482 MAF. Nr. 1SS8.
(i) Die hl. Jungfrau stehend mit dem Kinde auf dem rechten Arme,wie sie dasselbe zärtlich anblickt. Der Grund ist nielloartig, undder Hoden mit Grashalmen besetzt. Im leeren Rande steht: VIRGOVIRGlNV. Ohne Zeichen. II. 3 Z. 4 L. Dr. I Z. 7 L.
7) Maria Magdalena stehend als Büsserin mit langen Haaren. Sichält in der rechten Hand das Salbengefäss, und legt die linke an dieBrust. Boden und Hintergrund wie im vorhergehenden Blatte, undohne Zeichen. Unten steht: S. MAGDALENA. Höhe 3 Z. 4 L.Br. 1 Z. 7 L.
Diese beiden Blätter beschreibt F. v. Bartsch (Die k. k. Kupfer-stich-Sammlung in Wien S. 48), und sie gehören zu den sogenanntenkleinen Heiligen des Marc Anton.
8) [B. 22.J Die Taufe Christi im Jordan. Ohne Zeichen, angeblichaus Rafael's erster Zeit. H. II Z. Hr. 8 Z. 2 L.
Passavant schreibt dieses Blatt dem Francia zu.
9) [B. 1Ü7.1 St. Lorenz mit dem Roste in einer Nische. Rechtsunten das Zeichen. H. 2 Z. II L. Br. 1 Z. 1» L.
Im ersten sehr seltenen Drucke fehlt das Zeichen.
10) [B. 141.] St. Anton der Abt mit dem Schweine. Links untendas Monogramm. H. 3 Z. Br. 1 Z. 9 L.
Im ersten Drucke ohne Monogramm äusserst selten.
11) [B. 121.] Die Heiligen Catharina und Lucia stehend. OhneZeichen. II. 10 Z. 7 L. Br. 7 Z. 10 L.
Dieses Blatt schreibt Passavant dem Francia zu. Man erklärte esfrüher als Jugendwerk Marc Anton's.
12) [B. 332.] Apollo, nach der Antike, stehend in einer Nische.Links unten das Zeichen. H. 7 Z. 6 L. Br. !> Z.
Man findet eine gegenseitige vergrösserte Copie mit der Unter-schrift in Versalien: Hermaphrodit) Stalva ex Basalte etc. Im frühenDrucke mit der Adresse des A. Lafreri, dann mit jener des J. Orlandi.
13) [B. 339.] Das Urtheil des Paris. II. 10 '/j. !> L. Br. 7 Z. 9 L.Man hielt dieses Blatt immer für Jugendarbeit des Künstlers,
Passavant schreibt es aber dem Francia zu.
14) Amor auf dem Docke reitend nach rechts, wo am Rande einTempelgebäude sich erhebt. Links steht eine antike Ära, auf welcherFlammen aus dem Gefässe schlagen. Daneben steht ein Krug, undlinks unten in der Ecke das Zeichen. H. 4 Z. 3 L. Br. ü Z. (i L.
Dieses Blatt blieb Bartsch unbekannt.
15) [B. 34!i.] Mars und Venus. Ersterer links mit Schild undRüstung auf dem Boden, wie er die nackte Venus mit der Fackel BDder Achsel zurückdrängt. Amor sucht sie zurückzuhalten. In derMitte unten das zweite Zeichen, und nach rechts: 150(1 lli ü.II. 11 Z. Br. 7 Z. 9 L.
Dieses nach A. Mantegna gestochene Blatt kommt in zweierleiAbdrücken vor. Ursprünglich ist auf dem Schilde des Mars das Me-dusenhaupt eingestochen, dieses wurde aber beim neueren Drucke zu-gedeckt. Auch fehlen in diesem die Flammen der Fackel der Venus.
G. B. Gallostruzzi hat diese Vorstellung copirt, und auf demSchilde des Herkules den Namen beigefügt. Das Monogramm mit 1 808steht links unten auf dem Steine, und rechts bemerkt man die Buch-staben A M ebenfalls auf einem Steine.
1<>) Der Triumph der Galathca, Rafael'g Compositum, wie imKupferstiche B. No. 380. Sie ist auch in Niello ausgeführt, welchesZanetti (Cabinet Cicognara p. 89 No. llü) beschreibt. Das Niello rührtvon diesem Meister nicht her, man wollte es ihm aber zuschreiben.H. 3 Z. 3 L. Br. 2 Z. 4 L.