und diesen wird auch Sandrart meinen.Wir müssen ihn von einem Christoph Stimmer, welcher der Junge