Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
617
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HSB. Nr. 1811. 617

sind aber selten, was sich aus der grossen Anzahl seiner Kupfersticheund Holzschnitte erklärt. Auf der k. Bibliothek in Aschaffenbnrg istein Gebetbuch, welches er für den Cardinal-Erzbischof Albert vonBrandenburg mit Nikolaus Glockenthon mit prächtigen Miniaturen ver-ziert hat. Für diesen Cardinal malte er auch ein Bild in Ool, dieBathseba im Bade von David belauscht. Die Badende ist das Bildnissder Margaretha Ridinger, der Hausfreundin des Erzbischoi's, welcherdieselbe vom Balkon in Eftigie belauscht, während David so weit zurückist, dass er sie gar nicht sehen kann. Man lernt aber den Beham nuraus den Kupferstichen kennen, welche durch die hohe Vollendung derTechnik einen eigenen Reiz gewinnen. In seinen früheren Blätternbemerkt man die Richtung der Dflrer'schen Schule, später gewann aberin seiner Zeichnung die italienische Weise das Uebergewicht, wie beiBarthal Beham, Jakob Bink und Georg Pencz. Diese Meister, undnamentlich auch Hans Sebald Beham, übten durch ihren Wechsel desStyls einen merkbaren Einfluss auf die deutsche Schule des 10. Jahr-hunderts. Hüsgen verbreitete im artistischen Magazin 1790 ohne wei-teren Beweis die Nachricht, dass Beham in Frankfurt a. M., wo ergegen 1340 das Bürgerrecht erhielt, wegen fortgesetzter Hurenwirth-schaft von Gerichtswegen ersäuft worden sei. Er wollte wissen, dassdiese Execution 1845 stattgefunden habe, und wird aber schon durchden Umstand widerlegt, dass noch Blätter mit der Jahrzahl i!iW) vor-handen sind. Wir nehmen daher mit vollem Rechte an , dass derKünstler 1880 eines natürlichen Todes gestorben sei. Diese Zeit be-stimmt auch Vincenz Steinmeyer in der Vorrede seines 1020 zu Frank-furt gedruckten Kunstbüchleins: Newe künstliche, Wohlgerissenc nnndin Höh geschnittene Figuren etc.. V. Stoinmeyer besass eine grosseAnzahl von alten Holzplatten, welche er 1020 wieder abdrucken liess.Darunter waren auch solche mit dem Monogramme des H. S. Beham.welche jetzt im fürstlich Wallerstein'schcn Cahinet aufbewahrt werden.D;e Abdrücke blieben Bartsch unbekannt. Steinmeyer gibt dem Künstlerein Alter von 80 Jahren, und sagt kein Wort von dem schlechten Wandeldesselben, was wohl nicht unerwähnt geblieben wäre, wenn Beham einensolchen schmählichen Tod erlitten hätte, lieber sein Geburtsjahr habenwir auch noch ein anderes Zeugniss, nämlich einen anonymen Kupfer-stich mit drei Medaillons der Länge nach. In jenem links ist eineFrauenbüste mit der Umschrift: ANNA BEHAM1N ALT XXXVI IARMDXXXX. Im mittleren Medaillon ist das Zeichen des Künstlers vonzwei Lorbeerzweigen umgeben, und im Medaillon rechts eine Männer-büste mit der Schrift: SEBOLT BEHAM MALER XXXX IAR ALT.Unter dem mittleren Ovale steht: Sculpsit in lapide. H. 2 Z. Br. 4 Z. 4L.Nach diesem Stiche hat Wenzel Hollar wahrscheinlich die ähnliche Dar-stellung radirt. Im ersten Drucke hat das Blatt desselben die Schrift:W. Hollar fecit iü'rt, im zweiten: W. Hollar fecit USM. \ HS. B.Sculpsit in lapide ex Collectione henrici van der Borcht franeofurli,und im dritten Zustande ist im mittleren Medaillon ein ans CTNKbestehendes Monogramm. Die Medaillons in Speckstein, welche Heinrichvan der Borcht besass , sind jetzt in der k. Kunstkammer zu Berlin.Die zu beiden gehörige, auf einem gesonderten Medaillon gearbeiteteRückseite enthält von einem Kranze umgeben das Monogramm desKünstlers.

H. S. Beham wechselte mit dem Monogramme, indem es auf vielenBlättern aus HSB, auf anderen aus HSP besteht. Er zeichnet so inverschiedenen Zeiten, in seiner früheren und seiner späteren Periode.Es ist also unrichtig, wenn wir lesen, dass Beham von 1819—1830HSB, und von 1831—1849 HSP signirt habe. Der Wechsel erklärt