Druckschrift 
4 (1871) IMM - SH
Entstehung
Seite
10
Einzelbild herunterladen
 

10 IM VA. Nr. 29.

ohne Zeichen sind, und nur um einige Linien in der Grösse von derkleineren Folge des Leidens Christi mit dem Zeichen sich unterschei-den, so dass sie verwechselt werden könnten. Diese Blätter findetBuron von Rumohr regelmässiger in den Proportionen, moderner inden Charakteren, endlich selbst in ganz anderer Art geschnitten.Bumohr möchte sie, mindestens zum Theil, für eigenhändige Arbeitendes Lukas van Lcydcn halten, wenigstens in den geistreichen Profi-lirungen von Köpfen und Falten in den nicht überarbeiteten Lichtern.Uebrigons könnte ('. van Mander gerade solche Blätter gemeint haben,wenn er dem Jakob Cornelissen Passionsvorstellungen zuschreibt, daeinmal das Monogramm auf diesen Meister nicht passt. C. van Manderspricht aber auch von „seer aerdighe Mannen le l'eerde, und zähltdiese Reiterfiguren zu den besten Erzeugnissen seines Jakob Korne-lissen. Sind nun darunter die unten beschriebenen Kciterfiguron ge-meint V Es ist möglich, und wir wollen den Jakob Cornelisz. vnnOostznancn als Zeichner gelten lassen. Mit den Passions Vorstellungen,auf welchen das Monogramm vorkommt, und die noch ziemlich imälteren Style gehalten sind , scheint es uns etwas zweifelhaft zu seyn.Jan van der Mercn war ebenfalls Zeichner und Maler, und konntewohl Dach Zeichnungen von Jakob Cornelisz, in Holz geschnitten haben;es ist aber auch möglich, dass die Passionsvorstellungen nur ihm alleinangehören, da C. van Mander von keinem Monogramm spricht, und erdoch sonst zuweilen auf das Künstlorzoicbon (Merk) aufmerksam macht.Auch ist es nicht ausgemacht, dass er die untenbeschriebonen Rciter-ftgnren meint, noch weniger aber die Grafen und Gräfinnen von Hollandzu Pferd, welche er gewiss näher bezeichnet, hätte. Der grössto Steindes Anstosses bleibt immerhin das Monogramm, welches auf JakobCornelisz. van Oostznanen ohne Gewaltstreich nicht gedeutet werdenkann. Zu lesen : Jakob Maler van Amsterdam, geht doch in keinemFalle. Man wird aber einwenden, dass die Zeichnungen zu den Passions-bildern jedenfalls von Jakob Cornelisz. herrühren müssen, da dieserMeister auf dem Titel der neuen Ausgabe von I0;>1 ausdrücklich alsZeichner genannt ist. Wir wollen, wie gesagt, ihm den Ruhm nichtstreitig machen, der Kunsthändler Johannes Mommartius wird aberseine Angabe nur aus dem Werke des C. van Mander fol. 207 geschöpfthaben, und wir haben oben bemerkt, dass noch andere HolzschnittemitScencn aus dem Leiden Christi vorhanden sind, welche van Manderebenfalls gemeint haben könnte. Sei dem wie. ihm wollo: das gegebeneMonogramm wird jetzt fast allgemein den Jakob Cornelisz. von Oost-sanen im Waterland zugeschrieben, ohne dass man ihn für einenFormschnoidcr hält. Das Monogramm passt aber auf diesen Künstlernicht, und somit kann es nur den Formschneider andeuten. DieserFormschnoidcr ist aber Maler, und somit auch Zeichner gewesen, undwir nennen ihn, ohne der Ansicht eines zweiten entgegenzutreten, Janvan der Meren, welcher schon vor Jakob Cornelisz. auftritt, und nochder älteren Schule angehört, deren Richtung sich auch in den Holz-schnitten ausspricht.

Bartsch VII. S. 444 beschreibt 21 Holzschnitte, Passavant III.p. 24 ff. bringt aber das Verzcichniss auf 127 Nummern. Wir gebenhier ebenfalls das Vcrzeichniss der Blätter; die Artikel über JohannWalther van Assen, und Jakob Cornelisz im Künstler-Lexicon fallen.Oh. lc Blanc I. p. 61 hält noch den Walther van Assen fest, undauch Ch. Kramm ahmt ihm nach. Letzterer hält den Jakob Corneliszfür eine andere Person, und kann sich nicht erklären, warum diedeutschen Herren den Namen Jakob Cornelisz. auf Jan Walther vauAssen übertragen. Ch. le Blanc ist derselben Ansicht, und will den