MN-MO. Nr. 2023-2024. 637
2023. Die Porzellan-Manufaktur in Sevres nahm in verschie-le, denen Perioden wechselnde Stempel an, wie wir schon
M 1\T = II- No. 2384 bemerkt haben. In der Zeit des Con-J.TJ..J.HI gu]atg 18ü0 _ 18() 4 wlin i 0 der gegebene Stempel ein-
»JeVreS gedruckt, und von 1804—1809 sind Fabrikate M._ // __ IMPLE gezeichnet. Wir haben also eine Mauufaclnre
Nationale und Imperiale zu berücksichtigen. Von 1810-1814 wurde
Napoleons gekrönter Adler beigefügt. Der Stempel aus der Zeit der
Gründung der Manufaktur ist IV. No. 1190 gegeben.
2024. Martin und Michael Ostendorfer, beide Maler, Zeichner und
_ Formschneidcr, müssen
M7^-C/\ /)r^/\ sicn in dicso Mono "
/XX\ //\A\ gramme theilen, und es
mn / \^J \ / \ V J \ zeigt auch der Augen-
A ^ä^,l ^ i_ ;j # v^ *> lc hein beim Vergleiche
' .\XjVyC7 ^/H) den verschiedenen Zei-
\7K Tv-rf^r ° clien ' dass zwei Kunst "
/<Vj\ /Ml , M) ler Zeichnungen dazu
JLyZJ\-,i<^S W >-V *- lieferten. Martin Osten-
dorfer war Hofmaler des Herzogs Wilhelm IV. von Bayern, welcher«SO starb, später als der Künstler. Seine Gemälde, auf welchen daserste und das zweite Zeichen vorkommt, sind von jenen des MichaelOstendorfer verschieden, sehr fein behandelt, aber flach und ohneFarbenfrische. Er gehört noch der alten Schule an, während die Bilder«nd Holzschnitte des Michael Ostendorfer den Schüler des AlbrechtAltdorfer verrathen. In der Galleric der St. Mori/.kapelle zu Nürn-berg sind Gemälde von ihm. In der k. Pinakothek zu München wirdei n Gemälde mit dem Monogramme einem Michael Ossinger zuge-schrieben, dessen Existenz nicht erwiesen ist. Das Gemälde stellt denewigen Vater auf dem Throne mit dem apokalyptischen Lamme undandern kleinen Figuren vor. Dieser M. Ossinger kam statt des Mi-ch ael Ostendorfer in die Kunstgeschichte, letzterer hat aber das er-wähnte Bild nicht gemalt. Michael Ostendorfer war Protestant, wieau s seinen Werken erhellt, der Münchener Hofmaler entschiedenerKatholik. Er lieferte die Zeichnungen zu den Holzschnitten in ,Io-naiin vonEck's: Chrislenliche aussleguni/ der Kuamjelienn tonn der
Wl------- Ingolstadt 1030, 1531, fol. Das Monogramm kommt aber
"«r auf dem Holzschnitt mit Christus an. Kreuz und den vier Evan-gelisten am Ende des Registers zum ersten Theile vor. Derselbe Stock,<)ll »<' die Evangelisten ist dann auch im Contexte abgedruckt. In derGallerio zu Scbleisshcim ist das von Martin Ostendorfer gemalte Jug-endliche liildniss des Herzogs Albort V. mit dem Monogramme und"er Jahrzahl 1848 bezeichnet. Ostendorfer malte auch noch andereBildnisse von bayerischen Fürsten.
. Michael Ostendorfer stammt von Hcmau bei Regensburg, und istjn.it dem erwähnten Künstler wohl nicht verwandt. Er lebte von ISISbl3 IBM in Regensburg, und nicht in den bessten Verhältnissen, wieans dem Artikel im Künstler-Lexicon zu ersehen ist. Ausführliche«Otizen über ihn von J. R. Schuegraf liiulet. man in den Verhand-lungen des historischen Vereins von Oberpfalz und Regensburg XIV.,,*. *' ff- Regensburg 1880. Der Verein besitzt ein Altarwerk mit'«Igeln von ihm gemalt Es enthält Bilder in mehreren Abtbeilungen,"nu in den Hauptstücken hob der Künstler namentlich die Unterscheidungaer evangelischen Kirche von der katholischen hervor. Er berücksicn-