Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
1037
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IL. Nr. 2718. 1037

Kolmar abe. von feinen Oelleren ain \ augspurger bm Qbur) »< Desgeschleckte vo hrtl \ u. geporn (?) «es»« erben zu kolma. anno14-99. | . . . . mf ale . . . . homungs dem got genad. |

..... Ich fein jünger Hans burgkmair jm jar 14-8(1.

Jetzt ist uns Hans Largkmair auf einmal entschwunden, denn mankann nicht l.rykmair lesen. Das früher gemuthmasste l ist eher 6,und der durch den Punkt ausgedrückte Buchstahe erscheint als einbeschädigtes « oder v. E. Förster liest entschieden burgkmair, undsucht für Hans Burgkmair noch anderweitig die Identität der Handschriftnachzuweisen. Daraus würde nun folgen, dass Hans Burgkmair I4.H8Schüler des M. Schongauer war, und dass er das Bildniss dieses Mei-sters, wenn auch nicht gemalt, doch besessen habe. Nach dem Lebenkönnte er den Martin Schongauer keineswegs gemalt haben, denn dasfragliche Bildniss in München stellt einen Mann in den ersten Dreis-sigern vor. Ueber dem Porträt steht: HIPSCH MARTIN SCHOfl-GAVER 14-03. So liest man in München die Jahrzahl, nach welcheraber Burgkmair ausgeschlossen werden müsste , da er erst 1488als Schüler des Schongauer genannt wird. Die Jahrzahl über demBildnisse ist aber auch nicht 1483, sondern 1453. Dasselbe Bildnissexistirt noch einmal in der Gallerie zu Siena, und ist dort ganz deut-lich 1453 bezeichnet. Es fragt sich, welches Bild Copic ist. Erkennenwir, wie nicht unwahrscheinlich, in dem Gemälde das Originalporträtdes Martin Schongauer, dann hat Burgkmair es von den Erben desMeisters in Kolmar erhalten, und der Zettel auf der Rückseite gibtseine Handschrift. In diesem Falle hat er aber das Bild nicht gemalt,sondern nur beigeschrieben, was ihm interessant schien. Die Ueber-schrift des Bildnisses muss aber schon ursprünglich vorhanden gewesenseyn, und es fragt sich weiter, ob das Bild in Siena Copie sei. Deraufgeklebte Zettel des Münchener Bildnisses scheint für das Originalzu sprechen.

Damit wäre nun Hans Largkmair entfernt. In München wird ihmzwar noch ein zweites Gemälde zugeschrieben, Christus am Kreuzemit Maria und Johannes in kleinen Figuren mit der Bezeichnung:Im Jahr 1504-. L. Wenn diese Inschrift acht ist, so haben wir wohleinen Meister L, Hans Largkmair hat aber jetzt den Boden verloren.Es wird ihm zwar auch in der k. k. Gallerie zu Wien ein Altärchenmit den davon getrennten Flügeln zugeschrieben, es hat aber im Tech-nischen nicht die geringste Aehnlichkeit mit dem Bildnisse Sclion-gauer's. Ch. v. Mechel taufte 1783 den Verfertiger Hans Leykmann,welchen später Ch. Th. v. Murr fälschlich aus dem Zettel des Münch-ner Bildes herauslas. Sandrart kannte indessen ebenfalls einen HansLarkmair, scheint ihn aber mit Hans Lindeumayer zu verwechseln.Wenn Fiorillo in seinen kleinen Schriften einen Hans Lcyckmann fest-hält, so folgt er nur den Angaben bei Ch. v. Mechel und Ch. Th. v.Murr. Beide sind nicht historisch nachzuweisen, und müssen dahereinem anderen Künstler Platz machen, nämlich dem Hans Lindenmayer,dem Sohn des Kraft Lindenmayer in Ulm. Hans war Schüler desMartin Schongauer. Er malte in Oel und auf Glas, und wenn daherGemälde mit IL vorkommen, so werden sie von Hans Lindenmayerherrühren. Nach Brulliot II. No. 1563 findet man alte Gemälde mitdiesen Initialen, welche dem unhaltbaren Hans Largkmair zugeschrie-ben wurden. Hans Lindenmayer war in Ulm thätig. Im Jahre 1490schenkte er auf den Fronaltar der Pfarrkirche daselbst ein silbernesBild des hl. Jobannes.