Druckschrift 
4 (1871) IMM - SH
Entstehung
Seite
714
Einzelbild herunterladen
 

714 MZ. Nr. 227».

fand der Kupferstecher und Kunsthändler Peter König in Mönchendie Platten vor, und Hess sie mit erklärendem und erbauendem Textabdrucken, unter dem Titel: Letzter Kampff des Menschen \ dafs ist |Ein kurter Begriff der furnembsten Versuchungen \ mit welchender Laydige Stilbn» den Sterbenden Menschen gemainiglich an-fachten thuel etc. München bei Peter König. Am Ende :' Getrucktbei Anna Bergin Wittib Im Jahr M.DC.XXllI. In Verlegung PeterKönigs Kunstführer, 12. Auch dieses Buch ist sehr selten.

im brittischen Museum sind die Blätter mit deutschem Text aufder Rückseite versehen, dieser deutet aber auf das 1(1. Jahrhundert,so dass die Platten schon früher abgedruckt wurden. Die Zahl derBlätter der Ausgabe von 1623 beläuft sich auf 13, welche vor denCapiteln des Textes stehen. Zwei Blätter sind wohl von P. Königgestochen, und ohne Initialen, weil sie ihm wahrscheinlich selbst zuschlecht schienen.

Bartsch VI. p. 381 erwähnt am Schlüsse des Artikels des soge-nannten Martin Zasinger 12 Blätter, versichert aber, dass sie nichtvon diesem herrühren. Dennoch wollte man sie hier und da demZasinger zuschreiben. Passavant II. p. 172 glaubt in Matthäus Zinkden Stecher gefunden zu haben, dessen Th. v. Murr in der BeschreibungNürnbergs erwähnt. Man findet nämlich ein Bildniss aus späterer Zeitmit der Unterschrift: Matthes Zinck Sculptor Noribergae. Auf diesesschlechte, unzuverlässige Portrait beruft sich Passavant, und sehreibtdie irrige Angabe bei Murr nach, dass nämlich dieser M. Zinck 1408geboren, und IK86 gestorben sei. Auf dem Bildnisse ist IS81, nicht1S86 angegeben. Der Goldschmied M. Zinck starb nach einem altenNekrologe 1871, nicht 1881 oder 1886, und zuletzt handelt es sichwohl nur um Matthes Zündt, welcher aber die fraglichen Blätter sowenig gestochen hat, als M. Zinck.

Die Kupferstiche mit M Z findet man in einem Buche über dieKunst, wohl zu sterben, in alten xylographischen Drucken Ars moriendigenannt. Es soll sich um gegenseitige freie Nachbildungen von älterenKupferstichen aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts handeln.Der Antiquar P. Putsch in Augsburg besass 1883 ein Exemplar in12 Blättern mit eben so vielen handschriftlichen Textblättern. Dererste Kupferstich stellt die hl. Jungfrau mit dem Kinde auf einemmit Trotteln versehenen Kissen im Freien sitzend vor. Der Grasbodenist von üppiger Vegetation. Diese Vorstellung hat der Meister MZnicht copirt, und es ist auch möglich, dass ihm die alten Kupferstichegar nicht vorlagen, weil seine Bilder die Originalseite der alten xylo-graphischen Ausgaben der Ars moriendi festhalten, aber mit Ver-änderungen. Das Exemplar des Hrn. Butsch ist jetzt im k. k. Cabinetzu Wien, und wird von F. v. Bartsch (Die k. k. Kupfcrstichsammlungin Wien S. 124) beschrieben. Die Blätter Bind 3 Z. 3—4 L. hoch,2 Z. 6',—7 L. breit. Die Stiche des Meisters MZ haben eine Höhevon 3 Z. 3 L , und eine Breite von 2 Z. 6 L.

Die Blätter in dem Buche aus P. Könlg's Verlag.

i) Der Dämon versichert den Kranken eines längeren Lebens.Links öffnet Bich ein Höllcurachen, und im Grunde führt die breiteStrasse durch ein Thor. Ohne Zeichen.

Diese Darstellung kommt in der alten xylographischen Ausgab«der Ars moriendi nicht vor. Auch der alte Kupferstecher des Exem-plares in Wien kannte sie nicht. Das Blatt wurdo also in München«u 8. 9 des Buches gestochen.