HH. Nr. 1039. 391
behauptet, und auch aus der im Archive beigefügten schönen Copiezu ersehen ist. Diese Vignette hat Aehnlichkeit mit jener des Buch-druckers Froschauer (Froschover), welche ebenfalls einen Baum mitBandrolle vorstellt, auf welch' letzterer aber der Name des Druckerssteht, wahrend auch die Frösche auf denselben deuten. Die Frosch-auer'sche Vignette ist sicher in Metall, wohl in Kupfer geschnitten,wie diess der Glanz des Druckes beweist in Vergleich mit den einge-druckten Holzplatten, z. B. in der Froschauer'schen Bibel von 1831.Es haben sich zu Basel in Kupfer geschnitteue Randleisten erhalten,welche aber nicht von Holbein's Hand herrühren können. Die Drucker-vignette des Christoph Froschauer wird dem Hans Lützelburger zuge-schrieben, und auch jene des Reginald (Reinhold) Wolfe hat Aehnlich-keit damit. Von derselben Hand sind auch die grossen und die kleinenTodtentanzbilder, und die unten erwähnte Weltkarte dos Grynäus, welcheebenfalls dem Holbein zugeschrieben wird. Für letzteren blieb demnachnur die Zeichnung zu den Vignetten des Ch. Froschauer und R. Wolfe,zum Todtcntanzc, zum Alphabete &c, und wenn er nicht besser in Holzschneiden konnte, als diess mit dein Bildnisse des Dichters ThomasWyatt der Fall ist, dann hat er kaum auf die geringeren TitelbordürenAnspruch, geschweige denn auf den grösseren Todtentanz, das Todten-tanz-Alphabet, das Bildniss des Erasmus u. s. w.
16) Die Alphabete nach Zeichnungen von H. Holbein. Wir ver-weisen in dieser Hinsicht auf R. Weigel's interessante Abhandlungüber das altdeutsche Holzschnitt-Alphabet in Naumann's Archiv fürdie zeichnenden Künste II. S. 193 ff., und dann auf den aparten Ab-druck derselben. In dieser Schrift sind Copien von Holbein'schenInitialen aus dem zweiten Hefte der Holzschnitte berühmter Meister &c.
17) Eine reich verzierte Holzschnittkarte mit dem Titel: tvpvscosiHOGnAPiiicvs VNiVKnsAus. Diese aus zwei Folioblättern bestehendeKarte wird dem Holbein zugeschrieben, sie kann aber nach dem, wasoben über die Vignette des Buchdruckers R. Wolfe No. 18 gesagt ist,nicht von ihm geschnitten seyn. Man findet sie im ersten Drucke in:Novus Orbis Regionum ac Insularum Veteribus incognitarum, unacum tabula cosmographica etc. Ed. S. Grynaeus. Basileae, J. Her-tagius i532, fol. Die zweite Auflage dieser unter dem Namen desGrynäus bekannten Sammlung von Reisen erschien 1837, und die dritte1888, noch immer in Hervag's Verlag. Die Karte fehlt aber oft, indemsie von Kunst- und Landkarten - Sammlern gesucht wurde. Zwei ge-flügelte Genien drehen mit gewaltigen Armen die Axe der Erdkugel,und die Ecken sind ausgefüllt mit Völkerschaften, Thiercn &c. der Erd-theile. Unten links sind Cannibalen, und rechts eilt der ReisendeVartomanus der Heimath zu. Der Schnitt ist vortrefflich, aber wahr-scheinlich von Hans Lützelburger. Man kann dem Holbein nicht ein-mal die Zeichnung mit Gewissheit zuschreiben, da er 1832 nicht mehrin Basel war. H. 13 Z. Br. 20 Z. 3 L.
1039. Unbekannter Formschneider, welcher in der ersten Hälfte/r- 1 des 10. Jahrhunderts thätig war, und der fränki-H\■> sehen Schule angehört. Seine Blätter erinnern an~l|l ^^LV H. Burgkwair und II, Schäufclein, die ZeichnungF) |-f ist aber mitunter schwach. Blätter von seiner Hand
findet man in Rüxner's Turnierbuch: Anfang : Ursprung: und her-kommen des Thurniers in Teutscher natidn. Wieini Thurnier bisuff den letsten zu Wormbs, auch wie, und an welchen ortten diegehalten — —. Vis Buch ist gedruckt in Verlegung Hieronimi Rödlers,Furstl. Secretarien au Siemern und vollendet — 1330, fol. Mit
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