Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
873
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ID. Nr. 2172—2176. 873

2172. Jcröme Denis, Buchhändler zu Paris um 1529, bedientesich einer schönen in Metall geschnittenen Vignette, welcheeinen mit Schriftbändern durchschlungenen Baum vorstellt.Oben in der Krone steht die Fortuna mit fliegendem Haar,und hält eine Bandrolle mit der Schrift: cöfide in dSokt invoc nomk kivs. Ein Mann will auf den Baum steigen,

es hält ihn aber der Löwe am Kleide zurück. Links unten am dürrenAste hängt das Täfelchen mit den Initialen. 11. 4 Z. Br. 2 Z. 2 L.

2173. Jehan Saint-Denls, Buchhändler in Paris von 1510—1530,

bediente sich eines Signets in Metallschnitt, welchesoben zwischen den Aesten eines beschnittenen Baumesdie Sphäre mit Christus am Kreuze zeigt. Links stehtein Gelehrter, rechts ein Schäfer, beide als Halter desam Baume hängenden Schildes. Zwischen den Buch-staben I D steht ein heiliger Bischof. In der schmalen

Einfassung des Bildes steht von oben an: ENSEIGNE ° MOY° MON°

DIEV -------. H. 2 Z. 6 L. Br. 1 Z. 10 L.

2174. Unbekannter Meister, welcher im letzten Decennium des18. Jahrhunderts gelebt zu haben scheint. Durch diesesZeichen deutete ein alter Schreibmeister, oder ein Form-schneider seinen Namen an. Man findet es auf einemgrossen Blatte, welches ein in Holz geschnittenes alt-

9iitsches Versal-Alphabet enthält. Die Buchstaben erscheinen weissauf schwarzem Grunde. Höhe mit der zackigen Einfassung 9 Z. 4 L.Br. 14 Z. 6 L. Dieser Holzschnitt ist sehr selten.

2175. unbekannter Kupferstecher, welcher gegen Endo des 1 4. Jahr-■ v hunderts thätig war. Er copirte das Blatt von Martin Schongauer,

welches St. Anton den Eremiten vorstellt, B. No. 46. Der Heiligeist von der Gegenseite vorgestellt, und hält demnach den Kreuzstockund die Glocke in der rechten Hand. Zu seinen Füssen ist das Schwein,und neben dem Kopfe des Eremiten bemerkt man die Buchstaben t o.H. 3 Z. 3 L. Br. 2 Z. 3 L. Dieses Blatt ist sehr selten, und wahr-scheinlich Arbeit eines Goldschmiedes.

2176. Jean Duvet, genannt der Meister mit dem EinhornHlHi II Y1 (k e Maitre ä la licorne), wurde 1485 in Langres geboren,|l p Dl ijj und trat in Dijon als Goldschmied auf. Als solcher malteUIZJ,/L-/I—// er auch in Email, und durch das Niclliren kam er zurKupferstecherkunst. Später trat Duvet in Dienste des Königs Franz I.,und dann in jene des Königs Heinrich II. Graf Leon de Laborde(Notice des emaux &c. Paris 1852 p. 90) fand eine Rechnung von 1529,nach welcher der Künstler für eine in Gold und Silber verzierte Wasch-schüssel 205 £. Tournois erhielt. Seine Kupferstiche sind aber von1520—1555 datirt. Das letzte Werk des Meisters ist die Apokalypsein 24 Blättern, welche Bartsch VII. p. 12—35 und Robert-DumesnilI. No. 27—49 beschreibt. Das erste Blatt stellt den Jehan Duvet alsJohannes vor, wie er die Visionen niederschreibt. In dem offenenBuche steht: HB. APOC. BEAT. WH. APO. , .und auf einem Täfel-chen daneben: WH. DVVET AVRJFAB. UNGON. ANOR. 70 HASHIST. PERFEC1T 1055. Daraus ersehen wir, dass der Künstler1485 geboren wurde, und nicht gegen 1512, wie fast alle früherenSchriftsteller angeben. Auch über den Namen kann kein Zweifel ob-walten, und es ist daher ein sonderbarer Irrthum, wenn der KünstlerDanet genannt wird. Er schrieb Jannes Dvvet, Johannes Dwetund Dvvet