Druckschrift 
4 (1871) IMM - SH
Entstehung
Seite
39
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I 0 A N N. Nr. 10Ö-108. 39

106. Giovanni Battista Cima da Conegliano, der folgende Meister,Tnwrvrwa didttot* könnte unter dieser Inschrift vermuthet wer-T,™ „™„ JrArrn . den, cs handelt sich aher um einen anderenHOC OPVS FLCI I 1492. Künstler. In der Sacristei von Santo Giro-lamo in Cittä di Castello befindet sich ein Gemälde mit dieser Inschrift.Es stellt die thronende Madonna mit dem Kinde, und zu ihren Seitendie Heiligen Hicronymus, Oolombinus und Johannes Baptista vor. DerVerfertiger dieses Gemäldes ist unbekannt. Mit jenem Gian Battista,dessen Vasari im Lehen des Cristoforo Gherardi erwähnt, kann ernicht Eine Person seyu, da dieser der Gehülfe des erwähnten Schrift-stellers war. Das Gemälde könnte aher von Johannes Martini vonUdine herrühren, über welchen wir weiter unten handeln. Dieserwird in Urkunden Joannes Pictor genannt.

107. Giovanni Battista Cima da Conegliano bezeichnete seine

10ANNES BAPTISTA CON is P \ meisten Gemälde fast immer

IOANNES. BAPTISTA.CONEGLIANENSIS.

Joannif baptifta Conei/Iinneßf opuf.

Joannes baptifta coniglianenßs opus.

Joannis baplistae conci/la

nensis opus.10 V ANNES BAPTISTA CONE is D.i

meisten Bilder dieses liebenswürdigen Meisters sind noch von solcherZartheit und Frische der Farben, als wenn sie erst von der Staffeleikämen. Sein Geburtsjahr ist unbekannt. Eines seiner frühesten Ge-mälde in S. Bartolomeo zu Conegliano trägt die Jahrzahl 1/tBO, undim Dome daselbst ist ein Bild von 1493. Nach Ridolfi arbeitete derKünstler noch 1S17, im Jahre 1520 war er aher sicher nicht mehram Leben. Bartoli verdient keine Berücksichtigung, wenn er sagt,dass Cima noch 1S4I in Rovigo gemalt habe. Die Jahrzahl 15Msteht nämlich über einem Altargemalde in S. Francesco zu Rovigo,sie bezieht sich aber nicht auf das Bild des Cima, sondern bestimmtnur die Zeit der Herstellung des Altares. Nach Vasari starb derKünstler in jungen Jahren, wir müssen ihm aher mit Ridolfi und Za-netti ein Mannesalter zugestehen, da seine Werke von 1489—iSi?datirt sind.

108. Giambellini's Gemälde hahen häufig eine Namcns-Inschrift,IOANNES. BELLl. \ se ! tcu ist aber die Jahrzahl beigefügt.

TAA\r\rrQ t)T7TTT\nro I ^ e er3te Inschrift findet man auf einemlUAJNJNüb U^LLlJNVb. Cartellino in den Studj zu Neapel. DieJoannes, bcllinvf 1 zweite Aufschrift trägt ein Gemälde mit

fariphnt l J 1 . 0 ' 0011 , Figuren, die Madonna mit dem

in der gegebeneu Weise*thcils mit Versalien, theilsin den zu seiner Zeit üb-lichen Cursiveu, welche hiernicht faesimilirt werdenkönnen. Man findet inKirchen und GallerienWerke von seiner Hand,in welchen sich die Schulqdes Giambcllino in ihrerSchönheit und Jugend-blüthe ausspricht. Die

Joannes bellinus uinituffi' MDXHII

liegenden Kinde vorstellend, welches^Johannes der Täufer anbetet. Dieseskleine Bild ist in der Gallerie Doria, zu Rom. In Cursiven, wie in der dritten£eile, zeichnete der Künstler ein kleines Bild der Madonna mit demKinde iu der Gallerie Borghese. Die vierte Inschrift findet man aufdem berühmten Bacchanal, welches Tizian vollendete. Dieses Bild