480 M A E — M A F. Nr. 1557-1558.
M. Ellenrieder hat auch mehrere Blätter radirt, darunter Bild-nisse nach eigener Zeichnung, und Scenen aus dem Leben der hl. Mariaund des Heilandes. Nur auf wenigen Blättern kommt das Monogrammvor, dann auch auf Zeichnungen und Skizzen aus der früheren Zeitder Künstlerin. Sie war badische Hofmalerin.
1557._ Peter a Morien, genannt Merecinus, Miricenys und Myri-
Acinis, aber nicht Peter van der Eyden, ist im ersten Bandeunter dem Monogramm AM EP No. 959 eingeführt, und wirverweisen auf jenen Artikel, wo wir über den Meister unddessen Blätter gehandelt haben. Auch das gegebene Zeichen findetman auf Kupferstichen und Holzschnitten. Auf anderen Blättern ist esdeutlich aus MEP gebildet.
1558. Marc Antonio Raimondi, der berühmte Kupferstecher von
f . Bologna, behauptet im Künstler-Lexicon
, f\7jZ . »A'/C*. ~\Jh lioo eine ausführliche Stolle, und wir haben
i^fT , 1Yj^ /lVl\_ g g auch alle bis 1842 bekannten Blätter des-
Ä A^ IJo6 selben verzeichnet. Ferner sind die ab-
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/VF /vT »Q/ weichenden Angaben über das Geburts-
' 1 KK? un( * Todesjahr des Künstlers zusammen-
JWifA,ljT gestellt. Diese Data sind noch nicht be-
reinigt, und werden es vielleicht auch nie. Vasari sagt, Marc Antonsei bald nach der im Jahre 1527 erfolgten Einnahme Koms, allenfallsin Bologna gestorben. Spätere Schriftsteller dehnen seine Lebenszeitbis 1539, 1546 und 1550 aus, Vasari hat aber recht, wenn er denKünstler bald nach 1527 sterben lässt. Zum Künstler-Lexicon be-merken wir, dass Raimondi jedenfalls vor 1534 gestorben sei. PietroAretino lässt in seiner Comödie: La Cortigiana. Venelia *534,den handelnden Personen sagen, dass Marc Anton nicht als einzigerStecher zu betrachten sei, sondern dass sein Schüler Gian GiacoboCaraglio in gewisser Hinsicht ihn noch übertroffen habe. Raimondilebte also 1534 sicher nicht mehr.
Der älteste Kupferstich, welchen wir von Marc Anton kennen, istjener mit Pyramus und Thisbe von 1505, dessen aus M A bestehendesMonogramm wir oben No. 1528 gegeben haben. Im Jahre 1506 folgtenandere Blätter, aus welchen der Einfluss des Albrecht Dürer sich er-klärt. Im August 1506 copirte er den Holzschnitt des deutschenMeisters, welcher St. Johannes und St. Hieronymus vorstellt. Hierauffolgten bekanntlich viele andere Copien nach Dürer's Holzschnittenund Kupferstichen. Im Jahre 1510 Hess sich Marc Anton in Romnieder, und jetzt gründete er jene Schule, welcher Bartsch den 14. Bandseines Peintre-graveur gewidmet hat. Er zählt die Blätter Raimondi'sund seiner Schule unter einander auf, wir haben aber im Künstler-Lexicon zur leichteren Uebersicht jene des Marc Anton ausgeschieden.Passavant geht in seinem Werke über Rafael Santi ebenfalls auf dieZeichnungen ein, welche Marc Anton gestochen hat, und schreibtmehrere derselben Schülern des Rafael zu. Daraus geht nun auchhervor, dass nicht jedes Blatt mit dem Monogramm von Marc Antoneigenhändig gestochen ist. Er hatte Gehülfen, welche in der Weisedesselben arbeiteten, und thcils unter Aufsicht des Meisters. Sie fügtendaher das Monogramm bei, da der Stich auf Rechnung des Raimondiging. Einer besonderen Aufmerksamkeit verdienen auch die geätztenBlätter. E. Harzen gab neuerlich in Naumann's Archiv für die zeich-nenden Künste V. eine interessante Abhandlung über die Erfindungder Aetzkunst, und stellt auf S. 119 die "Vermuthung auf, dass MarcAnton durch die Radirungen des A. Dürer auf Stahl zu diesem Ver-