Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
26
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26 CG. Nr. 65.

Seiten einer Monstranze vorgestellt sind, fol. Derselbe Name stelltauch auf einem Watte mit St. Bernhard, wie er die Passionswerkzeugehält, kl. 4. Hier handelt es sieh aber zunächst um eine Folge vonsieben Blättern mit der Geschichte der Susanna. Unter jeder Vor-stellung stehen zwei erklärende Zeilen in lateinischer Sprache, unddas erste Ulatt ist bezeichnet: Conrarfus Gollzius (etil Jan liussm: c.r.c.No. 4 u. 5 haben das Zeichen des Künstlers, nämlich die Blätter,wie Susanna vor den Richter geschleppt, und selbe von Daniel ver-teidiget wird. Auf zwei anderen Blattern stehen die Initialen C G,neulich auf No. 6 u. 7, worüber wir unten handeln. Im Stiche er-innern diese lilätter in etwas an Th. de ßry. II. 2 Z. 2 L. und 4L.Hand. Br. 3 Z. 2 L.

Zu den schönsten Stichen des Meisters gehört das Brustbild derMaria in einer Arabesken-Einfassung, nach Stradanus . kl. fol. AlsGegenstück dient das Brustbild des verkündenden Engels. Dann er-wähnen wir auch noch einer Folge von 12 Blättern mit militärischenFiguren in den verschiedenen Chargen. Sie erscheinen im altendeutschen Costüme mit Uebcrschriften : Hauptmann, Lcwlenampt,Fähndrich, l'rouost, Munsterschreiber, llelebardier, llaeckcnschütt etc.Im Grunde sind militärische Uebungen vorgestellt. Nur auf demersten Blatte mit dem Hauptmann steht der Name des Künstlers, unddie beiden Buchstaben C G sind so verschlungen, dass sie in dieserForm das Monogramm des Conrad Grahl bilden. Die Blätter des-selben sind aber von jenen des Conrad Goltzius verschieden. Letztererhat diese deutschen Militär - Costüme in der Weise des J. Ammanradirt und gestochen, 16.

Zu den Seltenheiten gehören verschiedene satyrischc Darstellungenauf Zeitveihältnisse der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, welcheim Verlage des J. Bussemachcr erschienen, fol. u. gr. qu. fol. Einanderes grosses Blatt: l.e vraye pourtrait de l'abus du monde, hat dieAdresse : J. Galle exeudit.

65. Der unbekannte Formschneider oder Zeichner, welcher durch

^. \-j /"\ diese Initialen seinen Namen andeutete, gehört wahr-

I _J L-<\J scheinlich der älteren sächsischen Schule an. Brulliot

CK^\ II. No. 404 ist der erste Schriftsteller, welcher ein Blatt^—' von seiner Hand beschreibt, und herausfand, dass es vondemselben Meister herrühre, dessen Monogramm Bartsch X. tab. 8No. 95 unter G C gibt, und welches wir oben unter No. 55 mitBeifügung anderer Zeichen wiederholt haben. Im siebenten Bandedes Peintee - graveur p. 472 beschreibt Bartsch dann ein Blatt mitSt. Hieronymus in der Zelle von 1520, ohne zu wissen, dass es inder berühmten Halberstädter Bibel von 1.V22 — 1523 vorkomme,woraus zu schliesscn ist, dass der Meister der sächsischen Schuleangehöre. Es scheinen aber die Buchstaben nicht CG, sondern CÜzu seyn, wir folgen aber der Ordnung bei Bartsch und Brulliot, dasie einmal geläufig ist. Ucber die erwähnte Bibel und ihre Illustrationwerden wir ebenfalls unter GC bandeln, da diess unser System or-fordert. Das Blatt mit den gegebenen Buchstaben kommt in derselbennicht vor, sondern mag als Vignette in einem anderen Werke dienen.Es stellt sieben Kinder vor, welche keine strenge Gruppe bilden,sondern willkürlich vertheilt sind. Die Initialen mit der Jahrzahlstehen auf einem Schilde. II. 4 Z. 6 L. Br. 7 Z.