Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
453
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HL. Nr. 1203 — 1204. 453

Auf dieses Blatt macht Brulliot, I. No. 2381 aufmerksam, und erglaubt, dass der Künstler allenfalls Leytzen heisse. In diesem Fallewäre aber der Buchstabe 1 überflüssig, indem man Lleytzen lesenmüsste. Unter Leytzen ist wahrscheinlich ein Ortsname zu vermuthen.

1203. Hans Liefrlnck, oder ein unbekannter Formschneider, be-

t r. diente sich einer Platte des Hans Burgkmair, jener mit dem Ant--Tl-J • litze des Heilandes auf dem Schweisstuche B. No. 21, und fügteüber demselben das Bild der Veronika bei, welche nun das Schweiss-tuch hält. Auf den Abdrücken der Platte von Burgkmair stehen untenrechts am Rande die Buchstaben H. B., welche aber nach dem Auf-satze mit der Veronika weggenommen wurden. Der Meister HL Hessbeide Platten auf einen Bogen abdrucken, und auf solchen Exemplarensteht unten in der Mitte das gegebene Monogramm. Das Schweisstuchist 7 Z. hoch und 5 Z. 7 L. breit, die Platte mit der Veronika 5 Z.7 L. hoch, 3 Z. 10 L. breit. Bartsch VII, pag. 208, scheint zu glauben,dass der Aufsatz noch zu Lebzeiten Bnrgkmair's hinzugekommen sei,letzterer wird aber die Platte mit dem Schweisstuche nicht in der Artpreisgegeben haben, dass der Meister HL das Zeichen desselben ent-fernen durfte. Es könnte sich auch um eine Copie des Schweisstucheshandeln, da die Abdrücke mit //. B. nicht zu den Seltenheiten ge-hören. Hans Liefrinck hat auch A. Dürer's Platte mit dem Rhino-ceros copirt, und wahrscheinlich ist dies auch mit dem Schweisstuchder Fall. Die Zeichnung der Veronika deutet nicht auf die Augs-burger Schule, sondern erinnert mehr an Hans Holbein. Mit grösseremRechte behauptet Liefrinck den folgenden Artikel.

1204. Hans Liefrinck, Maler, Kupferstecher und Formschneider,t-T arbeitete von 1339—1580 in Leyden, noch länger aber in Ant-

werpen, wo er wahrscheinlich starb. Man zählt ihn zu denHi, Hl sogenannten Kleinmeistern, er hat aber auch grosse Blätterhinterlassen, welche an Feinheit des Stiches den kleinen wenig nach-stehen. Er stach Portraite, worunter jenes des Kaisers Carl V. von1380 zu den Seltenheiten gehört. Auch die Bildnisse des GrafenMaximilian von Bueren 1343 fol., des Königs Heinrich II. von Frank-reich 1554 fol., und das Philipp's de Lalaing, Grafen von Hoogstraeten,1554 fol., kommen nicht häufig vor. Dann stach Liefrinck auch eineAnzahl von historischen Oompositionen, Zierblätter nach Franz Floris,Friese mit Kindern, Jagden und Vögeln in Laubwerk u. s. w. DieBlätter letzterer Art sind sehr fein gestochen und zum Gebrauche fürGoldschmiede bestimmt. Auf solchen Blättern kommt das erste unddritte Zeichen vor. H. 1 Z. 9 L., Br. 2 Z 9 L. Brulliot I. N. 2377schreibt das zweite und ein dem dritten ähnliches Monogramm demGoldschmied Hans Lenker von Nürnberg zu, wir erkennen aber dar-unter den Hans Liefrinck. Das zweite Zeichen findet man auf einemBlatte mit Pyramus und Thysbe. Es steht rechts oben mit der Zahl43, d. i. 1543. Diese Jahrzahl streitet entschieden gegen H. Lenker,da dieser Meister erst um 1570 thätig war. H. 1 Z. 7 L. Br.2 Z. 9 L.

Hans Liefrink hatte auch einen ausgebreiteten Kunsthandel. Dievon Julius Goltzius gestochenen Blätter nach Anton Blocklandt vonMontfort bezeichnete er als Verlagsartikel mit den Cursiven HL Ex.Sie stellen die Evangelisten vor. Ein grosser Prospekt von Antwerpenin vier Blättern, nach der Zeichnung des Lambert van Noord, hat dieInitialen HL zu den Seiten eines Ringes. Dieser Prospekt wurde1569 von Peter a Merica, dem Monogrammisten AM EP im erstenBande N. 939. in Kupfer gestochen. Auf anderen Verlagsartikeln