Druckschrift 
4 (1871) IMM - SH
Entstehung
Seite
680
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680 MS. Nr. 2150-2151.

Copie nach dem Meister ES 1400, mit dem letzten Zeichen. Durch-messer 2 Z. ö L.

Ottley gibt eine Copie.

10) [B. App. 15.] Drei halbe Figuren mit turbanartig um den Kopfgeschlungenen Tüchern. Links wendet sich ein in Profil gesehenesWeib gegen einen karrikirten Mann, dessen Rock mit Pelz ausge-schlagen ist. Rechts steht ein Landjunker mit dem Schwertgrifle inder Rechten. Das vorletzte Zeichen ist rechts unten in der Ecke-H. 4 1 , Z. Br. 5 Z !> L.

Ottley gibt eine Copie. Es existiren aber auch neuere Abdrücke.Die Platte war im Cabinet Praun.

2150. Martin Schongauer, der vorhergehende Meister, scheintka 9 o durch diese Buchstaben als Zeichner angedeutet zu seyn. Man

' '" findet sie auf einem Kupferstiche, welcher den oberen Theileines Reliquariums vorstellt. Es bildet einen Cylinder von Krystall,welcher in gothische Fialen ausgeht. Auf der mittleren ist ein Blumen'ornaincnt. Auch zwei kleine Thiere sind angebracht, die aus demWas«er saufen. Zu den Seiten bemerkt man die Buchstaben M S.II. 9 Z. 11 L., die Spitze ist 4 Z hoch. Dieses Blatt ist äusserstselten, es ist aber nicht von Schongauer gestochen. Passavant sabim brittischen Museum einen Abdruck.

2151. Melchior Schwarzenherg, Zeichner und Formschneider,r- kommt bereits unter dem Monogramm MS No. 2131

M S vor ' ""^ w ' r S onen h' el * weiter auf diesen Meister ein., ^ Woher er stamme, ist unbekannt, Wiechmann-Kadow(Die mecklenburgischen Formschneider S. 4) vermnttiet1532, M- 6 1 . aber, dass er mit Dr. Nikolaus Marscbalk nach Mecklen-burg gekommen sei, und dass ihn dieser in seiner Druckerei zu Rostockverwendet habe. Nach einer Rechnung von 1510 erhielt Melcher, doctefMarschalgks knecht, für einen Titelholzschnitt mit dem Wappen desHerzogs Heinrich zwei Gulden. Wiechmann-Kadow fand im Archivezu Schwerin einen Holzschnitt mit dem mecklenburgischen Wappen,dem gekrönten Stierkopf mit Nasenring, er ist aber unbfzelcb.net H. 7 Z.4 L. Br. 6 Z. fi L. Auch in Marschalk's Inslitutiones reipvblicaemilitaris ItIO ist dieses Wappen ohne Zeichen. H. 2 Z. 8 L. Hr. 2 Z.1 L. Wiechmann nennt mehrere Holzschnitte, welche in Druckwerkendes N. Marschalk und L. Dietz von 1515--15I9 vorkommen, auf keinemkommen aber die Initialen vor.

Im Jahre 1532 arbeitete Schwarzenherg für Hans Lnfft in Witten-berg. Lnfft besorgte den Druck der ersten vollständigen deutschen liibelvon Dr. M. Luther, welche 1534 erschien, und 1535, 153!). 1541, 1543,1344, 1545, 1540 ff. wieder aufgelegt wurde. In dieser Mibel findet manHolzschnitte von M. Schwarzenherg mit MS IH3'J, MS und M. S ohneJahrzahl. Die meisten Darstellungen sind Copien nach Hans Brosamer,aber schön geschnitten. H. 3 Z. 1 1 L. Br. 5 Z. 3 L. In dieser Bibel-ansgabe sind aurh grosse Initialen mit Kindern auf diagonal über-arbeitetem Grunde. Sie sind, wie schon bemerkt, mit dem Monogrammversehen. Die Holzschnitte der Bibel schreibt Panzer dem MartinSchön zu, und scheint den schon viel früher verstorbenen M. Schon-gauer im Rinne gehabt zu haben. Christ spricht ebenfalls von einemMartin Schön, welcher um 1550 zu Nürnberg gearbeitet haben soll,er meint aber den folgenden Meister. Christ will indessen die Buch-staben MS noch eher auf Matthäus Schaffnaburgensis deuten, d. h. aufM. Grünewald von Aschaffenburg, von welchem keine Rede seyn kann.