Weg
HR. Nr. 1409-1411. SSI
1409. Unbekannter Formschneider, welcher zu Anfang des^jx 17. Jahrhundert in Wittenberg gelebt zu haben scheint. Ert!v schnitt Vignetten für Buchdrucker, welche allegorische Figurenund Genien vorstellen. Sie sind auf Büchertiteln und am Schlüsse derWerke eingedruckt. Letztore erschienen um 1000— 1 610.
1410. Unbekannter Kupferstecher, welcher in Nürnberg gelebtH£/; haben dürfte. Er stach das Titelblatt zu J. Michael Fux vonHerrnau: Höchstnutdicher Marianischer Ln.it- oder Historien-Garten. Sulzbach 1007. 4. Umgeben von einem ovalen Rosenkranzsteht Maria mit dem Christkinde auf dem Halbmonde. Ihr zur Seiterechts sitzt Gott Vater, und das Symbol des hl. Geistes fliegt von linksher auf sie herab, einen Ring im Schnabel haltend. Ringsumin den Wolken knieen Engel, und im Garten, über welchem die Er-scheinung schwebt, kniet eine Gruppe von Fignren in Anbetung. DieZeichnung ist von Andreas Paul Multz, welcher sein Zeichen beigefügthat, I. N. 1147. Das Monogramm des Stechers können wir nichtdeuten.
Heinrich Ritter, Genremaler und Zeichner, wurde 181(5 inCanada geboren, wo sein Vater, ein Ham-burger , als Offizier in englischen Dienstenstand. Nach dem Tode desselben kehrte dieFamilie nach Deutschland zurück, und H.Ritter botrat in Düsseldorf eine Bahn, welcheihn als Künstler zum Ruhme führte. SeineGemälde datiren von 1830 an, und baldmachten ihn seine Helgoland und dem Strand-MXß im- JfM rRL leben entnommenen Darstellungen vorteilhaft
i V /" v~/ * .\ bekannt. Auch seine Bilder aus dem Treiben
der Schmugier und Wilddiebe, und verschiedene Scencn aus dem Volks-leben fanden ihren Kreis von Bewunderern. Seine Gemälde gingendurch die Verloosung des Rheinisch-Westphälischen Kunstvereins inverschiedene Hände über, und auch von auswärtigen Vereinen wurdenderen angekauft. Im Jahre 18!>2 erregte das unter dem Namen „desSohnes letzter Brief" bekannte Bild eine wahre Begeisterung. Es stellteine Schifferfamilie vor, die so eben die Trauernachricht vom Tode desSohnes empfangen. Dieses Gemälde wurde für 90 Friedrichsd'or fürdie Kunsthalle in Bremen angekauft. Diess ist eines der letzten grös-seren Gemälde von Ritter. Er starb zu Düsseldorf 18:>3. Im Kunst-blatte 18!>4 N. 3 ist ein Nekrolog des Künstlers. Auch WolfgangMüller geht in seinem Werke über die Düsseldorfer Künstler aus denletzten 21i Jahren auf H. Ritter ausführlich ein.
Auf kleineren Gemälden und Zeichnungen, besonders in derfrüheren Zeit, fügte Ritter ein Monogramm bei. Er blieb sich aberin der Bildung desselben nicht gleich, und daher sind die obigenZeichen nur als Repräsentanten zu betrachten. Sie kommen in ver-schiedener Wendung vor, grösser oder kleiner. Besonders reich anIllustrationen nach Zeichnungen von Ritter sind die DüsseldorferMonatshlätter von 1843 an. In dieser Zeitschrift sind Holzschnitte,auf welchen die kleinen Monogramme vorkommen, und dann Original-lithographien in Tondruck, ebenfalls mit Monogrammen, wie in derzweiten Reihe. Auch im Düsseldorfer Künstler-Album, I. 1851 ff.sind Lithographien von Rtyter, und mit dem Zeichen versehen. Auffolgende Blätter gehen wir näher ein:
1) Die eigenhändige Radirung zu dem Liede von K. Immermann'sSchlcichhänder. Diese schöne Randverzierung findet man in: Lieder