192 IW. Nr. 642-643.
Genrebilder, Landschaften, Städte-Ansichten, Seehäfen, todte Thiere,besonders Geflügel u. 8. w. Mit der Landschaft verband er das Genre,die Figuren gehören aber meistens der Poesie und der Mythe an.Desswegcn liebte er auch Raines und andere alte Baulichkeiten, umwelche Vieh weidet oder lagert. Auch Jäger mit Hunden, wie sie dieJagdbeute ordnen oder tragen, und andere. Scenen aus dem Waldlebenliebte er. Wecnix begegnet uns in allen Gallerien, obwohl er keinhohes Alter erreichte. Auf mehreren Gemälden kommt das Mono-gramm vor.
642. Jakob Mathias Weyer, Genre- und Schlachtenmaler, soll__^ nach der gewöhnlichen Angabo um 1620 in Hamburg ge-
oivV boren worden seyn, man muss aber seine Geburtszeit viel/yv- früher setzen, weil er 16H0 dem Johann Philipp Lemke
/ den Lehrbrief ausstellte. Weyer war Schüler von J. A.
Decker in Hamburg; in dessen Weise er anfangs historische Darstell-ungen und Pferdestücko, aber mit allen Fehlern des Meisters malte.Später lernte Weyer in Holland bessere Meister kennen, und jetztward besonders Wouvermnn sein Vorbild. Kr malte Schlachten undandere militärische Vorfälle, womit er grossen Beifall erwarb. SeineFärbung ist transparent, nur nimmt häufig der Piilverdampf gar au vielKaum ein. In der späteren Zeit arbeitete er auch zu flüchtig, undman weiss nicht recht, wer der Sieger, oder der Besiegte ist Dannmalte Weyer auch Landschaften mit bäuerlichen Scenen und Pferden,sogenannte Hanibocciadcu, oder Bilder in der Weise des Peter de Laer.Auf Gemälden und Zeichnungen kommt das Monogramm vor. Letzteresind gewöhnlich mit schwarzer und weisser Kreide auf dunkelblauesPapier gefertigt, und etwas flüchtig behandelt Weyer war ein grosserPraktiker, und daher sind seine Werke zahlreich. Die neuere Speku-lation hat hier und da einen Weyer zum P. de Laer stempeln wollen.Man lässt ihn um 1690 sterben, so dass er also ein sehr hohes Altererreicht haben müsste.
643. Joseph Werner, Historienmaler, geb. zu Bern 1637, gest._-?• daselbst 1710, war Schüler von M. Merian, ging dann
^f^/Zy »ach Rom, um bei Pietre da Cortona und A. SaccW
S v , r W/ seine Studien zu vollenden, ist aber eigentlich zu denNachahmern des Carl Maratti zu zählen. Werner malte in Oel undin Miniatur, und erwarb sich in München und in Wien grossen RufcDas erste Monogramm kommt auf Zeichnungen dieses Meisters vor.Sie sind getuscht und mit Weiss gehöht. Wir haben ihm im Künstler-Lexicon einen ausführlichen Artikel gewidmet, und gehen hier ntttauf seine Radirungen näher ein, da auf einem Blatte das zweite Mono-gramm vorkommt. Im Lexicon ist nur ein Blatt beschrieben, wir kennenaber jetzt Werner's Radirungen genauer. Das Monogramm ist auchmit dem Namen verbunden. Die Blätter gehören zu den Seltenheiten.
1) Allegorie auf die Krönung des Königs Friedrich I. von Preussen1701. Der König im römischen Costüme unter einem Triumphbogenzwischen Herkules und Minerva, welche auf die grosse Perrückc despreussisch-römischen Helden Lorbeerkränze setzen, lieber der GrupP 6schwebt ein Genius mit der Lorbeerkrone, und links unten deutet cmAmoret nach dem Schilde mit den Worten : Bit uriiari, aut mort-Rechts unten am Steine steht: J. Werner fec. und im Bande sindzwei lateinische Verse eingestochen :. Omar* Irihus his jucant —mihi laela dedit. II. 8 Z. Br :; Z. « L., und 4 L. Rand
2) Mars, oder ein anderer Krieger. Er steht mit dem Schwertein der rechten Hand auf einem Lorbeerkranz und einer Palme in " er