Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
712
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712 II W. Nr. 1698—1701.

druckt zu Nürnberg durch Hans Glaser Brieffmaler auff Sand Lo-rentzen Platz. II. 8 Z. Br. 24 Z. 1 L.

Andere Blätter mit der Adresse des Hans Glaser haben wir unterHG Nc. 972 aufgezählt.

1698. Unbekannter Formschneider, welcher zu Anfang des 17.-t_t vsrr Jahrhunderts in Salzburg gelebt haben dürfte. HolzschnitteT~l°vv' mit den Initialen seines Namens findet man im Missale Ro-,pTVV^ manum. Salisburgi ex officina Conradi Kürneri M.DC. V. fol.^ w Die Holzschnitte nehmen die Blattscite ein, und könntenschon früher benützt worden seyn. Jene mit Christus am Kreuze unddem Abendmahl des Herrn haben noch das Gepräge des 1(5. Jahrhunderts.

1699. Hans Wertinger behauptete iu den ersten Decennien des 16.

H-r . j Jahrhunderts als Portraitmaler eine hervorragende Stelle.V/\/ Er muss längere Zeit am herzoglich bayerischen Hof in* V München gelebt haben, da ihm von jeher mehrere Bild-nisse von bayerischen Fürsten zugeschrieben wurden. Sie werden mitvielen anderen im Ahnensaalo der Gallerie in Schieissheim aufbewahrt,doch sind nur im alten Cataloge von J. N. v. Weizenfeld Wertinger'sPortraite genannt, G. v. Dillis strich seinen Namen aus dem Verzeich-nisse. Doch wohl mit Unrecht, indem ein Theil der Bildnisse auf derBückseite H. W. gezeichnet ist. Auch im bayerischen Nationalmuseumwird ein sehr schönes Bildniss aufbewahrt, jenes des jungen HerzogsLudwig von 1816. Dieses Portrait ist in der Weise des II. Holbeinsehr zart behandelt, und eine besondere Mühe gab sich der Künstlermit dem feinen Haare. Herzog Ludwig ist in seinem 21. Jahre darge-stellt. Das älteste der in Schieissheim vorhandenen Bildnisse ist jenesdes 1508 verstorbenen Herzogs Albert IV. Den Schluss bildet wohldas Portrait des Herzogs Albert V., welcher 1579 starb. G. Dillis zähltebei der Anfertigung des neuen Cataloges die Ahnenbilder nicht auf,und daher wurde Wertinger nicht weiter erwähnt.

1700. Hans Weyer, Maler und Zeichner von Coburg, soll nach/5V/ B ru ^' ot U- "°- 1275 durch diese Initialen seinen Namen an-LJXV/ ß e d°utet haben. In Coburg lebte allerdings ein Künstler diesesnW Namens, er ist aber viel jünger als der Meister H. W. von 1534,und ein älterer Hans Weyer aus jener Stadt ist nicht bekannt. Diegegebenen Initialen findet man auf dem Bildnisse des Christian Tücher,welches Hans Troschcl gestochen hat, 8. Dieser Troschel lebte viel späterin Nürnberg, und muss also zu Anfang des 17. Jahrhunderts daselbstdas Bildniss zum Stiche gewählt haben. Im v. Praun'schcn Cabinotfandsich eine Zeichnung mit H. W. 1530, das Bildniss eines jungen Mäd-chens mit der Beischrift: N. G. Aet. 10. Vielleicht handelt es sichum Hans Wertinger, den vorhergehenden Meister, wenn er 1538 nochgelebt hat.

1701. Unbekannter Zeichner oder Maler, welcher in der zweiten

H\y/ Hälfte des 16. Jahrhunderts thätig war. Wir kennen nur. Vv. Zeichnungen mit HW, auf welchen aber die Initialen nicht(T-J'w/^l i mmer eingefasst sind. Auch ist es möglich, dass zwei{.Fl WJ Künstler H W gezeichnet haben. Die gegebenen Buchstabenfanden wir auf einer Zeichnung mit der Auferstehung Christi, welche inAquarell behandelt ist, fol. Eine andere Zeichnung mit H W 1502stellt die Auferstehung der Todten vor. Sie ist mit der Feder umrissen,colorirt und mit Gold gehöht, fol. Eine Zeichnung aus der Sammlungdes Dekan und Antistes Veit in Schaffhausen ist H W 1 5 72 signirt.Sie stellt die hl. Jungfrau mit dem Kinde vor, wie sie auf die neben