IV Vorwort zum General-Index.
Diese Erwägungen haben die Verlagsanstalt zu einerNeuausgabe des vergriffenen Werkes bestimmt. Die Zeit-umstände haben nicht erlaubt, es anders als in anastati-schem Neudruck herzustellen, also durch einen mecha-nischen Umdruck der ganzen Seiten. Das bedingt natür-lich einen gewissen Verzicht auf typographische Voll-kommenheit, wie sie durch neuen Satz und neue Repro-duktion der Monogramme zu erreichen war — aber nur sowar ein unerschwinglicher Preis zu vermeiden und den heutwohl kaum überwindlichen technischen Schwierigkeitenaus dem Wege zu gehen.
Das alte Werk Naglers wurde durch diesen General-Index ergänzt; es liegt in der Natur der Sache, daß die Be-nützung eines Nachschlagewerkes, das ja nach der üblichenalphabetischen Reihenfolge nicht zu ordnen war und Dingeberührt, die nicht unmittelbar durch Worte ausgedrücktsind, Zeichen und Ziffern, ihre Schwierigkeiten hat. Dieseletzteren zu erleichtern, hat der Verlag zu den Inhaltsver-zeichnissen der einzelnen Bände auch noch den zusammen-fassenden General-Index gefügt.
Über den Kreis der Dinge, die das Werk umfaßt, überalle die Kunstzweige, aus denen hier Werkzeichen, Signaund Monogramme zusammengetragen und in wahrhaftgenialer Weise, mit nicht zu überbietender Gründlichkeitbehandelt sind, gibt schon der umfangreiche Titel desWerkes Aufschluß. Jeder der irgendein Gebiet von Kunst-gegenständen sammelt und sich eingehender darüber unter-richten will, findet hier Belehrung und wichtige Aufschlüsse.Wie die Bände zu benutzen sind, lehrt ihn die Einleitungdes Verfassers.
Georg Kaspar Nagler war ein Bayer und wurde am6. Januar 1801 in Untersüßbach bei Ereising geboren. Erwurde antiquarischer Buchhändler in München, ein Berufder ihm wohl beim Sammeln des ungeheuren Materials undQuellenstudium sehr zustatten kam. Er starb am 20. Ja-nuar 1866 in München. Das Werk über die Monogrammistenwurde von Andersen und Clauß fortgesetzt und erschienzuerst in den Jahren 1877—79 in München. Möge es in derNeuausgabe die Würdigung finden, die es verdient, und denDeutschen der Gegenwart seinen hervorragenden Schöpferin dankbare Erinnerung bringen.
München, Februar 1920.
G. Hirth's Verlag.