Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
725
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I. Nr. 11744 ft»

tu. Mit diesem verband sich manchmal der Buchdrucker Philipp Pi-gouchet, welcher selbst zu den Metallschneidern gezählt wird, wenner es nicht bei der Kunst des Abklatschens bewenden Hess. Es wur-den daher mit geringer Ausnahme zu den verschiedenen Ausgaben derLivres d'Heures dieselben Metallstöcke benützt, und daher bleibt sichder Styl der Bilder und der Randleisten so ziemlich gleich. Nur istes nicht historisch nachzuweisen, dass der Jollat des Mr. Papillon schon1486 ff. für Simon Vostre Metallstöcke geliefert habe. Auf keinemBlatte dieser seltenen Druckwerke kommt ein Zeichen vor, deutlichaber nennt sich Jollat auf den Metallstichen der Anatomie des CharlesEtienne. Das Zeichen des Merkur brachte den Mr. G. Duplessis (Hist.de la gravure en France. Paris 10611 zu der Ansicht, dass derKünstler Mercnre Jollat heisse, was wir dahingestellt seyn lassen. Mr.Duplessis, dessen Werk von der Akademie der schönen Künste gekröntwurde, findet auch die Ansicht, dass Jollat in Metall gestochen habe,gerade nicht verwerflich, die Verbindung des Künstlers mit SimonVostre schneidet er aber dadurch ab, dass er den Jollat zu Ende des15. Jahrhunderts geboren werden lässt, aber ohne einen triftigerenGrund zu haben, als jene, welche in den Illustrationen der Gebetbüchervon S. Vostre und Ph. Pigouchet die Hand des von Papillon erwähntenJollat vermuthen. Duplessis sagt, dass er eine grosse Anzahl von Holz-schnitten jenes Mercure Jollat durchsucht habe, und nennt zuerst eingegen 1530 erschienenes Werk: Raison rf' Architecture antique, ex-traite de Vitruve et aulres anciens architectes, nouvellement tra-duit d'espaignol en francoys ä Vutilili de c.eux qui se dilectent enidißces —. Imprimi par Simon de Colines demourant ä Paris, rueSaint- Johan- de- Beauvais, ä Penseigne de Soleil d'or, 4. Dieoben gegebene Signatur findet man auf Metallschnitten folgenden Werkes:De disseclione partium corporis humani lihri tres, a Carlo Ste-phan o, doctore medico, editi, una cum figuris et incisiunum de-clarationibus, a Stephano Rtoerio chirurgo compositis. Parisiis,apud Simonem Colinaeum i346, fol. In demselben Jahre erschienauch eine Ausgabe in französischer Uebersetzung. Die zahlreichenAbbildungen dieses anatomischen Buches stammen aus einer früherenZeit, indem die Jahrzahlen 1530, 1531 und 1532 darauf vorkommen.Einen Theil der Zeichnung scheint der Chirurg Stephan Riviere ge-liefert zu haben, indem auf einem Blatte S. R. vorkommt. Die Zeich-nung ist aber durchaus von gleicher Güte, und man scheint ältere,weniger wichtige anatomische Abbildungen copirt zu haben. Am schwäch-sten sind die ersteren, erst von Seite 239 an bemerkt man den in derSchule von Fontainebleau sich geltend machenden Einfluss des MichelAngelo, oder Jean Cousin, welcher als der französische Michel Angelogilt. Auf einigen Blättern kommt das Kreuz von Lothringen (=£) vor,und selbst auf Schnitten mit Jollat's Signatur. Dieses Zeichen willman jetzt auf Geofroy Tory deuten, in diesem Falle könnte man abernur annehmen, dass dieser Maler und Graveur Zeichnungen zur Ana-tomie geliefert habe. Duplessis meint indessen, das Kreuz von Lo-thringen, welches öfter, und auch auf Stichen von P. Woeriot vor-kommt, sei nur als Zeichen eines Atelier für Graveure zu betrachten,und der Chef eines solchen soll auch Geofroy Tory gewesen seyn.Vgl. II. No. 2617.

1744. Jakob Stella, Historienmaler, Radirer und Formschneider,

, I <JLr .j geboren zu Lyon 1596, gestorben zu Paris 1657, ist im

' "^y <- / _^. Künstler-Lcxicon eingeführt, und hinsichtlich der Radir-

I 0 '%,}/ "^" ungen verweisen wir auf den Peintre - graveur francMs

par Robert-Dumesnil VII. p. 159. Auf keinem dieser Blätter kommt