Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
670
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070 HV. No. 159S—1890.

0. Ein Weizenhalm mit i!i Achren, fliegendes Blatt mit der Schrift:Ein wunderbare doch fr blicke gestall vnd qewechs, eines halmenzimlichen dickin eines geraden Mannes hoch, mit fünffzehen Ehren— bey Maisch am Bruckrein, Im iWi jar gewachsen. Von Hein-rich, Vogtherrn conlerfeit, f'ol.

Unten steht ein Gedicht:

Secht zu ir Christen all zu gleichWas Gott fürbildt von himelreich etc.

Diese heiden Matter beschreiht Wichmann - Kadow in Namnann'sArchiv I, S. 11(4, und er fragt, ob sie dem jüngeren Vogtherr angehören.Der ältere Meister dieses Namens war, wie oben bemerkt, 1837 bereitsnicht mehr am Leben, und nach dem Loosbuchc kann man den jüngerenVogtherr auch als Dichter annehmen.

7. Ausslegung vnnd beschreibung der Analhomie oder Abconter-f'etung eignes inwendigen cörpers des manns vnnd weibes, mill er-klerung seiner innerlichen gelider, wie vü wo hin ein jedes vongott erschaffen vnd geordnet, das menschlich leben zu uffent halten.Dem gemeinen menschen zu einem Kurtzen vnnd verslenllichenbefiehl. Gedruckt zu Strassburg durch Heinrichen Vogtherren.Anno MD XXXIX, 4.

Auf dem Titel und am Schlüsse dieses Werkes ist das Wappendes H. Vogtherr eingedruckt, und im Text kommen kleine Holzschnittevor. In demselben Jahre erschienen auch zwei grosse Holzschnittemit der Anatomie eines Mannes und eines Weibes mit Aufklappungen,und das obige Werkchen scheint die Erklärung zu enthalten. Manschreibt diese Holzschnitte dem älteren Vogtherr zu, sie köiyien abernur von dem jüngeren herrühren.

8. Wappen von Patriziern der Reichstadt Augsburg, in Stahl ra-dirt. Siehe den folgenden Artikel.

1596. Heinrich Vogtherr kann auf den ersten Blick für den Träger-O_____ dieses Zeichens gehalten werden, da das obige Mono-gramm fast dieselbe Form bietet. In keinem Falle han-delt es sich aber um den älteren Künstler dieses Namens,und von dem jüngeren ist noch kein Gemälde bekanntgeworden. Nach der gefälligen Mittheilung des Herrn E. Harzen findetman das gegebene Zeichen auf einem Oelbild, welches ein Weib mitSchwert und Buch in einer felsigen Landschaft vorstellt. Der Malerzeigt sich als schwacher Zeichner, und das Colorit ist kalt. Uebrigensaber ist das Bild trefflich behandelt. Harzen sah es in einer Privat-sammlung zu Brüssel, und zweifelt, ob es von Vogtherr herrühre, ob-gleich das Gemälde aus dem 10. Jahrhundert stammt. Wir kennenübrigens noch einen anderen Heinrich Vogtherr. Er lebte Ii5!i4 inWien, und es kann sich nicht um den Strassburger Meister handeln.Mit dem Jahre 1541 verlieren wir dessen Spur, dagegen tritt aber inAugsburg 1545 ein H. E. Vogtherr auf, und zwar mit Hans Burgkmairjunior. R. Weigel nennt im Kunstkataloge No. 874K eine Folge von23 Wappen, welche von H. Burgkmaier und H. E. Vogtherr auf Stahlgeätzt sind. Weigel hatte ein Exemplar mit dem geschriebenen Titel:Wappen und desselben Wappenhaltern einiger Adelichen Geschlechtein des heil. Rom. Reichsstadt Augspurg. Dabei ist auch das Wappender Stadt mit Vogtherr's und Burgkmair's Namen und der Jahrzahl ir>Wi.Dieser II. E. Vogtherr kann nicht der jüngere Heinrich Vogtherrin Strassburg seyn, er wird aber ebenfalls Heinrich geheissen haben,indem P. von Stetten I. S. 279 sagt, dass 1K41 ein Heinrich Vogtherrin Augsburg sich aufgehalten habe.