Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
845
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IC. Nr. 2062—2063. 848

stellt den hl. Romuald mit Kirchenmodell und Buch vor. Links knietder Verfasser des Werkes, dessen Name: PETRVS DELPHIAVS GE-NERALIS, auf einer Tafel steht.

2062. Jean Courtois oder Courtoys, Emailmaler in Limoges, wart fi der Sohn des Glasmalers Robert Courtois von Mans, welcher1 vi schon 1498 ein Fenster der Kirche in La Ferte-Benard malte,und sofort viele Jahre thätig war. Noch im Jahre 11532 malte er einFenster für jene Kirche, und 1540 war er mit der Restauration einesalten beschäftiget. Jean Courtois übte anfangs wohl ebenfalls die Glas-malerei, bis ihm die in Limoges mit Schwung betriebene neue Kunstdes Emaillirens eine andere Richtung anwies. Er ist vermuthlich derBruder des Pierre Courtois, welcher unter den Initialen P.C. seineStelle findet. Die Geschichte der Emailmalerei war bis in die neuesteZeit nur spärlich bearbeitet, im Jahre 18B2 verbreitete aber Graf L.de Laborde Licht über dieses interessante Feld durch seine Kolicedes Emanx, exposis dans les Galeries du Musie du Louvre. HeberJ. Courtois handelt Mr. L. de Laborde p. 2!i4, und beschreibt inNo. 392—410 Werke von seiner Hand. Die meisten dieser Emailentragen die Initialen I.C., keines den Namen des Künstlers. In derk. Kunstkammer zu Berlin (Kugler's Beschreibung S. 141) ist aber einBildchen der Ausstellung Christi nach A. Dürrer's Holzschnitt wie folgtbezeichnet: A Limoges par Jehan Court, du Vigier. 1556. Daselbstsind auch zwei Schüsseln und zwei kleine Platten mit /. C. signirt,welche einem anderen Künstler angehören. Dieser Jehan Court istmit dem Jean Courtois des Mr. de Laborde nicht Eine Person. UeberJean Court dil Vigier handeln wir unter /. C. D. V.

Die Manier des J. Courtois ist eigenthümlich und zugleich ein-förmig, so dass sie Mr. de Laborde in wenigen Zügen charakterisirt.Sein Email ist glänzend und wie Glas verschmolzen. Er liebte reicheCompositionen, brachte am ausgedehnten Horizonte Landschaften an,und malte auch innere Ansichten mit Hauscinrichtung. Die Farbensind glänzend, es herrscht durchgehends ein Roth, welches die Farbedes Fleisches des Mcersalm hat. - Er malte damit das Fleisch seinerFiguren, das Pferd, den Hund, die Säcke, den Bart der Männer unddie Gcwandtheile. Ueberall sind Goldlichtcr angebracht, welche erschraffirte. Um der Einförmigkeit zu begegnen, zierte er seine Plat-ten, Schaalen &c. mit Arabesken in Gold und Farben. Die Goldbor-düren erscheinen auf schwarzem, weisses Blätterwork auf bläulichemGrunde mit Goldgeschlängel. Alles ist sorgfältig behandelt, es fehltaber bei allem Glänze in den farbigen Bildern und in den Grisaillendas künstlerische Talent, der schlagende Effekt. Man glaubt Minia-turen in allen Manuscriptcn zu sehen, wozu die Blätter der Klein-meister das Vorbild gegeben haben. Die grossen Emaillen machendie Schwäche des Künstlers noch fühlbarer, als die kleinen. In Folgeseines Mangels an schöpferischem Talente wiederholte er sich öfter,so dass er einmal dasselbe Bild in Farben, dann monochrom behan-delte. Die Penicauds und L. Limosin wählten das Gold nur zurHöhung ihrer farbigen Emaillen, J. Courtois wählte es als Hauptmittelder Darstellung. Von ihm an datirt der Missbrauch der Goldhöhungen,worin er von Susanna de Court, Martial Courtois, Johann und JosephLimosin nachgeahmt wurde. Die Emaillen der zuerst genannten Künst-lerin wurden oft für die seinigen genommen.

2063. Unbekannter Goldschmied, welcher wahrscheinlich gegen_, Endo des 16. Jahrhunderts lebte. Man findet ein Blättchen von

*■ G höchst manierirter Zeichnung, welches mit den Initialen des