1060 RB. Nr. 3766—37G8.
3766. Unbekannter Kupferstecher, welcher im Anfange des16. Jahrhunderts in Deutschland arbeitete. Er scheint ausder Schule des G. Pencz hervorgegangen zu seyn, da er inseinem „Esther" die Manier dieses Meisters nachahmte. Christ
und Malpö nennen ihn Remi Rodius, allein llodius ist ein apokrypherKünstlername und jene Blätter, die diesem zugeschrieben werden, sindHolzschnitte, welche in Venedig erschienen. Obiger Monogrammist istKupferstecher. Bartsch VIII. pag. .'i.'il beschreibt zwei Blätter undPassavant IV. pag. 130 hat zwei unbeschriebene hinzugefügt. Malp*spricht noch von drei anderen Blättern in grossem Format, welchebeide Autoren nicht kennen: Moses mit den Tafeln des Gesetzes, derKindermord zu Bethlehem und eine heilige Familie, wo das Kind demkleinen Johannes den Arm reicht; allein es scheint sich hier nichtum Kupferstiche, sondern um jene Holzschnitte des oben genanntenRodius zu handeln.
1) Judith mit dem Schwert in der Linken schiebt mit der Magddas Haupt des Holofernes in einen Sack. Beide stehen links, undrechts sieht man ein reich dekorirtes Ruhelager, auf welchem derRumpf des Holofernes liegt. Unter der Figur der Judith ist dasZeichen. II. S Z. Br. 3 Z. 8 L.
In Ottley's Sammlung ist eine Copie.
2) Esther, vor Ahasvcr, links zwischen zwei Frauen knieend,berührt mit ihren Fingern den Scepter, den ihr Ahasver darroiebt,dieser sitzt rechts auf einem Thron. In der Mitte des Grundes zweivon seinen Räthen. Gegen links unten das Zeichen. H. B Z. B r '3 Z. 8 L.
3) St. Magdalena. Halbe Figur, den Kopf nach links wendend.Sie zeigt mit dem Zeigefinger der rechten Hand nach unten und hältmit der Linken die Salbenbüchse. Oben zwei Vorhänge, im Grundeein Amphitheater. Ohne Zeichen. H. 2 Z. 7 L. Br. 1 Z. 9 l>-P. Nr. 3.
4) Zwei Theile einer Dolchscheide. Der eine stellt eine Frau dar,die mit der Rechten ein Herz, mit der Linken einen Pfeil hält, derandere enthält die allegorische Figur der Stärke mit einer Säule ' fflArm. Ohne Zeichen. H. 3 Z. 2 L. Br. oben 2 Z. 10 L., unten1 Z. 7 L. P. Nr. 4.
!!) Ein Ornament. Nach unten ein Widderkopf, rechts zwei phan-tastische Fische, oben eine Maske. In der Mitte unten im Rando d» 9Monogramm. Copie nach Lukas van Leyden. B. Nr. 161. H. SM min 'Br. 42 mm. Fehlt B. u. P.
3767. Riohard Redgrave, Historienmaler zu London, geb. zU _Pimlico im April 1804, hat eine grosse Reihe schätzbarerGemälde hinterlassen und im Art-Journal 18;>0 eine Auto-biographie veröffentlicht. Obiges Zeichen findet man auf einem kleineradirten lilatte, welches eine Ansicht aus Worcester gibt. Ursprüiig' lCwar dieses Blatt für die Sammlung des Etching-Club bestimmt.
3768. Sammlerstempel des Freiherrn Carl Rolas du R°. se J'Am kgl. prenssischen Generalmajors, gest. in Dresden 1862. '■ > ' eS ( :.jUff eifrige Kunstfreund hinterliess eine grosse Sammlung von An '
P quitäten, Gemälden, Kupferstichen und Zeichnungen, wclencDresden und Leipzig 1863 und 1864 versteigert wurden. Auf ' j ßZeichnungen und K n p fe n tt chen dieser Sammlung steht der vorstehenStempel.
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