HL. Nr. 1201 — 1202. 4SI
Dornen gekrönten Heilande den grössten Kaum einnimmt. Obensteht: S. VERONICA, und unten ist das Monogramm ohne Jahrzahl.H. 11 Z. Br. 8 Z. 7 L. Vgl. No. 1203.
7) [P. 10.] Eine Tanzunterhaltung von vornehmen Leuten. Aufdem Balcon des Palastes zeigt sich der König mit seiner Gemahlin,vom Hofe umgeben, und beobachtet den Tanz von fünf Höflingen mitihren Damen. Das Orchester bildet ein Tambour und ein Pfeifer. Inder Mitte des Blattes steht die reich drapirto Fortuna auf der Kugel,und oben ist das Zeichen mit IMG. H. 13 Z. ü L. Br. 9 Z. 3 L.
1201. Unbekannter Kupferstecher, welcher um 1,'itO—1K33 thätigwar. Bartsch VIII. png. 3;> geht nicht aufseinen Namen ein, und wir enthalten uns hierebenfalls der weiteren Erklärung, da die meistenBlätter dieses originellen Meisters mit den Ini-tialen HL in einem Täfelchen bezeichnet sind,wie unten zu ersehen ist. Der genannte Schrift-steller besehreibt neun Kupferstiche, wir ver-mehren aber unter // L das Verzeichniss und
beschreiben da die Blätter mit dem Monogramm genauer. Das ersteZeichen, welches auch Bartsch gibt, steht auf dem Blatte mit flymeneus,welcher stehend eine Fackel in der rechten Hand hält. Rechts amBaumstumpf bemerkt man das Monogramm. H. 4 Z. 3 L. Br. 2 Z.7 L. B. No. !i. Das zweite Zeichen steht rechts oben, auf dem vonBartsch Mr. 8 beschriebenen Blatte der beiden Genien mit der grossenSchote. H. 3 Z. 5 L. Br. 2 Z. 7 L. Den Kupferstich mit demdritten Monogramm boschreibt Bartsch No. 9, gibt aber dasselbe nichtin Facsimile. Das Blatt stellt einen fast nackten Mann mit Weib undKind vor, und was sich noch weiter darüber sagen lässt, ist unter denInitialen // L zu lesen. II. 4 Z. 10 L. Br. 3 Z. 5 L. Auf etlichenandern Kupferstichen, welche Bartsch nicht kannte, kommt ebenfallsein Monogramm vor, man wird aber aus den obigen Zeichen denMeister erkennen.
Es finden sich aber auch Holzschnitte mit dem Monogramm, dochist es grösser, als jenes im ersten Täfelchen. Das Verzeichniss folgtunter den Initialen // L, da wir es hier unterbrochen müssten, indemnach unserem System die Initialen mit dem Monogramme nicht ge-geben werden können.
1202. Hans Lange, Maler und Kupfersteeher, scheint der Träger|- r dieses auf Kupferstichen vorkommenden Zeichens zu seyn.I 1 ,. Bartsch IX, pag. 473, beschreibt drei Blätter, enthält sichTT j. aber der Deutung dos Monogramms. Huber, Handbuch etc.£~1_j 7J58 i g, |9o sc hreibt das unten erwähnte Kreuzbild No. 1dem Heinrich Lautensack zu, und deswegen wurde das Monogrammauch von anderen Chalcologen diesem Meister zugeschrieben. Wirhaben es aber mit einem um i!ii>8—1570 blühenden sächsischen Meisterzu thun, nicht mit Heinrich Lautensack. Durch eine urkundliche Mit-theilung des Ch. Schuchart in Naumann'« Archiv für die zeichnendenKünste, I. S. 88, wissen wir von einem Maler Johann Lange in Gotha,welcher von dem Herzog Johann Friedrich dem Mittlern die Summevon 100 Gulden erhielt, „damit derselbe zu Antdorf bei dem be-rumbten Maler Florus (Franz Floris) das Malen und Conlerfeien gutlerne, da er in der Kunst des Malens schon einen guten Anfangkgemacht." Nach seiner Rückkehr im Jahre l!iG3 erscheint er als be-soldeter Maler des Herzogs, da es aber in der Bestallung heisst, dasser schon früher einen guten Anfang im Malen gemacht habe, so können
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