6S8 HSV —HS W. Nr. 1560-1562.
Werk über die Künstler der Stadt Ulm hinterlassen hat. Die Formdes Buchstaben P ist für die Zeit von 1477 etwas bedenklich, da siezu modern erscheint. Sic passt eher für einen jüngeren Künstlerdieses Namens, welcher um 1652 als Bürger in Ulm vorkommt.
1560. Unbekannter Goldschmied, welcher um 1560 thätig war,und der deutschen Schule angehört. Das gegebene Zeichen
J5I-7 findet man auf einem Blatte, welches den Merkur mit Helmund fliegendem Mantel vorstellt. Er steht von vorn gesehen,
aber den Kopf nach links gewandt, mit dem Schlangcnstabc in derlinken Hand, und die rechte an die Hüfte gelegt. Oben links sinddie Himmelszeichen der Jungfrau und der Zwillinge in kleinen Figuren,und links unten am Fusse des Baumes ist das Täfelchen mit demMonogramme an den Felsen gelehnt. Rechts in der Ferne zeigt sicheine Stadt. H. 3 Z. 1 L. Br. 1 Z. 10 L. Der Stich dieses Blattesist unbeholfen, im Ganzen aber das Bild gefällig. Das Vorbild gabhöchst wahrscheinlich das Blatt des Meisters /. B., Bartsch VIII. p. *.J04No. 16. In diesem Falle könnte unser Meister die ganze Folge derPlaneten copirt haben. Das gegebene Zeichen im Täfelchen ist mitleichten schiefen Linien überschnitten. Brulliot App. I. No. 296 gibtdie Buchstaben ausgefüllt.
Von demselben Meister, und mit vollen Buchstaben des Mono-gramms, sind auch zwei Musterblätter für Goldschmiede vorhanden.Das eine gibt ein verziertes Ohrgehänge mit Steinen und einer Perle,das andere enthält ein rundes Zierfcld von vier kleineren umgeben.Unten zwischen beiden ist das Monogramm. Diese sehr seltenenMusterblätter gehören wahrscheinlich zu einer Folge. Die Platte zurPendeloque ist 3 Z. 2 L. hoch, und 2 Z. 4 L. breit, jene zu denBünden 3 Z. 3 L. hoch, und 2 Z. 4 L. breit.
Die Platte mit dem Merkur scheint sich erhalten zu haben, daneuere Abdrücke vorkommen. Die .alten sind sehr selten. Vgl. auchden folgenden Artikel.
1561. H. van Schuppen, Kupferstecher, ist durch landschaftlicheTcjr Blätter nach Zeichnungen von Giovanni Maggi bekannt. Letzterer&r arbeitete um 1595-1625 in Rom, und damit ist auch die Blüthe-zeit des H. van Schuppen bekannt. Man weiss nicht, in welchem Ver-hältnisse er zu den holländischen Meistern dieses Namens stehe. Erscheint in Rom gelebt zu haben, und daher mag es kommen, dass erim Vaterlande vergessen wurde. In einigen Catalogen wird der vorher-gehende Meister Hans van Schuppen genannt, aber nur aus Miss-verständniss des Artikels bei Brulliot I. No. 2S17. Der obige Mono-grammist, welcher das Blatt mit dem Merkur gestochen hat, arbeitetein der Art der deutschen Kleinmeister, ist viel älter, und wurde nurwillkürlich Hans van Schuppen genannt.
Ein Blatt mit obigem Zeichen stellt eine bergige Landschaft vor,welche im Vorgrunde ein Canal durchzieht. Im Mittelgründe rechtssind Ruinen, und in Mitte desselben erhebt sich eine Kirche mit vier-eckigem, spitzig zulaufendem Thurme. Links auf der Höhe bemerktman einen Soldaten mit der Hellebarde auf der Achsel. Unten steht:Joannes Maggius invenlor. Just. Sadeler ex. Dann folgt das Mono-gramm, qu. fol.
1562. Unbekannter Kupferstecher, welcher um 1570 in einem; T . Winkel Deutschlands thätig war. Bartsch IX. p. 540 beschreibtIJn ein Blatt mit diesem Zeichen, welches den leidenden Heilandv7 sitzend nach links vorstellt. Das Zeichen mit der Jahrzahl i 57 1