Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
961
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IH. Nr. 2K01. 961

nouiter casligatü et emaculalü aditiöibus. raris et invisis. necnoncü labularum in dorso jucunda explanalione —. Hoc bona menteLaurelius l'hrisitts atiis AppoUinee doctor — in lucem jussil prodire.Dann folgt die Dedication des Thomas Aucnparius von Strassburg anDr. Laurentius l'hrisius, mit der Schlussschritt: Vale Argentoraci exEdibus nostris Die X. Mensis Januar ii. Anno Chri. MO XXII., gr. fol.Diese Ausgabe hat grosso architektonisch verzierte Titelblätter mitFiguren, auf welchen unten eine 4 Z. 8 L. breite und 2 Z. 5 L. hoheVignette mit obigem Namenszeichen sich wiederholt. Oben enthält sieauf schwarzem, mit Arabesken sezierten Grunde einen sitzenden Geniuszwischen zwei Füllhörnern. Im unteren Thcile gehen rechts und linksvom Schilde Figuren in Laubwerk aus. Ausser den reichen Titel-bordüren sind zur Illustration des Textes verschiedene Darstellungenaus der Geschichte der Völker eingedruckt, wobei immer der Fabeldie meiste Rechnung getragen ist, um das Auge durch das Ungewöhn-liche zu ergötzen. Diese Compositionon haben noch das Gepräge derälteren Schule, nur in den Bordflren ist eine Hinneigung zu derfrüheren Auffassungsweite des Hans Holbein zu bemerken. Die Buch-staben /// können sieh aber nicht auf diesen Meister beziehen.

Eine neue Auflage dieses Werkes erschien unter dem Titel: ClaudiiPtolomaei Geographica« Enarrationis Libri Octo Bilipaldo Pirck-heymhe.ro interprete Annolaliones Joannis de Regio Monte in errorescommissos a Javobo Angelo in translatione sua. Argentorati, Joh.Grieningcr communibus Joh. lioberger MÜXXV, gr. fol. Diese Aus-gabe enthält dieselben reichen TitcHiordüren. Man wollte sie auchdem Joronymus Hopfer von Augsburg zuschreiben, da sich dieserMeister ebenfalls der Initialen 1.11. bediente, wie aus dem folgendenArtikel zu ersehen ist. Von diesem Meister sind nur Kupfersticheund Radirungen bekannt, und es ist nicht nachzuweisen, dass er auchin Holz geschnitten hat. Ueberdiess lebte Jeronymus Hopfer von Strass-burg ferne, und es ist daher anzunehmen, dass der Zeichner oder Form-schneider in der genannten Stadt gelebt habe. Auf Hans Holbein könnenwir nicht Rücksicht nehmen, da sich in der Zeichnung seine Kunstrichtungnicht ausspricht. Wir halten uns daher an Johannes Herbster, da dieserdamals in Strassburg thätig war, und / H gezeichnet haben könnte.

R. Weigel schreibt im Kunstkatalog No. 14,1 IH dem Hans Herbstmit grosser Wahrscheinlichkeit die 1!) Holzschnitte mit Leidensscenendes Herrn in folgendem Werke zu: Der Passion oder d& lyden JesuChristi unsers herren, nach dem texl der fyer Evangelisten, wiejn dann der hochgelert Doctor Johannes Geyler von Keyserssbergan Strassburg jiirlich geprediget hell. S. I. et a., fol. Weigel sagt,dass in diesen Bildern mehr das Phantastische der Elsassischen Schuleeines M. Sehongauer und Hans Baidung Grien, als der Dürer'schcnSchule herrsche. Die Figuren sind etwas plump, die Köpfe etwasgross, sonst aber kommen sie den Schäufelein'schen Holzschnittennahe. Das Werk erschien um liilO, und Herbst muss also damalsdem Bilderdienst noch gehuldigt haben. Da sich dieser Meister Herbstoder Herbster in Basel im Hause des Johannes Oporinus, des Buch-druckers , aufgehalten hat, so kann man annehmen, dass er auchZeichnungen für die Offizin desselben gefertigt habe. Die Druckwerkedes Oporinus sind gewöhnlich mit Holzschnitten verziert, und mankönnte sogar vermuthen, dass der strenge Zwinglianer auch in Holzgeschnitten habe, da er keine Heiligenbilder mehr malen wollte. Mannannte diesen Meister auch Hans Hirtz, im Basler Zunftbuche stehtaber Herbst, und unter seinem Bildnisse von Holbein Johannes Herbster.

Monogrammiston Bd. III, 61